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Mediation kann beginnen
Evangelische Gemeinde: Kirchenvorstand akzeptiert Vermittlungsversuch
Nach den Querelen in der evangelischen Gemeinde Burgholzhausen gibt es eine erste Annäherung zwischen Kirchenvorstand und Pfarrer: Das Gremium ist jetzt zur Mediation bereit.
Von Christiane Paiement-Gensrich
Burgholzhausen. ![]()
Die evangelische Kirche Burgholzhausen: Kehrt hier bald wieder Ruhe ein? Foto: jp In die festgefahrene Situation in der evangelischen Gemeinde Burgholzhausen kommt offenbar Bewegung. Der Kirchenvorstand hat jetzt einstimmig einer Mediation mit Pfarrer Peter Lehwalder zugestimmt. Das hat Kirchenvorstandsmitglied Joachim Nagel an Heiligabend gegen Ende des Familiengottesdienstes verkündet. Da applaudierten die Kirchenbesucher. Nagel ist zugleich Präses des Dekanats Hochtaunus.
Wie berichtet, hatte es seit dem Spätsommer Querelen in der Gemeinde gegeben. Der 9-köpfige Kirchenvorstand hatte dem Pfarrer nach den Ferien nahegelegt, sich anderswo einen Job zu suchen. Der wiederum war davon offenbar schockiert und wurde vorübergehend arbeitsunfähig. Nach seiner Genesung einigte man sich zunächst in einer Kirchenvorstandssitzung unter der Leitung von Dekan Michael Tönges-Braungart auf folgende "Sprachregelung", die auch im aktuellen Gemeindebrief abgedruckt ist: "Zwischen Kirchenvorstand und Pfarrer Lehwalder gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Gemeindearbeit. Deshalb sind der Kirchenvorstand und Pfarrer Lehwalder übereingekommen, dass Pfarrer Lehwalder in absehbarer Zeit sich neuen Aufgaben stellen wird."
Gegen Mobbing
Unterdessen hatte sich eine Gruppe von Gemeindemitgliedern für den Pfarrer stark gemacht und darauf gedrängt, dass eine Gemeindeversammlung einberufen werde. Letztendlich mit Erfolg: Mittwoch, 14. Dezember, 19 Uhr, wurde festgelegt. Die Gruppe nannte sich "Initiative gegen Mobbing in der evangelischen Kirche Burgholzhausen". In einem Flugblatt, das wenige Tage vor der Versammlung verteilt wurde, schrieben sie unter anderem: "Der Kirchenvorstand will sich von Pfarrer Lehwalder trennen. Warum?" Und: "Wir fordern: Es ist notwendig, dass Kirche Konflikte austrägt!" Dieser Satz ist ein Zitat aus der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) aus dem vorigen November. Ferner schreibt die Initiative: "Auch muss man sich fragen: Hat eine rechtlich korrekte Entscheidung über eine Trennung im Kirchenvorstand stattgefunden?" Und: "Das Vorgehen des Kirchenvorstandes entbehrt jeder Verhältnismäßigkeit! Dem Handeln fehlt jedes Augenmaß und jeder Weitblick!" Unterzeichner waren Annette Hannappel, Ilona Kunz, Jürgen Nau und Barbara Völksen.
Am Abend der Gemeindeversammlung in der Kirche, zu der auch Propst Dr. Sigurd Rink und der Dekan gekommen waren, kam es zur Aussprache beider Konfliktparteien. Heftige Vorwürfe kamen von beiden Seiten. Kirchenvorstandesvorsitzender Heinrich-Adam Loy verglich das Flugblatt der Initiative gegen Mobbing mit einer Boulevardzeitung. Und über den Pfarrer sagte er, dieser würde "Dienst nach Vorschrift" machen und "im Bremserhäuschen" sitzen.
Unchristlich
Pfarrer Lehwalder dagegen betonte, er habe nie aus Burgholzhausen weggewollt und sich auch nirgendwo anders beworben. Das Gegenteil zu behaupten sei "eine Frechheit". Das Schlimmste aber sei die Art und Weise gewesen, in der der Kirchenvorstand mit ihm umgegangen sei. Zahlreiche Gemeindemitglieder aus dem voll besetzten Kirchenraum ergriffen seine Partei und nannten das Vorgehen des Kirchenvorstands zudem "unmenschlich, unchristlich und respektlos".
Der Dekan stellte klar, dass sich der Pfarrer dienstrechtlich nichts habe zuschulden kommen lassen, und dass ein Kirchenvorstand einen Pfarrer nicht abwählen kann. Und der Propst betonte: Es muss eine Mediation geben. Das Thema muss dringend bearbeitet werden." Und zwar mit einem neutralen Moderator. Der Pfarrer stimmte noch in der Versammlung zu. Der Kirchenvorstand hatte offenbar noch Beratungsbedarf und ließ seine Antwort zunächst offen. Im TZ-Interview betonte der Dekan kurz vor Weihnachten, der Schritt in die Mediation sei ein erster Schritt und der Entschluss, wieder miteinander zu reden.
Jetzt kann der Versöhnungsversuch beginnen. Wenn alles gut geht, gleich im Januar.


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