Jordanien rüstet sich für den Luxus

Milliardenprojekt am Roten Meer mit Shoppingzentren und Yachthäfen

Trotz der politischen Veränderungen und Krisensituationen bei seinen Nachbarn investiert Jordanien in den Tourismus.

Amman. Das Königreich will offensichtlich trotz der Unruheherde ringsum eine größere Rolle auf der touristischen Bühne spielen als bislang. Wie das jordanische Fremdenverkehrsamt erklärt, sei die Nachfrage in letzter Zeit sowieso gestiegen (in den vergangenen drei Jahren wuchs die Zahl der deutschen Urlauber um 60 Prozent auf 71 000 Gäste, und auch international verzeichnete das Land hohe Zuwachsraten). Derzeit sind in Jordanien zahlreiche neue Projekte in Arbeit, die sich vor allem an zahlungskräftige Gäste wenden. Eines der größten Bauvorhaben ist "Marsa Zayed" am Roten Meer, in das zehn Milliarden US-Dollar investiert werden. Auf 3,2 Millionen Quadratmetern entstehen in einer ersten Bauphase bis 2014 an einer zwei Kilometer langen Küste Luxushotels, Einkaufsstraßen und Yachthäfen. In Verbindung mit einem neuen Kreuzfahrtterminal sollen diese Projekte Jordaniens Bedeutung als Bade-, Yacht- und Kreuzfahrtdestination stärken.

Am Toten Meer, dem größten "Freiluftspa" der Welt, sind ebenfalls mehrere Hotels im Bau, unter anderem ein Crowne Plaza Hotel, das Mitte des Jahres eröffnet werden soll, und ein Haus von Hilton Worldwide, dessen Eröffnung für Ende 2013 geplant ist. Mit der Fertigstellung beider Häuser erhöht sich die Zahl der Hotelzimmer am Toten Meer von derzeit 1500 auf 2200. Eine steigende Nachfrage verzeichnet Jordanien auch im Bereich von Aktiv- und Naturreisen. 2010 hatten mehr als eine Million Urlauber eines der acht Naturreservate besucht. Weitere acht Schutzgebiete sollen in den kommenden Jahren für den sanften Tourismus erschlossen werden. 2011 begann der Bau von drei weiteren Reservaten unter den Namen Qatar, Fifa und Jabal Masouda. Bestehende Naturschutzgebiete wie das Shaumari oder Yarmouk Nature Reserve werden durch neue Wanderwege und Besucherzentren aufgewertet. In Dana, dem größten Reservat des Königreichs, wird derzeit ein Kulturerbe-Dorf gebaut. Das mit zwei Millionen US-Dollar finanzierte Projekt ist Teil einer über acht Millionen US-Dollar teuren Initiative zur Stärkung des Ökotourismus.

Auch der Flughafen in Amman rüstet sich für mehr Passagiere. Die Gesamtfläche des Queen Alia International Airports soll in diesem Jahr auf über 100 000 Quadratmeter erweitert werden. Mit der Eröffnung eines neuen Terminals verdoppelt sich die Kapazität der Passagierabfertigung von derzeit 4,5 Millionen Gästen jährlich auf über zehn Millionen. wip

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