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Liberale Liebeserklärung an Krebs
FDP wirbt für seine Wiederwahl – Dießner (Grüne) hat bisher nur seine eigene Partei hinter sich
Für Amtsinhaber Ulrich Krebs (CDU) läuft es gut, er erhält Wahlkampfhilfe aus dem Lager des politischen Gegners. Und es scheint so, dass sein Gegenkandidat bei der Landratswahl, Norman Dießner, nur von "seinen" Grünen unterstützt wird.
Von Nadine Klein
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Ulrich Krebs (CDU) Hochtaunus. Es hat etwas von einer Liebeserklärung: Die FDP sagt Amtsinhaber Ulrich Krebs (CDU) nicht einfach nur ihre Unterstützung für die am 22. Januar anstehende Landratswahl zu, sondern lobt ihn in den höchsten Tönen und stellt ihn so über seine Partei, die die Liberalen bekanntlich nach der Kommunalwahl zugunsten der SPD in die Opposition geschickt hat. So heben Parteichef Dr. Stefan Ruppert und Fraktionschef Dr. Frank Blechschmidt hervor, dass es sich um eine Persönlichkeitswahl handelt – und: "Die Person Ulrich Krebs steht für eine Kontinuität bürgerlicher Politik im Hochtaunuskreis, die die Liberalen mitgeprägt haben." Die FDP schätze "die Art und Weise, in der er das Amt führt – sachlich, menschlich und ergebnisorientiert". Er trete für viele Ziele der Liberalen ein, und auch wenn es in der Tagespolitik, etwa in der Haushaltsdebatte, deutliche Differenzen zwischen den Liberalen und der Koalition gebe, so spielten diese bei einer Entscheidung über eine Unterstützung bei dieser Personenwahl doch eine untergeordnete Rolle. Sowohl in der Fraktion als auch im Parteivorstand sei die Entscheidung für eine Unterstützung einstimmig gefallen.
Ob sich auch die SPD in der kommenden Woche unisono so entscheidet, bleibt abzuwarten. Partei- und Fraktionschef Dr. Stephan Wetzel verwies gestern lediglich darauf, dass die Sozialdemokraten im Koalitionsvertrag nur dazu verpflichtet seien, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen und keinen außerhalb der Koalition zu unterstützen, es aber noch offen sei, ob es zu einer Empfehlung für Krebs kommen werde. Doch dies scheint naheliegend, schließlich soll die Koalition noch ein paar Jahre funktionieren.
Bei der FWG, ebenfalls von der CDU im Frühjahr verprellt, geht die Tendenz dahin, keinen der beiden Kandidaten zu unterstützen. "Ich denke, die Freien Wähler tun gut daran zu sagen, dass sie sich für gar keinen entscheiden", gab Vorsitzende Karin Birk-Lemper die Stimmung wieder. Noch stehe allerdings ein Gespräch mit Krebs aus.
Ähnlich sieht‘s Michael Geurts, einziger Vertreter der Piratenpartei im Kreistag: "Wir sollten jeden Wähler frei entscheiden lassen." Dies sei zumindest seine persönliche Meinung, in der Partei werde darüber noch diskutiert. Bei den Linken wird heute Abend im Vorstand entschieden, doch Vorsitzende Christina Gabelmann-Henz sieht ebenfalls die Tendenz, dass sich ihre Partei weder von Krebs noch von Dießner vertreten fühle.
Die beiden Kandidaten zeigten sich gleichermaßen nicht überrascht über das Stimmungsbild. "Ich habe mit diesen offiziellen Statements gerechnet", sagte Dießner. Wie sich die Wähler entscheiden, sei aber eine andere Sache. Er wolle keinesfalls nur der Kandidat der Grünen sein und werde auch noch auf alle Parteien zugehen.
Dies hat auch Krebs vor. Über die Unterstützung der FDP freue er sich sehr – umso mehr, als sie nicht als Koalitionspartner auserwählt wurde. Mit Blick auf die auserwählte SPD meinte er, er gehe davon aus, dass sie seine Kandidatur positiv begleite.



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