Stolzer "Kreisel-Fischer"

Beim CDU-Neujahrsempfang ging es um Straßenbau und neue Projekte

Der Frankfurter Stadtkämmerer Uwe Becker war Gastredner beim Neujahrsempfang der Friedrichsdorfer Christdemokraten. Er sprach über die Region, und Gastgeber Norbert Fischer blickte in Friedrichsdorfs Zukunft.

Von Dieter Becker

Köppern. Befassten sich mit der Region Frankfurt-Rhein-Main: Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende von Friedrichsdorf Norbert Fischer (re.) und der Frankfurter Stadtkämmerer Uwe Becker. Foto: Dieter Becker "Gemeinsam Frankfurt-Rhein-Main voranbringen" lautete das Thema beim CDU-Neujahrsempfang, den gestern im Forum zahlreiche Vertreter aus Politik und Vereinswelt besuchten. Als Gastredner stand der Frankfurter Stadtkämmerer Uwe Becker am Pult. Bevor er aber das Wort ergriff, blickte zunächst der CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Erste Stadtrat Norbert Fischer auf das kommunalpolitische Geschehen im vergangenen Jahr zurück.

Demnach könne Friedrichsdorf stolz auf das bisher Erreichte sein und mit Zuversicht auf die Fertigstellung bereits begonnener Projekte schauen – und zwar trotz der finanziell angespannten Situation. Fischer machte auf die strukturellen Haushaltsprobleme vieler Städte und Gemeinden aufmerksam, die auch in der Hugenottenstadt Sorgen bereiten. So reichten die Mittel selbst bei einem Wegfall aller freiwilligen Leistungen nicht für einen ausgeglichenen Haushalt aus, so Fischer. "Trotzdem haben wir uns nicht von allen Neuinvestitionen verabschiedet, sondern sinnvolle Investitionen in die Zukunft getätigt", betonte er und bekräftigte: "Alles andere wäre auch der vollkommen falsche Weg." Friedrichsdorf werde mit klugen Sparbeschlüssen und einer zukunftsweisenden Finanzpolitik eine der ersten Städte sein, die von steigenden Einnahmen wieder richtig profitieren könnten.

Dann ließ der Christdemokrat Revue passieren, was die Stadt auf den Weg gebracht habe: Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen standen an erster Stelle, die insbesondere im Zusammenhang mit dem Bau des Einkaufszentrums "Taunus Carré" und der neuen Philipp-Reis-Schule (PRS) realisiert wurden. "Angesichts der zahlreichen neu entstandenen Kreisverkehre haben viele schon von der ,Stadt der Kreisel‘ und sogar von mir als ,Kreisel-Fischer‘ gesprochen." Es habe aber auch Probleme gegeben, sagte er und meinte damit den Bahnübergang in der Färberstraße. Dort hatte es nämlich – wegen der Deutschen Bahn – Verzögerungen gegeben. "Dennoch konnten wir auch dieses Problem lösen." Den Neubau des Bauhofs mit Holzhackschnitzel- und Photovoltaik-Anlage bezeichnete Fischer als "gutes Beispiel für das Engagement auf dem Sektor erneuerbare Energien".

Kinderbetreuung

Welchen Aufgaben sich Friedrichsdorf in diesem Jahr widmen müsse: Da sei zum einen die Vermarktung des Gewerbegebiets Köppern-Nordost, das laut Fischer erst zu 40 Prozent veräußert werden konnte. Zum anderen stehe die Errichtung des Sportparks an der Autobahn A 5 an. Weitere Projekte wie die Fertigstellung der Umgehungsstraße, die geplante Wohnbebauung an der Plantation und am Petterweiler Holzweg sowie auf dem alten PRS-Gelände am Hohen Weg seien auf der Agenda. Ferner die Bebauung und Gestaltung des Goers-Geländes, das Fischer lieber als "Landgrafenpassage" bezeichnen wollte.

Und es kämen noch weitere Überlegungen hinzu, etwa in Sachen Kinderbetreuung und Jugendpflege. Und die beabsichtigte behindertengerechte Umgestaltung des Bahnhofs. Die "teilweise sinnvollen und realistischen Vorschläge" des Fahrgastverbandes "Pro Bahn" werde man mit in die Gespräche nehmen, versprach er und reagierte damit auf eine kritische Stellungnahme des Verbandes zu den Plänen der Stadt (wir berichteten).

"Das Leben ist viel zu kurz und wichtig, um es nur an sich selbst zu verschwenden", lautet eine Lebensweisheit des gebürtigen Bad Homburgers Uwe Becker, der seit April 2007 Frankfurter Stadtkämmerer ist. Privat hat der 42-jährige Tina-Turner- und Pink-Fan Rock’n’Roll im Blut, in seinem politischen Wirken dagegen spielt die Region die Erste Geige. Rund 5,5 Millionen Menschen leben im Großraum Frankfurt-Rhein-Main. "Wir leben in Frankfurt-Rhein-Main auf viel zu engem Raum zusammen, als dass wir die Herausforderungen nicht zusammen betrachten müssten", sagte er. Als Positiv-Beispiele nannte Becker die Entwicklung des gemeinsamen Flächennutzungsplans, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs RMV, die erfolgreiche Kooperation in der Abfallentsorgung, die Schaffung des Regionalparks als "grüne Lunge" sowie gemeinsame Ziele auf dem Gebiet der Kultur. Wichtige Potenziale lägen vor allem in den zahlreichen Bildungseinrichtungen und im Vorhandensein des Rhein-Main-Flughafens. Für die Zukunft wünschte sich Becker eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit der Kommunen und beschwor in diesem Zusammenhang den "Geist von Friedrichsdorf", das als Heimat des übertragenen Wortes (er meinte die Erfindung des Telefons durch Philipp Reis) viel dazu beitragen könne, die Kommunikation in der Region voranzubringen.

Landrat Ulrich Krebs schließlich warb eine Woche vor der Landratswahl um Stimmen und stellte die Kreispolitik ins Rampenlicht. Allem voran das Schulbauprogramm, von dem mit der neuen PRS auch Friedrichsdorf profitiert habe, die Neuerrichtung der Krankenhäuser in Bad Homburg und Usingen sowie den geplanten Umbau der PPR-Kreuzung in Bad Homburg. Eine süße Wahlkampf-Unterstützung hatten ihm seine Friedrichsdorfer Parteifreunde backen lassen: Krebse aus Eierwecken-Teig mit winzigkleinen Wahlplakaten, die im leckeren Panzer steckten.

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