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Usingen hat die Nase vorn
Klinikneubau ist in der Buchfinkenstadt schon weiter vorangeschritten als in Bad Homburg
Knapp ein halbes Jahr nach Baubeginn der neuen Hochtaunus-Klinik steht der Rohbau bereits zur Hälfte. Damit sind die Arbeiten am Usinger Standort weiter fortgeschritten als in Homburg, wo es aber auch nach Plan läuft.
Von Matthias Pieren
Usingen. ![]()
Das Untergeschoss und die Hälfte des Erdgeschosses der neuen Hochtaunus-Klinik in Usingen sind bereits fertiggestellt. Bis zum Frühjahr soll mit dem Obergeschoss und dem Dach der komplette Rohbau abgeschlossen sein. Foto: Pieren Auch wenn dieser Winter sehr mild ausfällt, hatten die Handwerker auf der Krankenhausbaustelle schon mit extremem Wetter zu kämpfen. So wurden in der vergangenen Woche auf der Spitze des großen Baukranes Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometer pro Stunde gemessen. "Da mussten wir die Arbeit auf dem Bau vorübergehend einstellen", berichtet Projektleiter Thomas Wünsch.
Doch ansonsten hat das lausige Wetter den verantwortlichen Mitarbeiter des Generalunternehmens BAM nicht weiter gestört. Durch den bislang milden Winter konnten die Bauarbeiten nämlich schneller als geplant voranschreiten. "Usingen ist vier Wochen vor dem Zeitplan", sagt Klinik-Geschäftsführerin Dr. Julia Hefty. Hier sei man weiter als in Homburg, wo aber auch alles nach Plan laufe.
Ein Blick ins vergangene Jahr zeigt, wie schnell der Usinger Neubau in die Höhe schießt: Es war im August, als der Bauzaun um das rund 65 000 Quadratmeter große Baugrundstück errichtet wurde. 20 000 Kubikmeter Erdreich wurden für Baugrube abgetragen.
"Der gesamte Bau wird auf einer Pfahlgründung errichtet", erläutert Wünsch. "Für die 450 Pfähle haben wir Bohrlöcher mit einer Gesamtlänge von 2,7 Kilometern in das Erdreich getrieben." Nachdem das Fundament betoniert war, konnten die Arbeiten am Rohbau beginnen.
Regionale Firmen
"Wir versuchen, möglichst mit regionalen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Das klappt bisher richtig gut", sagt der Projektleiter. So seien etwa für die Vermessung und den Erdaushub zwei Usinger Unternehmen zuständig gewesen.
Derzeit treffen immer wieder Tieflader mit Halbfertigbauteilen aus Nordhessen und Thüringen ein. "Die Außenwände des Rohbaus werden komplett aus vorgefertigten Doppelwandteilen errichtet. An Ort und Stelle werden lediglich statisch bedeutsame Wände, zum Beispiel das Treppenhaus, selbst geschalt", erläutert Thomas Wünsch. "Das bringt enorme Vorteile in der Bauzeit."
Am Ortsausgang in Richtung Grävenwiesbach wie auch auf dem Feldweg zwischen Eschbach und Usingen bleiben immer wieder Passanten stehen, um das geschäftige Treiben auf dem Bau zu beobachten. Die Halbfertigbauteile sind auf den Lkws bereits in der Reihenfolge geladen, wie sie auf der Baustelle benötigt werden. Der Kran lässt die Doppelhohlwand-Elemente dann über aus dem Boden ragende einbetonierte Anschlusseisen ab. Sie werden ausgerichtet und mit Schalungsstützen provisorisch befestigt. Steht eine komplette Reihe, werden die Fugen verschlossen und die Platten miteinander verkoppelt. Anschließend schweben am Kranhaken Transportkübel mit Beton ein. Arbeiter öffnen an der Oberkante der Wände von provisorischen Arbeitsbühnen aus die Kübel und füllen den Flüssigbeton in die Hohlwände.
Beton muss aushärten
"Pro Stunde darf maximal ein halber Meter hoch eingefüllt werden. Der Beton muss erst etwas aushärten, weil er sonst die Fertigbetonwände sprengen würde. Erst nach 24 Stunden ist der Beton richtig hart", erklärt Wünsch. Dann haben die Außenwände die nötige Stabilität gewonnen, um das Gewicht des nächsten Geschosses aufnehmen zu können.
Mittlerweile ist das Untergeschoss bereits fertig, das Erdgeschoss zur Hälfte. Bis Frühjahr soll schließlich auch das Obergeschoss abgeschlossen sein. Wenn alles weiter so glatt läuft, hofft Wünsch, den Rohbau im Frühjahr abgeschlossen zu haben. Auch in Homburg wurde laut Hefty schon mit dem Erdgeschoss begonnen, aber man sei noch nicht ganz so weit wie in Usingen. In jedem Fall sollen beide Bauten gleichzeitig im Herbst kommenden Jahres fertig sein.


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