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Ein Schlüssel zum Erfolg im späteren Leben
Eschbacher Kindergarten Tabaluga hat erfolgreich an einem Sprachförderungsprogramm des Landes teilgenommen
22 Prozent der deutschsprachigen Kinder und etwa die Hälfte der Kinder mit Migrationshintergrund weisen Sprachauffälligkeiten auf, Tendenz steigend. Das Landesprogramm Kiss will Abhilfe schaffen.
Von Alexander Schneider
Hochtaunus. ![]()
Petra Müller-Klepper (links) überreichte Marion Dostal, Bettina Gabriel und Tanja Grabowski das Kiss-Siegel. Erster Kreisbeigeordneter Dr. Wolfgang Müsse und Kiss-Koordinator Winrich Berndt gratulierten den Kita-Leiterinnen. Foto: ReichweinImmer mehr Kinder im Kindergartenalter, vor allem solche mit Migrationshintergrund, haben Sprachauffälligkeiten. An diesem Problem setzt das von der Landesregierung mit 1,7 Millionen Euro finanzierte Programm "Kindersprachscreening" (Kiss) an. 760 hessische Kindertagesstätten mit 17100 Kindern haben bereits daran teilgenommen.
Am Donnerstag hat die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper (CDU), in der Steinbacher Kita "Am Weiher" stellvertretend für alle bisherigen Kiss-Absolventen das "Kiss-Siegel" überreicht. Neben der Steinbacher Kita und der Kita "Stettiner Ring" in Friedrichsdorf ging der "Kiss-Schriftzug zum Anschrauben" auch an den Eschbacher Kindergarten "Tabaluga". Einrichtungsleiterin Marion Dostal war mit ihren Kolleginnen Bettina Gabriel und Tanja Grabowski nach Steinbach gefahren, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. "Tabaluga" war eine der ersten Tagesstätten überhaupt, die an dem 2007 von der Landesregierung gestarteten Kiss-Programm teilgenommen haben. Weitere 60 Einrichtungen im Hochtaunus bekommen ihr Siegel nachgereicht.
An der Feierstunde nahmen auch Erster Kreisbeigeordneter Dr. Wolf-gang Müsse (FDP), Steinbachs Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP) sowie der Kiss-Organisator im Landkreis, Winrich Berndt, teil. Die Staatssekretärin fand es bemerkenswert, dass mehr als die Hälfte der Einrichtungen im Kreis am Programm teilgenommen haben. "Die Sprachkompetenz ist ein wichtiger Baustein für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes, eines der wichtigsten Instrumente zur Kommunikation und die Schlüsselqualifikation für den späteren schulischen und beruflichen Erfolg", sagte Müller-Klepper. Kiss könne Defizite und einen Förderbedarf frühzeitig erkennen und beheben helfen. Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Kinder Sprachauffälligkeiten aufweisen, komme dem Programm eine große Bedeutung zu. Das Siegel sei ein Qualitätsmerkmal vieler damit ausgezeichneter Kindertagesstätten in Hessen, sagte Müller-Klepper, bevor sie Vize-Landrat Müsse ein großes Paket überreichte, darin: Kiss-Siegel für alle 63 Kindertagesstätten im Landkreis.
Auch Müsse unterstrich den pädagogischen Ansatz von Kiss: "Es gibt im Land sinnvolle und sehr sinnvolle Aufgaben. Kiss gehört zu den sehr sinnvollen", sagte er. Wenn Spracherziehung in Gesellschaft und Familie nicht mehr funktioniere, müssten andere Wege beschritten werden, auch wenn sie aufwendig seien, wie die Schulung von 14 Sprachexperten und 119 Erzieherinnen gezeigt habe. Doch das sei gut angelegtes Geld.
Winfried Berndt, der den Kiss-Einsatz im Hochtaunus für den Landkreis organisiert, unterstrich den hohen Nutzen des Programms. Weil es normiert und sehr schnell sei, habe man mit Kiss eine hervorragende Arbeitsgrundlage zur Behebung eines immer präsenter werdenden gesellschaftlichen Problems. Berndt sagte, eigentlich müsste Kiss zum Standardprogramm für alle Kindergärten werden. Dazu brauche es aber kleinere Gruppen. Der Zeitpunkt, zu dem der Nachwuchs mit Kiss konfrontiert werde, könne günstiger nicht sein. Im Kindergartenalter seien Kinder besonders lernfähig: "Wenn ich das noch wäre, ich würde chinesisch lernen . . ."



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