Sportflieger sind im Aufwind
Riedelbacher holen sich in Marburg mehrere Titel
Bei den Marburg Open haben die Flieger des Sportfliegerclubs Riedelbach eindrucksvoll ihre Stärke bewiesen und sich gleich mehrere Titel über den Wolken gesichert.
Von Gerhard Strohmann
Riedelbach. ![]()
Der Flugplatz auf der Riedelbacher Heide bietet optimale Voraussetzungen für die Sportflieger, wie auch die vielen Erfolge beweisen. Foto: spDass über den Wolken die Freiheit wohl grenzenlos sein muss, dürfte spätestens seit Reinhard Mey jedermann bekannt sein. Wie man diese Freiheit – verbunden mit entsprechender Thermik – optimal nutzt, haben drei Mitglieder des Sportfliegerclub (SFC) Riedelbach eindrucksvoll unter Beweis gestellt, die bei den diesjährigen neunten "Marburg Open" die ersten drei Plätze in der Standardklasse belegt haben.
Mit 17 Teilnehmern war diese Klasse sowohl quantitativ als auch qualitativ sehr stark besetzt, aber nach vier der geplanten sieben Wertungstage standen mit Michael Seifert (28), dessen Vater Horst (61) und Jörg Büttner (45) drei SFCler ganz oben auf dem Siegertreppchen!
Klarer Vorsprung
Mit 3310, 3305 und 3018 Punkten hatten sie zudem einen sehr deutlichen Vorsprung vor den Konkurrenten heraus geflogen, unter denen sich mit Klaus Mangels (14./1950 Punkte) und Ralf Butz (16./1648) auch zwei Piloten vom Hochtaunus-Rivalen LSC Bad Homburg befunden haben.
Besonders erfreulich war das Ergebnis für den Idsteiner Michael Seifert, denn nach einer längeren Pause feierte das ehemalige Mitglied der deutschen Junioren-Nationalmannschaft in Marburg ein spektakuläres Comeback.
Nicht zuletzt wegen der engen Beziehung zur Fliegerei, zu der er über Papa Horst praktisch von Kindesbeinen an fast zwangsläufig gekommen war, erwarb Michael Seifert mit 17 seinen ersten Piloten-Schein, nutzte seine Kenntnisse als Sportsoldat bei der Bundeswehr und qualifizierte sich sogar für die Weltmeisterschaften der Junioren.
Bedingt durch zwei Unfälle im näheren Bekanntenkreis nahm er sich eine längere Auszeit, forcierte seine Ausbildung und arbeitet nun bei der Deutschen Bank in Frankfurt. Michaels Freundin Judith Lachmayer fieberte auf dem Flugplatz von Schönstadt bei Marburg mit und übernahm als Rückholer den "Schlepper"-Job für die drei Männer aus dem Hintertaunus.
Vierter Start für Seifert
Während Michael mit einer "LS 8" zu seinem ersten Sieg bei den "Marburg Open" geflogen ist, war Papa Horst mit einer "ASW 28" in den Luft-Korridoren unterwegs. Der ehemalige Pilot der Lufthansa, der sich inzwischen im Ruhestand befindet, ist heuer bereits zum vierten Mal bei diesem Wettbewerb in der hessischen Universitätsstadt an der Lahn am Start gewesen.
Seiferts Tochter Andrea gehört übrigens dem LSC Bad Homburg an und arbeitet auf dem Flugplatz bei Obernhain als Ausbilderin.
Auch das steckt den Seiferts wohl im Blut, den Horst ist einer der Betreuer beim diesjährigen Ferienlager, das der SFC Riedelbach in den nächsten Tagen für 25 Interessenten anbietet. Das Erfolgs-Trio aus dem Weilroder Ortsteil machte Jörg Büttner komplett. Der diplomierte Maschinenbau-Ingenieur aus Hochheim, der sich neben dem Segelfliegen auch noch dem Klettern verschrieben hat, strebt wie seine beiden Kollegen die Teilnahme an den nächsten deutschen Meisterschaften an, die 2013 ausgetragen werden und bei denen Routinier Horst Seifert bereits zweimal gestartet ist. Der ledige Büttner ist bei den "Marburg Open" mit einer "Ventus 1" angetreten.
Die einzelnen Sparten und Fachgebiete (Segelflug, Motorsegelflug, Motorflug, Ausbildung, Technik und Jugend) werden von Referenten geleitet, die zusammen mit den beiden geschäftsführenden Vorständen den erweiterten Vorstand bilden. Vor allem im sportlichen Bereich machen die Segelflieger vom LSC Bad Homburg in schöner Regelmäßigkeit auf sich aufmerksam. Allen voran Gisela Weinreich, die mit fünf Europameistertiteln (1983, 1985, 1989, 1991 und 1997) erfolgreichste Pilotin der Welt, sowie Gerd Spiegelberg, dreifacher Hessenmeister in den Jahren 1991, 1993 und 1995, Mitglied der Nationalmannschaft und WM-Teilnehmer.


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