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Landschaften der Sehnsucht
Was von der Tradition der Kronberger Malerkolonie im 21. Jahrhundert geblieben ist
Wie hat sich die Landschaftsmalerei seit dem 19. Jahrhundert verändert? Wer sich für diese Fragestellung interessiert, sollte die Ausstellung in der Streitkirche nicht verpassen.
Von Boris Schöppner
Kronberg. ![]()
Wohin mit dem Bild, fragt der Künstler auf dem Bild, das Robert Haiss gerade an die Wand hängt.Wenn Schriftsteller kein Thema haben, schreiben sie mitunter übers Schreiben oder über die Probleme damit. Das ist manchmal interessant, oft aber auch nicht – was gehen mich die Schreibblockaden anderer Leute an? Amüsant auf jeden Fall ist, wenn sich Robert Haiss mit der Kunst auseinandersetzt. Haiss ist Maler und hat für die Ausstellung "Begegnungen", die am morgigen Sonntag um 11 Uhr in der Streitkirche eröffnet wird, Themen der Künstler aus der Kronberger Malerkolonie neu interpretiert. Bei einer Ausstellung in der Streitkirche und bei Streifzügen durch Kronberg hat Haiss seine Motive gefunden.
Das Bild im Bild
Immer wieder tauchen dabei Bilder in den Bilder auf, die mal an einem Papierkorb lehnen, mal in Übergröße den Blick auf einen Teil des eigentlichen Bildes verdecken. In einem Fall lehnt der Künstler in einem kahlen Wald an einem riesigen Keilrahmen, sodass das Bild etwas Surreales bekommt, wenngleich es sich stilistisch an den Bildern der Malerkolonie orientiert. "Mir geht es immer auch um das mögliche Bild", sagt der Künstler, während er seine Bilder noch in die richtige Position an der Wand bringt. Etwa das Selbstporträt, das ihn auf einem Heuwagen liegend zeigt, wie er ein Bild betrachtet, das an einem Baum hängt.
Kai Hackemann sieht in seinen Arbeiten eine aktuelle Auseinandersetzung mit der Geschichte der deutschen Malerei, insbesondere mit den großen Themen der Romantik, die wiederum nicht ohne Einfluss auf die Kronberger Malerkolonie blieb. Dazu zählen das Entdecken der eigenen Umgebung, das Reisen, die Einsamkeit, die Sehnsucht und die Musik. "Den Harfenisten auf dem Boot habe ich allerdings durch das Tuckern des Schiffdiesels auf dem Rhein ersetzt", erklärt Hackemann, der schon zahlreiche Male in Kronberg ausgestellt hat.
Um Sehnsucht geht es auch in einigen der Arbeiten von Sybille Kroos. Die Penck-Schülerin mag es bunt und großformatig. Aus Papier und Holz schafft sie räumlich gestaffelte Bilder. Die Künstlerin hat sich Titelblättern von Groschenromanen angenommen und die Abbildungen in verschiedenen Techniken variiert. Eines der Ergebnisse heißt "schöne Heimat".
"Begegnungen" wird am Sonntag um 11 Uhr eröffnet und ist dann bis zum 25. März im Museum Kronberger Malerkolonie, Tanzhausstraße 1 a, zu sehen. Das Museum ist mittwochs von 15 bis 18 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.



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