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Kirchengemeinde verabschiedet ihren Pfarrer
Viele Menschen zollen Hanns-Jörg Meiller ihren Respekt, es fallen aber auch offene Worte
Zwölf Jahre Pfarrer in einer Gemeinde zu sein, hinterlässt Spuren. Diesen Spuren sind etliche Mitstreiter während des Abschiedsgottesdienstes von Pfarrer Hanns-Jörg Meiller noch einmal nachgegangen. Dabei gab es viel Dank und Lob, aber auch Kritik.
Von Corina Appel
Niederreifenberg. ![]()
Abschiedsgottesdienst mit (v. l.) Pater Joseph Roy sowie den Pfarrern Klaus Schmidt, Friedrich Glöckler, Hanns-Jörg Meiller, Olaf Lindenberg, Heinz-Walter Barthenheier und Walter Henkes. Foto: Appel Fast drei Stunden dauerte der Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Hanns-Jörg Meiller am Sonntag. Doch diesmal war der Seelsorger nur indirekt "schuld". Denn nicht er sprach am längsten, sondern die kirchlichen und gemeindlichen Gremien und Gruppen, die mit ihm zusammengearbeitet haben.
Bevor es allerdings an die zahlreichen Grußworte ging, hielt Meiller wie gewohnt die Messe. Natürlich gab es auch hier eine Ausnahme: Einige seiner Amtskollegen standen an seiner Seite. Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier, sein Vorgänger in der Großgemeinde Schmitten, war gekommen, ebenso Pfarrer Walter Henkes, der bis vor einigen Monaten in Schloßborn tätig war und seither in Mengerskirchen eingesetzt ist. Weiter war Klaus Schmidt dabei, ehemaliger Pfarrer in Idstein, unter dessen Regie Meiller als Kaplan gearbeitet hatte. Pfarrer Friedrich Glöckler aus Königstein und Olaf Lindenberg, zuständig für den neuen Pastoralen Raum Königstein-Kronberg-Schloßborn, zollten ihm durch ihre Anwesenheit und Unterstützung ebenfalls Respekt.
In seiner Predigt nahm Pfarrer Meiller drastische Worte in den Mund: "Mit der Kirche will ich nicht scheiße aussehen." Das war natürlich nicht seine eigene Ansicht, sondern die eines Jugendlichen, die er zum Aufhänger für eine Ansprache genommen hatte, um auf das Gegenteil herauszukommen. Aber er predigte nicht nur vom Christsein und was dazu gehört, sondern er zeigte auch etwas von seiner menschlichen Seite. Offen und ehrlich richtete er das Wort an diejenigen in der Gemeinde, denen er etwas schuldig geblieben ist und bat hierfür um Verzeihung. Und er dankte für die mitfühlende Sorge vieler Gemeindemitglieder, die ihm in den zwölf Jahren seines Wirkens in der Gemeinde Schmitten, später im Pastoralen Raum Schloßborn-Schmitten, zuteil wurde. Danke sagte er auch den Menschen, die sich in kirchlichen Gremien und für christliche Belange eingesetzt haben.
Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst durch den Kirchenchor Schmitten unter der Leitung von Martin Herrmann. Die über 50 Sänger verabschiedeten Meiller mit dem Lied "Weiß ich den Weg auch nicht . . .". Dieses nahm Carola Herr vom Kindergarten Oberreifenberg zum Anlass, dem künftigen Pfarrer für Frankfurt-Riedberg eine Laterne zu schenken. Nicht ohne ihn mit ehrlichen und herzlichen Worten an die Zusammenarbeit zu erinnern.
In einer zur Karnevalszeit passenden humorvollen Rede verpackten die Seelenbergerin Petra Händler und die Oberreifenbergerin Manuela Gahler den Werdegang des scheidenden Pfarrers, aber auch einige Stärken und Schwächen. Vor allem seine ausufernden Predigten kamen immer wieder zu Wort. Birgit Grohmann vom Schmittener Pfarrgemeinderat überreichte ein Panoramabild der Kirche, damit er diesen Anblick auch in Frankfurt genießen kann. Der ökumenische Förderkreis war durch Manuela Bernhard und Pastor Ralf Gründler vertreten, ein Grußwort der Pfarrgemeinden Glashütten-Schloßborn sprachen Johannes Dorn, Carola Murmann, Dagmar Rehme und Anka Cordes-Leick. Für die Zivilgemeinde Schmitten war der Erste Beigeordnete Georg Goik (Grüne), für Weilrod Klaus-Peter Datz (FWG) vertreten.
Zahlreiche Geschenke
Während, aber auch nach dem Gottesdienst bei einem Sektempfang nutzten noch viele Bürger die Möglichkeit, sich von Pfarrer Hanns-Jörg Meiller zu verabschieden und in Erinnerungen zu schwelgen. Gerhard Heere, Geschäftsführer des Tourismus- und Kulturvereins, überreichte ihm dabei eine Miniaturausgabe des Gipfelkreuzes, und das war nicht das letzte Geschenk, das Meiller an diesem Abend bekam.
Doch nicht alle waren voll des Lobes, auch eine Kritik gab es. Roland Usinger erinnerte während des Gottesdienstes daran, dass unter Pfarrer Meiller der Pflegedienst der Franziskanerinnen in Oberreifenberg geschlossen wurde. Dies sei ein herber Schlag für die Gemeinde gewesen, stellte der Oberreifenberger Hotelbesitzer erbost fest.



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