Wachkoma nach Fahrradunfall

Frau des Opfers warnt vor Gefahrenstelle in der Wilhelmstraße

Straßenlaternen und Schilder, die unglücklich in Fahrradwegen platziert sind, können für Radler gefährlich werden. Auf unseren Bericht über verschiedene Gefahrenpunkte in der Stadt hin hat sich die Frau eines Mannes gemeldet, der an genau so einer Stelle schwer verunglückt ist.

Von Christiane Paiement-Gensrich

Friedrichsdorf. Zwei Masten mit Schildern auf dem Rad- und Fußweg in der Wilhelmstraße: Hier ist am 16. Mai 2010 ein Fahrradfahrer schwer verunglückt. Foto: jr Es war ein Fahrradunfall. Am 16. Mai 2010 kurz vor 14.30 Uhr ist der damals 71 Jahre alte Mann auf den Rad- und Fußweg an der Ecke Wilhelmstraße/Landgraf-Friedrich-Straße schwer gestürzt. Seitdem liegt er im Wachkoma. "Warum er die Kontrolle über sein Fahrrad verloren hat und auf den Hinterkopf gefallen ist, weiß niemand", sagt seine Frau, die 62 Jahre alte Birgitta Schmidt. Fakt sei aber: "An der Stelle stehen ein Verkehrsschild und ein Laternenmast ziemlich nah beieinander. Außerdem ist der Weg dahinter abschüssig und der Bordstein an der Seite ist hoch."

Unser Bericht über Gefahrenstellen auf Friedrichsdorfer Fahrradwegen hat in ihr die Erinnerung an den dramatischen Tag wieder wach werden lassen. Im Polizeibericht hieß es damals, der Mann habe der Laterne ausweichen wollen, habe sie gestreift, sei ins Straucheln geraten und gestürzt. Das hatten Unfallzeugen offenbar gesehen.

Schockiert

"Mir ist wichtig, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Sicher fahren auch Kinder dort entlang", sagt die Frau des Opfers. Und: "Vielleicht kann man die Stelle entschärfen." Sie selbst sei damals vor ihrem Mann hergefahren und habe auch gemerkt, dass man da plötzlich sehr aufpassen muss. Ein Fahrradclub, so schlägt sie vor, sollte die Wege vorsichtig abfahren und kritische Stellen an die Stadt melden.

Sie und ihr Mann hatten vorgehabt, zum Philipp-Reis-Museum zu radeln. Denn dort wurde der "Tag des Telefons" gefeiert. Aber so weit kamen die beiden Kirdorfer nicht. Beim Sturz verlor der Mann das Bewusstsein. Sofort leisteten Passanten Erste Hilfe und kümmerten sich um die schockierte Frau. Eine Stunde lang wurde der Verunglückte dann im Notarztwagen versorgt, später in die Frankfurter Uniklinik gebracht und notoperiert, wegen eines Schädel-Hirntraumas mit Hirnblutungen. Eine Reha-Maßnahme folgte später, aber das Wachkoma blieb.

Ein Lichtblick sei dann das Haus Dammwald gewesen, wo er jetzt versorgt wird. "Es war sehr schwierig, schnell einen Pflegeplatz für meinen Mann zu finden. Ich habe viele Absagen bekommen und ich bin sehr froh, dass er im Haus Dammwald angenommen wurde. Dort ist er sehr gut aufgehoben und wird hervorragend versorgt", sagt Birgitta Schmidt. Sie besucht ihren Mann jeden Tag und hofft, dass er etwas davon mitbekommt. "Kürzlich habe ich ihn mit unseren Enkelkindern besucht. Aber auch da hat er nicht reagiert, obwohl er sich früher jedes Mal sehr über die Kinder gefreut hat."

Sie will niemand einen Vorwurf machen, wegen des Unfalls, sondern nur warnen. Damit nicht noch mehr Menschen auf Friedrichsdorfer Fahrradwegen verunglücken.

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