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Zickiges Schneewittchen
Theater auf der Schulbühne: Zwerge wollen ihre Ruhe haben und suchen jetzt einen Prinzen
"So nicht!"heißt die turbulente, moderne Version von Schneewittchen, die heute von den Schülern der Peter-Härtling-Schule inszeniert wird.
Von Katja Schuricht
Friedrichsdorf. ![]()
Endlich sich beim Essen mal wieder auf dem Stuhl fläzen, sich so richtig daneben benehmen, auch mal in der Nase popeln oder laut aufstoßen – davon träumen die sieben Männer mit den roten Zipfelmützen. Doch seitdem die Oberzicke Schneewittchen in ihre Männer-WG eingezogen ist, ist nichts mehr so, wie es vorher war. "Wir müssen sie los werden", ruft der eine Zwerg. "Sie braucht einen Prinz", meint der andere. "Guck doch mal bei ,Wer kennt wen‘, bei der Partnerschaftsbörse im Internet", empfiehlt der nächste. "Das läuft ja schon prima. Ihr müsst nur noch lauter sprechen und näher an den Bühnenrand, sonst hört man Euch schlecht", ruft Regisseurin Marita Burkard durch die Aula. Die Lehrerin der Peter-Härtling-Schule probt mit den Viertklässlern der Theater-AG das Stück "So nicht!". Heute Abend ist es soweit, um 18 Uhr feiert die spritzige Märchenkomödie Premiere in der Aula der PHS.
"So richtig in die heiße Probenphase ging es erst nach den Herbstferien", erzählt die Leiterin der 14-köpfigen Theater-AG, die kurz vor dem großen Auftritt von zwei Müttern unterstützt worden ist, die bei den Kindern die Texte abgefragt haben. "Vorher haben wir besprochen, was wir spielen." Da Marita Burkard aus langjähriger Erfahrung weiß, dass es sehr schwierig ist, ein fertiges Theaterstück zu finden, bei dem alles passt, greift sie meist selbst zur Feder und schreibt ein eigenes Stück. "Gemeinsam mit den Schülern", betont sie. "Denn die Kinder dürfen ihre Ideen und Wünsche einbringen, damit jeder eine Rolle bekommt, die zu ihm passt."
Coole Stiefmutter
Burkard erklärt: "Wir beamen unser Schneewittchen, die 7 Zwerge und auch die Königin einfach ein paar hundert Jahre in die Zukunft. Und dabei kommt heraus, dass Märchenprinzessinnen auch nicht mehr das sind, was sie mal waren." Rigina Haidari wird heute Abend in die Rolle des Schneewittchens schlüpfen. "Ich darf so richtig zickig sein, das gefällt mir", grinst die Viertklässlerin. Ganz anders als im Original kommt bei den Grundschülern auch Schneewittchens Stiefmutter daher. "Die ist gar nicht böse, sondern lieb und trägt eine coole Forscherbrille", berichtet Nelly Bauer, die diesen Part übernimmt. "Ich experimentiere gerne in meinem etwas verrückten Labor", verrät sie. Da ein Schneewittchen im 21. Jahrhundert auch die Schulbank drücken muss, gibt es in "So nicht!" auch eine Lehrerin. "Ich trage strenges Schwarz und eine tolle riesige Hornbrille, aber ohne Gläser", erzählt Neele Schulz. Der einzige Junge im Team der Theater-AG, Davon Dorn, mimt, ganz klar, den Prinzen. "Wir Zwerge ärgern uns mächtig über Schneewittchen", sagt Lilly Zimmermann. "Wir sind super coole Zwerge, die einfach nur ihre Ruhe haben wollen", ergänzt "Oberzwerg" Maite Voigt.
Wer erfahren möchte, wie groß die Not der Zwerge wirklich ist, und ob Schneewittchen tatsächlich eine Zicke ist, sollte die Aufführung heute nicht verpassen. Der Vorhang hebt sich um 18 Uhr in der Aula der PHS am Hohen Weg. Der Eintritt ist frei.


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