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Sind die Schulleiter überfordert?
HKS-Leiter Gottlieb Burk: Inklusion lässt Arbeit explodieren – Müsse: Auf die Stärken besinnen
Die Schulleiter aus dem Hochtaunuskreis fühlen sich vor immer größere Herausforderungen gestellt und begegnen dem Jahr 2012 mit eher gemischten Gefühlen.
Von Alexander Schneider
Hochtaunus. ![]()
Im Bild: Günter Donath und Gottlieb Burk (von links)Beim Neujahrsempfang des Kreisverbandes des Interessenverbandes hessischer Schulleiter (IHS) am Donnerstag in der Schneidhainer Schule am Kastanienhain sagte der Leiter der Wehrheimer Heinrich-Kielhorn-Schule und Vorsitzende des Verbandes, Gottlieb Burk, die Schule stehe auch im Jahre 2012 vor gravierenden Veränderungen. So klang denn auch das Thema des Empfangs – "2012: Was haben wir zu erwarten?" – etwas bang.
Im Folgenden versuchten der Leiter des Staatlichen Schulamtes in Friedberg, Günter Donath, sowie der Erste Beigeordnete des Hochtaunuskreises, Dr. Wolfgang Müsse (FDP), die Sorgen der Schulleiter zu zerstreuen. Optimismus und Zuversicht seien gefragt. Beide Festredner zeigten zwar Verständnis für die Sorgen der Schulleiter, erklärten aber auch, dass die Schulleitungen nicht allein gelassen würden. Müsse sagte, er sehe die angesprochenen Probleme eher als Aufgabe und sei sicher, dass diese auch erledigt werden. 2012 werde sicher nicht einfach, das Jahr sei damit aber auch kein Einzelfall.
Burk sagte, vor allem das Thema Inklusion gebe Anlass zu Verunsicherung, denn mit dieser Form der Integration Behinderter in die Regelschule sei ein enormer zusätzlicher Aufwand verbunden. "Die Arbeit der Schulleiter explodiert", so Burk. Zeit, Muße und Kreativität blieben auf der Strecke. Viele Kollegen seien mit dem ausufernden Schulmanagement überfordert. Im Kultusministerium sieht Burk "dringenden Handlungsbedarf".
Investitionen anpassen
Vize-Landrat Müsse sagte, er habe zwar "keine Glaskugel" und könne deshalb auch nicht in die Zukunft schauen, sei aber weit davon entfernt, den baldigen Weltuntergang zu erwarten. Solange Schule, Schulamt und Landkreis sich auf das besännen, was sie sind und was sie können, habe er keine Angst vor der Zukunft. Trotz des Defizits im Kreisetat von 30 Millionen Euro werde die Schulbauinitiative weiter vorangetrieben. Müsse bat um Verständnis dafür, dass es wegen der Finanzkrise nicht mehr im bisherigen Tempo weitergehen könne. Die Investitionen in die Schullandschaft müssten den Gegebenheiten angepasst werden. Weiter stellte Müsse erfreut fest, dass die Inklusion in den Grundschulen angekommen sei und sich als für die Gesellschaft wichtiges Erfolgsmodell herausgestellt habe.
Steigende Akzeptanz
Schulamtsleiter Günter Donath äußerte sich ebenfalls sehr zufrieden über den bereits erreichten Stand bei der Inklusion. Er habe erfreut festgestellt, dass dieses wichtige Thema in der Bevölkerung auf eine fortschreitende Akzeptanz stoße. Dieser Prozess, aber auch die weitere Umsetzung seien auf einem guten Wege, sagte Donath. Als zielführend habe sich auch das Prinzip der Schulbudgetierung entwickelt. Die Schulen, die bereits daran teilnehmen, gingen sehr sorgsam mit der neuen Eigenverantwortlichkeit um. Es sei erfreulich, dass rund die Hälfte der 142 Einrichtungen im Schulamtsbezirk bereits an der Budgetierung teilnehmen. Er rechne damit, dass viele weitere folgen werden.
An dem Empfang haben neben rund 40 Schulleitern auch zahlreiche Vertreter aus Gesellschaft und Politik teilgenommen. Unter anderem waren neben dem FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Ruppert und den bildungspolitischen Sprechern der Kreistagsfraktionen auch Kirchenvertreter gekommen.


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