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Ein Gesangbuch geht auf Reisen
Evangelisches Dekanat startet in Usingen Aktion zum Jahr der Kirchenmusik
Das Jahr der Kirchenmusik steht an, und das evangelische Dekanat lässt ein Buch durch alle Gemeinden gehen, die darin ihre eigene Melodie eintragen – Start war in Usingen. Wir begleiten die Reise und picken einen Aspekt der Kirchenmusik aus der jeweiligen Gemeinde heraus. Heute: Gisela Kleinheins.
Von Gerrit Mai
Usingen. ![]()
Gisela Kleinheins hat die Kirchenmusik in Usingen viele Jahre geprägt. Jetzt hat sie die Usinger Seite im Dekanatsgesangbuch gestaltet. Foto: Mai"Einfach Spitze, dass du da warst", sagte die Vorsitzende des Kirchenvorstands, Ursula Henning, anlässlich der Verabschiedung von Gisela Kleinheins aus ihrer aktiven kirchenmusikalischen Arbeit. Sie hatte 30 Jahre lang die Musik der Usinger Gemeinde geprägt wie kaum eine andere und war 2009 mit 65 Jahren in "Ruhestand" gegangen.
Dass ihre Arbeit auf fruchtbaren Boden fiel und sie ihren Schützlingen Freude am Gesang und an der Gemeinschaft mit auf den Lebensweg geben konnte, hatte sich beim Abschied gezeigt. Sie bekam von ihren Chören, die sie gegründet und bis dahin geleitet hat, einen Riesenbriefkasten mit unzähligen Briefen von ehemaligen Sängern geschenkt.
Diese beschrieben, was sie aus ihrer Chorzeit für ihr Leben mitgenommen hatten. "Das war für mich das schönste Geschenk überhaupt", sagt Gisela Kleinheins. Sie ist heute noch gerührt von so viel Anerkennung und der Bestätigung, dass sie mit ihrer Arbeit einen wichtigen Nerv der Kinder getroffen hat. Dabei hat diese nebenamtliche Tätigkeit auch ihr selbst viel gegeben.
Als Pfarrer Voll sie 1976 fragte, ob sie einen Kinderchor gründen wolle, ging ein Traum in Erfüllung. Die Familie war 1974 nach Usingen gezogen, ihre Arbeit in der Schule hörte 1976 auf, und Gisela Kleinheins wollte mehr als nur Haus, Garten und Familie. Da kam ihr das Angebot gerade recht, denn die Kirchenmusik, besonders die Angebote für Kinder waren in der Kirchengemeinde rar. Sie brachte aus den dritten und vierten Grundschulklassen 13 Schüler mit, und es wurden schnell immer mehr.
1984 waren es schon 80 Kinder, und die älteren wollten ebenfalls weiter machen. So entstand der Jugendchor. Es kamen aber auch kleinere Geschwisterkinder dazu, die ebenfalls singen wollten, so dass Gisela Kleinheins 1989 mit den Spätzchen, den ganz Kleinen, und den Spatzen, schließlich vier Chöre leitetete. "Zeitweise ergänzten ein Querflötenquartett und eine Orff-Instrumentalgruppe die musikalische Arbeit." Die Chorleiterin hatte immer eine christliche Erziehung und die ganzheitliche Beteiligung im Blick.
Die Kinder bauten für Singspiele wie "Max und Moritz", den "Verlorenen Sohn" oder die Aufführung zum Stadtjubiläum die Kulissen und bastelten die Requisiten selbst. "Das hat zusammengeschweißt", so Kleinheins. Sie achtete auf das Gemeinschaftsgefühl als Gruppe aber auch darauf, das Selbstbewusstsein jedes Einzelnen zu stärken.
Sie habe zwar Disziplin gefordert, aber die Kinder auch darin bestärkt, dass jeder etwas leisten kann, dass jeder auf einem bestimmten Gebiet ein Meister ist. Das Sozialverhalten, das daraus entstand, dass die Chorkinder sich gegenseitig erzogen, sich aber auch zur Seite standen, wenn‘s nötig war, sei für sie die größte Bestätigung gewesen.
Die Chöre haben Gottesdienste mit gestaltet, Seniorennachmittage begleitet und sich mit anderen Kinderchören getroffen. Für Gisela Kleinheins ist der Kirchengesang ein wichtiger Teil der Glaubensverkündigung.
Ihr Mottos: "Ohne Musik geht nichts" und ",Ich kann nicht singen‘, gibt‘s nicht." Die 68-Jährige ist froh, dass ihre Arbeit von Cordula Scobel engagiert weiter geführt wird.



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