Bilderstrecke: Die Adler in der Einzelkritik (Fortuna Düsseldorf)
Wie haben sich die Adler beim 1:1 in Düsseldorf geschlagen? Wir nehmen die Leistung der Spieler unter die Lupe.Kommentar: Katastrophal
Es ist schon verblüffend, wie unterschiedlich über eine Szene diskutiert werden kann. Gemeint ist natürlich "die" Szene beim Zweitliga-Gipfel zwischen Düsseldorf und Frankfurt. In letzter Minute bekommt die Fortuna einen Foulelfmeter.
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Klaus Veit Völlig unberechtigt, meinen die Frankfurter, mutig und korrekt meinen die Düsseldorfer.
Fakt ist, dass sich Bamba Anderson und Timo Furuholm im Zweikampf gegenseitig am Trikot zupften. Schiedsrichter Felix Brych wollte weiterspielen lassen, erst auf Eingreifen seines Linienrichters, der zuvor von der halben Fortuna-Mannschaft bedrängt worden war, entschied er auf Strafstoß.
Eine katastrophale Entscheidung aus mehreren Gründen. Brych hatte die Partie zuvor relativ großzügig (und gut) geleitet, nun verließ er seine Linie, folgte der seines viel weiter entfernt stehenden Assistenten. Natürlich kann man diesen Elfmeter pfeifen, doch dann hätte es am Montag drei weitere geben müssen – zwei für die Eintracht, einen für die Fortuna.
Die Situation war auch für Brych eine persönliche Katastrophe. Wenige Tage zuvor hatte er sich blamiert, als er in Berlin auf de Camargos Kopfstoß-Oscar hereingefallen war. Auch deshalb hat er sich diesmal wohl der Meinung seines Assistenten angeschlossen. Er wollte nicht schon wieder für einen kapitalen Bock verantwortlich sein.
Katastrophal war die Szene auch für den Profi-Fußball. Sie zeigte, dass die Düsseldorfer Methode, wie es Eintracht-Chef Heribert Bruchhagen nennt, Erfolg hat. Versuchte Einflussnahmen von Spielern und Trainer, provozierendes Benehmen besonders von Sascha Rösler, all das wird zusammen mit fußballerisch eigentlich guten Profis zum Erfolgs-Cocktail. Das sportliche Fair Play bleibt auf der Strecke. Wie bei anderen Teams auch, dort aber nicht in dieser Düsseldorfer Perfektion.
Wenn überforderte Schiedsrichter weiter darauf hereinfallen, wenn der DFB-Kontrollausschuss seine Augen weiter verschließt, wird es für die Konkurrenz sehr schwer werden, die Westdeutschen von einem Aufstiegsplatz zu verdrängen.
Es ist einfältig, an den Fußball-Gott zu glauben. Aber einen Wunschtraum darf man haben: Düsseldorf wird nur Dritter, scheitert in den Relegationsspielen, weil der Mainzer Zidan in der 119. Minute sich im Zweikampf mit Rösler so geschickt fallen lässt, dass der Schiedsrichter auf Elfmeter entscheidet . . .

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Kommentare
Per Teer schrieb am 15.02.2012 07:57 Uhr
verdient...
hätten es die DUSELfaller, hart wie es auch klingen mag!
Stefan Spang schrieb am 15.02.2012 09:42 Uhr
Ja, es war ein "Zupfer"
Korrekt, es war ein Zupfer. Das Problem ist nur, das ein normaler Mensch bei einem solchen "Zupfer" nicht zu Boden geht (die Engländer würden dem Spieler in deren Liga etwas anderes erzählen...). Insofern ist dies ganze auch eine Frage der Fairness, und eigentlich müsste der Schauspieler bestraft werden. Das müsste eigentlich ein Schiedsrichter von einem richtigen "Reißen" am Trikot unterscheiden können, die einen Spieler wirklich aus dem Tritt bringt.
Frankfurter Adler schrieb am 15.02.2012 09:57 Uhr
Bruchhagen und Veh als schlechte Verlierer bei einem Unentschieden
Obwohl es ja ein Unentschieden war: Kaum zu fassen, ja beschämend wie sich die Eintracht, insbes. Bruchhagen und Veh als schlechter Verlierer präsentieren. Und natürlich haben auch die "Fans" sich wieder als wahrer Randalemeister präsentiert. Und die Hofberichterstatter hier geben diesen unsportlichen und schlechten Verlierern auch noch völlig unkritisch die Bühne dafür und schaden der Eintracht damit mehr als sie ihr nützen!
Dieter Hettler schrieb am 15.02.2012 10:07 Uhr
Es gibt nur Verlierer
Der DFB und DFL lassen seit Jahren die Täuschungen der Spieler in den Spielen mehr oder weniger ungeahndet, es wird das Problem verharmlost.
Das wirkt sich mittlerweile fatal bis in den Jugendfußball aus. Durch die Vorbildwirkung der Profis werden hier sehr negative Werte den Jugendlichen vermittelt. Das Kopieren der Betrugsversuche können sie in den Jugendspielen verstärkt beobachten.
Reden sie mal mit den Rechtsausschüssen der Landesverbände.
Verlierer sind in erster Linie der Fußball, die Schiedsrichter und die Zuschauer.
Deutsche Mannschaften haben, international gesehen, einen sehr schlechten Ruf durch diese permanenten Betrugsversuche. In der englischen Liga sind diese Betrugsversuche der Spieler undenkbar.
Es muss dringend ein Umdenken in unserer (Sport-)Gesellschaft stattfinden. Profit/Erfolg um jeden Preis, auch mit Betrug, darf nicht akzeptiert werden.
Der Fußball geht sonst den Weg des Boxsports, oder schlimmer noch, den der Catcher.
Das System Düsseldorf lässt die Spekulation um Bestechlichkeit im Fußball heftig auflodern.
Der Linienrichter in Düsseldorf, ein neuer Hoyzer?
Nur gemeinsam, alle verantwortlichen Kräfte im DFB und der Öffentlichkeit können dieses Krebsgeschwür -Betrug- erfolgreich bekämpfen.
Dieter Hettler
Fritz Wolf schrieb am 15.02.2012 10:12 Uhr
Wie leicht man sich das der Kommentator
Herr Veit macht es sich einfach, wenn er der Fortuna unterstellt, dass sie unfait Elfmeter schindet. Vielleicht sollte er sich nicht mal die einzelnen Entscheidungen ansehen, dann käme er wahrscheinlich zu einem anderen Ergebnis. Aber was soll's. Neid war noch nie ein guter Berater.
Zum Fußball gehören leider auch Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern (sonst hätte Fortuna im Hinspiel einen Elfer bekommen).
Nehmen wir es doch sportlich fair; das sollte aber auch für die
Veranwortlichen gelten.
Gast Schmiddi schrieb am 15.02.2012 10:37 Uhr
Krass unsportlich
Fortuna hat die Aussagen von Armin Veh durch ihr Auftreten eindrucksvoll attestiert. Dabei hat diese Mannschaft das gar nicht nötig. Das ein Spieler vor der gegnerischen Bank jubelt ist schon eine dumme Provokation an sich und heizt zudem die Stimmung im Stadion unnötig auf, aber dass er den Trainer übelst beschimpft in Worten und Gesten ist unsportlich hoch 10!
Wozu Aktionen bezüglich Respekt und Fairplay, wenn ein Spieler wie Rösler für sein krass gegensätzliches Verhalten noch als Typ und Leader bezeichnet wird. Er erhält für sein grob unsportliches Verhalten noch nicht einmal eine interne Strafe, das sagt doch alles über die Einstellung dieser Vereinsführung aus.
Ein tolles Vorbild für die Jugend von Fortuna! Schämen sollten Sie sich!
Melanie Grube schrieb am 15.02.2012 10:47 Uhr
Fehlverhalten
Wenn die Duesseldorfer Methode eben erfolgreich ist, dann muss man bei der Eintracht umdenken. Dann muessen eben auch staendig 3-4 Spieler nach jedem Foul zum Schiri rennen und rot einfordern, dann muss sofort jeder Gegner gehalten oder umgesenst werden und Trainer und Manager permanent den Linienrichter drangsalieren. Im Nachhinein war es dumm von Schwegler in St. Pauli wieder aufzustehen, das hat 3 Punkte gekostet und ein Konkurrent waere weg. Auch 10 Elfer haetten wir mit Reklamieren vielleicht auch mehr bekommen koennen, dann waere der Aufstieg schon perfekt.
Am Ende wird man zwar den Fairnesspreis haben, in Liga 1 ist dann aber Duesseldorf.
Josef Uhl schrieb am 15.02.2012 10:52 Uhr
Trikotzupfer
Völlig richtig! Allerdings regen mich schon seit Jahren die Abwehrspieler bei Ecken oder Freistößen auf! Das ist ein ziehen, zerren und klammern, was es einfach früher nicht gegeben hat. Fehlt es heute den Abwehrspielern an technischen Mitteln, die gegnerischen Stürmer am Torschuss zu hindern? Wenn es nur so geht, würde ich meinen Stellenwert als Profi hinterfragen. Beim ersten Elfmeter, der deshalb gegeben wird, erledigt sich das von ganz alleine!
TZu Bruchhagen und Veh: Mit ihrem Verhalten nach dem Spiel, haben sie Eintracht Frankfurt keinen Dienst erwiesen!
Stefan D. schrieb am 15.02.2012 10:57 Uhr
mal die Kirche im Dorf lassen ...
Eine Diskussion über den 11er in der 91. Minute kann man durchaus führen. Gegeben werden kann er allemal. Bamba hat im Strafraum nicht am Trikot so zu ziehen. Einige Schiris pfeifen 11er, andere nicht. Außerdem ist der Linienrichter angehalten, auch seine Meinung zu sagen und nicht nur dann, wenn es einem passt.
Dass Fortuna viele 11er bekommen hat, liegt vielleicht auch daran, dass sie öfter im Straraum waren, als andere Mannschaften und der Kicker hat festgestellt, dass die 11er alle auch durchaus berechtigt waren. Die Methode "Fortuna" ist einfach derart angelegt, dass Tore vorne geschossen werden. Dazu geht man in den Strafraum. Und wenn der Gegenspieler einen Fortuna-Spieler nicht regelkonform angreift, gibt es 11er! So einfach ist das! Also, liebe Frankfurter, öfter mal in den Strafraum stürmen, statt Verschwörungstheorien aufzustellen.
Herr Veh, wer eine Woche lang zündelt braucht sich nicht zu wundern, wenn es brennt. Wobei ich die Aktion von Sascha Rösler am Ende zwar emotional verstehen kann, aber in dieser Art aus Sicht der Vorbildfunktion kritisiere.
Gast XYZ schrieb am 15.02.2012 11:12 Uhr
Schöner Kommentar
Ein sehr schöner Kommentar.
Leider wurde auf die beiden Hauptpunkte dieses Artikels in den Medien nicht genügend eingegangen, nämlich die Inkonsequenz des Schiedsrichter bei der Beurteilung und die Einflussnahme durch Spieler.
Laut Regel ist ein Elfmeterpfiff in diesem Fall durchaus möglich, nur dann muss diese Regel von der ersten bis zur letzten Minute genau so ausgelegt werden, nicht nur in den letzten zehn Minuten. Und jedem, der diese Regel und die strikte Auslegung für gut und richtig hält, kann ich nur empfehlen beim nächsten Fussballspiel mal eine Strichliste zu machen, wieviele Freistöße und Elfmeter dadurch mehr auftreten und sich dann zu fragen, ob diese Regelauslegung wirklich wünschenswert für unseren Sport ist.
Der zweite Punkt ist aber noch schlimmer. Ein Schiedsrichter und sein Assistent revidieren ihre Entscheidung nach Protest der Spieler. Das ist ein absolutes Unding. So etwas darf es nicht geben. Damit öffnet man der Willkür Tür und Tor und leistet weiteren reklamierenden Spielerrudeln Vorschub.
Ein dritter Punkt, der bislang noch gar nicht thematisiert wurde: Warum bekam Herr Rösler nur gelb-rot? Wenn er, wie in den Medien behauptet, wegen der Beleidigung gegen Herr Veh des Feldes verwiesen wurde, ist das als Unsportlichkeit mit rot zu bewerten. Auch hier zeigte sich Herr Brych leider wieder inkonsequent.