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Viel Gebabbel und ca. sieben Zwerge
Kronberger Kappenklub: heiße Tänze und pointierte Büttenreden zur Eiseskälte
Während in den Straßen Kronbergs am Samstagabend eisige Temperaturen herrschten, war es in der Stadthalle mollig warm. Kein Wunder, denn dort klatschten und schunkelten rund 250 gut gelaunte "Taunus-Jecken", was das Zeug hielt.
Von Christian Preußer
Kronberg. ![]()
Fröhliche Schunkelrunden, begeisternde Gardetänze und pointierte Büttenreden: Mit diesem unwiderstehlichen närrischen Mix füllte der Kappenklub Kronberg bei seiner Sitzung nicht nur vier Stunden Programm, sondern sorgte auch für große Begeisterung beim Publikum.
Mit lockeren Sprüchen und kecken Moderationen führten die Sitzungspräsidenten Michael Arndt und Björn Weber durch den kurzweiligen Abend. Souverän meisterten die zwei diese Aufgabe und würzten ihre Ansagen mit kleinen Querschlägen auf die Lokalpolitik und Anspielungen auf die kleinen und großen Ereignisse des Ortsgeschehens. An Themen mangelte es nicht: Ob nun Bürgermeister Klaus Temmen auf die Schippe genommen wurde oder Bus-Entführer Thomas Feldhofer sein Fett abbekam: Das Publikum goutierte den närrischen Rundumschlag. Daran konnte nicht einmal die Gesangseinlage der Sitzungspräsidenten zum Schluss des ersten Teils nicht ändern. Auf jeden Fall ernteten sie mit ihrem "Des war ja gar nix" und lautes Lachen. Denn das Publikum wusste bereits zu diesem Zeitpunkt: Was der Kappenklub hier zu bieten hatte, das konnte sich sehen lassen.
Mit großem Beifall wurde Bernd Pscheiden bedacht. Der Debütant in der Bütt plauderte über seine Ehe und die damit verbundenen Pflichten: "Ich wollte mir nur ein Taxi herbeiwinken", erklärte er, "und plötzlich hatte ich die Edeltraut am Hals." Mit einem Lächeln auf den Lippen führte Pscheiden aus, wie er sich einst beim Fremdgehen eine Mittelohrentzündung zugezogen hatte. "Eiskalte Oberschenkel hatte sie gehabt", rief er in den Saal, was mit schallendem Gelächter quittiert wurde.
Doch es wurde in der Bütt nicht nur Schlüpfriges offenbart, auch über die Bus-Entführung machten sich die Redner so manche Gedanken. So fragte sich Irmgard Bettenbühl alias "Käthche aus‘m Daal", ob "denn den entwendeten Stadtbus irgendjemand vermisst hätte?" In diesem Stil ging es weiter. Immer wieder ernte das Kätche bei ihrem "Dääler Gebabbel, schläächt Gebabbel" mit gespielter Übellaunigkeit und pointiertem Klatsch und Tratsch etliche Lacher aus den Reihen der Faschingsgemeinde.
Und auch Dieter Nagel und Markus Thiel, die als Schorsch und Lisbeth die Bütt einnahmen, überlegten sich in ihrem "Kronberger Gebabbel", warum der Entführer ausgerechnet die Strecke von Kronberg nach Wiesbaden mit dem Stadtbus zurücklegen musste. Neben vielen Witzen und allerlei Klamauk nahm sich das Duo der Eurokriese an und erklärte wissend: "Wenn mä kaa Geld hat, dann kann mä ach nix ausgebbe". Eine alte und simple Weisheit, über die derzeit aber nur an Fasching gelacht werden kann.
Ui, ui, ui
Kapellmeister Rolf Best hatte derweil alle Hände voll zu tun, um bei den vielen "Ui ui uis" und "Au au aus" nicht aus dem Takt zu kommen. Seine Fähigkeiten als stimmungserprobter Faschingsexperte bewies der Keyboarder auch bei den Schunkelliedern "So ein Mann" und "Wir kommen alle in den Himmel", zu denen sich der ganze Saal mitschunkelte.
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Allwissend? Hans-Peter Müller als Schuldirektor. Die FUNtastics (unten) begeisterten als Zwerge.Hans-Peter Müller, Henni Held und Volker Schneider hatten eine frivole Schulprüfung vorbereitet. "Was macht die Frau im Sitzen, der Mann im Stehen und ein Hund auf drei Beinen?" fragte Henni Held den als
Schüler verkleideten Volker Schneider. Dieser antwortete frank und frei: "Die Hand geben". Es war dem kräftigen Applaus für diesen Sketch zu entnehmen, dass den Jecken im Saal diese doppeldeutigen Anspielungen gefielen.
Doch wurde bei der Kappensitzung des Kappenklubs nicht nur schwadroniert, sondern auch getanzt und mitunter spektakuläre Kunststücke vorgeführt. Die Mädchentanzgruppe "FUNtastics" heizte dem Publikum kräftig ein. Unter der Leitung von Nicole Riedel, Ann-Sophie Lützenberger und Nadine Schlössler hatte die Truppe die Geschichte Schneewittchens mit schmissigen Schlagern und Hörspielelementen durchchoreografiert. So kamen neben einem bewegungsfreudigen
Schneewittchen und einer fidel tanzenden Hexe auch putzig anzuschauende Küken auf die Bühne, die den Ententanz vorführten. Mit Leichtigkeit und viel Können wurden hier komplizierte Tanzschritte vollzogen, die bei den Zuschauern Bewunderung auslösten. "Schneewittchen und die ca. sieben Zwerge" nannten die Mädels ihre begeisternde Programmnummer, die leider keine Zugabe vorsah, obwohl diese vom Publikum lautstark eingefordert wurde.
Auch der Solistenblock mit Mariann Theis, Nadine Schlössler, Annabelle Duwe und Sara Marino wurde von den Besuchern mit tosendem Beifall gewürdigt. Die Funkenmariechen zeigten irrwitzige Luftsprünge, schlugen Räder, vollführten Spagate und sorgten so noch einmal für große Begeisterung im Saal


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