Konfirmanden sammeln Höchstbetrag

Spenden für das Jahresprojekt „Frauen sind keine Ware“ von Brot für die Welt unterstützen Betroffene

Bilanz der Spendenaktion von Konfirmanden in der Vorweihnachtszeit: 4287,99 Euro kamen zusammen.

Von Christel Wösner-Rafael

Friedrichsdorf. Konfirmanden aus allen vier Stadtteilen haben in der Vorweihnachtszeit fleißig Spenden gesammelt. Foto: wös Die Friedrichsdorfer Konfirmanden aus allen vier Stadtteilen hatten in der Vorweihnachtszeit wieder fleißig gesammelt für ein Projekt der evangelischen Hilfsorganisation "Brot für die Welt".

Den symbolischen Spendenscheck in Höhe von 4287,99 Euro nahm Dr. Ute Greifenstein vom Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Anwesenheit der fleißigen Konfirmanden und Pfarrerin Ursula Buchberger, Pfarrer Wolfgang Daum und Pfarrer Frank Couard entgegen. "Ein Superergebnis, der höchste Betrag, den wir in den 18 Sammeljahren in Friedrichsdorf erhalten haben", freute sie sich.

Bereits 2010 hatten die Köpperner und Friedrichsdorfer Konfirmanden Haussammlungen durchgeführt, in diesem Jahr schlossen sich Seulberg und Burgholzhausen an. "Die Sammlungen auf dem Landgrafenplatz an allen vier Adventssamstagen hatten den Nachteil, dass viele Besucher bereits an den ersten beiden Tagen in die Sammelbüchsen eingeworfen hatten, und die Ergebnisse der letzten Samstage dürftig waren", so der Organisator Steffen Pohlmann, Dekanatsjugendreferent der EKHN. Daher würde man nur noch an einem Samstag dort sammeln und mit einem Informationsstand über das jeweilige Projekt aufklären.

Die Erfahrungen der Konfirmanden bei den neu eingeführten Haussammlungen waren vorwiegend positiv, obwohl es schon mal Nachfragen gab zum Sammelausweis oder weiteren Unterlagen. Denn natürlich waren sie ausgerüstet mit Namenslisten, und in den Gemeindebriefen war die Sammlung auch angekündigt worden. Das ausgewählte Jahresprojekt 2011 war "Frauen sind keine Ware" am Beispiel Vietnam. Trotz weitgehender rechtlicher Gleichstellung haben Frauen bis heute in den meisten Entwicklungsländern wesentlich weniger Möglichkeiten selbstbestimmt zu leben. Ehegatten, Väter, Brüder bestimmen, wie lange sie zur Schule gehen dürfen, wen sie in welchem Alter heiraten müssen und wie viele Kinder sie bekommen. Frauen arbeiten dort mehr, verdienen aber weniger als Männer, besitzen selten Land und haben geringere Bildungschancen.

"Brot für die Welt" fördert Frauen, damit sie ihre Rechte einfordern können und achtet darauf, dass Frauen und Männer gleichermaßen von der Förderung profitieren. Die Organisation hilft Männern, traditionelle Rollenbilder zu hinterfragen. Die Soc Trang Women’s Union (STWU) bekämpft den weit verbreiteten Frauenhandel im Süden Vietnams. Sie hilft Betroffenen mit Kleinkrediten für den Aufbau einer eigenen Existenz und setzt auf Aufklärung. Was kostet das? Eine Informationsveranstaltung in einer Schule kostet zehn Euro, die Entwicklung eines Rollenspiels für Dorfversammlungen 40 Euro, ein Kleinkredit 75 Euro. "Wir arbeiten mit verlässlichen Projektpartnern in den Ländern zusammen, und die werden von uns genau überprüft", erklärte Dr. Greifenstein. "Wenn jemand glaubt, er könnte etwas abzweigen, ist er für immer raus aus der Förderung." Sie betonte, weder in der evangelischen Hilfsorganisation "Brot für die Welt" noch in der katholischen Partnerorganisation "Misereor" habe es jemals einen Fall mit Unstimmigkeiten wegen verschwundenen Geldes gegeben.

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