Heisterbachstraße hat Vorrang

Bürger in Hausen-Arnsbach verzichten vorerst auf die Sanierung der Hauptstraße

Der Bauausschuss unterstützt ein Votum der Anlieger der Hausener Hauptstraße. Danach soll deren Erneuerung bis zur Fertigstellung der Heisterbach-Umgehung zurückgestellt werden.

Von Matthias Pieren

Neu-Anspach. Vom Ende der Heisterbach-Umgehung reicht der Blick hinüber zum Deponiepark Brandholz. Der letzte Bauabschnitt soll in einem leichten Rechtsbogen verlaufen, die Taunusbahn – genau dort, wo der Zug fährt – über eine Brücke geleitet werden und an einem weiteren Kreisel auf die dahinter führende K 759 münden. Foto: Pieren Hausen hat gesprochen. Und das mit einer Stimme: In einer nicht öffentlichen Versammlung haben sich die Anwohner der Hauptstraße im Abschnitt zwischen Grundgasse und Reuterweg dafür stark gemacht, die Erneuerung der Ortsdurchfahrt zurückzustellen. Stattdessen solle die Verwaltung alles daran setzen, um möglichst schnell den letzten Bauabschnitt der Heisterbach-Umgehung zu realisieren.

Diese Beschlussvorlage wurde kurzfristig auf die Tagesordnung des Bau-, Planungs- und Wirtschaftsausschusses am Donnerstagabend gesetzt und bei zwei Enthaltungen der beiden Grünen-Politiker angenommen. "Wir sollten aus dem Beispiel lernen und uns mit betroffenen Bürgern erst einmal im politikfreien Raum und unter Ausschluss der Öffentlichkeit austauschen", stellte der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Kraft fest.

Auch Stadtverordnetenvorsteher Holger Bellino (CDU) meinte, er habe nach den vorangegangenen zähen Debatten nie auf diese Lösung gewettet. "Das ist einfach klasse", zollte Bellino den betroffenen Bürger höchsten Respekt. "Mit dieser Entscheidung werden vorerst die Kosten in Höhe von 450 000 Euro gespart", kommentierte Enno Pflug von den Grünen. "Das ist definitiv die beste Lösung."

Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) hatte am Anfang der Sitzung vom Verlauf der 45-minütigen Unterredung berichtet, zu der alle Anwohner erschienen waren. Thema war die geplante Sanierung und die Verengung der Hauptstraße, von der die rund 30 Anwesenden alle betroffen gewesen wären. "Bei der letzten Bürgerversammlung zu dem Thema im November waren zu viele Nichtbetroffene und Politiker erschienen, wodurch der Verlauf nicht zielorientiert war."

"Eine Sanierung der Hauptstraße noch vor der Fertigstellung der Heisterbachstraße hätte letzten Endes noch mehr Verkehr angezogen", kommentierte Anwohner Ernst Bach auf TZ-Anfrage, warum die Betroffenen so entschieden hatten. "Aus der Not heraus die Hauptstraße zu verengen, das hätte das Problem der Verkehrsbelastung in der Ortsmitte nicht gelöst", so Bach. "Im Gegenteil!" Noch vor der Anwohnerversammlung habe man in der Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr beschlossen, dass die Heisterbach-

Umgehung die eigentliche Lösung ist, sagte Bach weiter. So habe man auf der Versammlung mit Bürgermeister Klaus Hoffmann mit einer Stimme sprechen können.

Nur Löcher flicken

"Die Stadt wird bis zur Realisierung der Heisterbach-Umgehung jedoch die Löcher in der Hauptstraße flicken und den Verschleiß reparieren", kündigte der Ausschussvorsitzende Heinz Buhlmann (CDU) an und schlug dem Ausschuss vor, mit den frei werdenden Mitteln die Taunusstraße zu sanieren.

In einem weiterführenden einstimmigen Beschluss empfiehlt der Ausschuss nun, die Reihenfolge der für dieses Jahr geplanten Sanierungsprojekte zu ändern. Ursprünglich sah die Prioritätenliste die Sanierung der Straßen "Zur Wacht", "Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße" und "Hinter dem Weiher" vor.

Auf Empfehlung von Bauamtsmitarbeiter Markus Wolf beschloss der Bauausschuss, die Straße "Hinter dem Weiher" erst 2013 in Angriff zu nehmen. Stattdessen soll, wenn möglich, noch in diesem Jahr die Taunusstraße saniert werden. "Sie hat es weitaus nötiger. Mit diesem geänderten Plan würde die Stadt Geld sparen, und wir würden 2012 weiterhin drei Projekte realisieren", meinte Wolf.

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