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Hahner-Twins: Aus zwei mach vier

Was hat Euch dazu motiviert, die Marathonstaffel als Schwesternquartett zu laufen? Lisa: Anna und ich hatten diese Idee schon vor einiger Zeit gehabt und oft bei unseren gemeinsamen Trainings darüber gesprochen. Laufen verbindet Menschen und auch uns als Familie.

Was hat Euch dazu motiviert, die Marathonstaffel als Schwesternquartett zu laufen? Lisa:Anna und ich hatten diese Idee schon vor einiger Zeit gehabt und oft bei unseren gemeinsamen Trainings darüber gesprochen. Laufen verbindet Menschen und auch uns als Familie.

Trainiert ihr viel zusammen? Anna:Früher ja, zeitweise bis zu 100 Prozent. Seit Lisa in Berlin wohnt, ist es aber weniger geworden.

Wie teilt ihr Euch am 28. Oktober die Strecke auf? Lisa: Anna wird Startläuferin sein und 12,9 km absolvieren, auf sie folgt Charlotte mit 6,1 Kilometern und Natalie, die 9,5 Kilometer läuft. Ich mache dann die Schlussetappe mit 13,5 Kilometern und freue mich den Gänsehautmoment beim Zieleinlauf in die Festhalle gemeinsam mit meinen Schwestern zu erleben. Ich bin ja schon dreimal in Frankfurt gestartet und freue mich sehr auf dieses einzigartige Erlebnis.

Haben Sie alle gemeinsam trainiert? Wie wollen Sie das Rennen angehen? Natalie:Der gemeinsame Spaß und das Erlebnis stehen im Vordergrund, erst dann die persönlichen sportlichen Erfolge. Wir laufen auf sehr unterschiedlichem Niveau, unsere kleine Schwester Charlotte am wenigsten. Aber sie hat in der Vorbereitung gemerkt, dass Laufen Spaß macht und zieht jetzt auch öfter mal die Laufschuhe an.

Lisa:Mal sehen, was Anna an Zeit vorlegt, als Schlussläuferin werde ich versuchen, aufzuholen. Ich will meine Strecke flott als Trainingslauf absolvieren. Insgesamt lassen wir es aber locker angehen und schauen halt mal, was dabei rauskommt.

Anna:Wir haben uns letztes Wochenende alle bei unseren Eltern getroffen und dabei eine Trainingseinheit Kräftigung und Stabilisierung gemacht. Das Lauftraining haben dann Natalie und Charlotte zusammen absolviert, ich bin mit Lisa gelaufen.

Frauen im Sport, wie stehen Sie zu dem Thema? Anna:Das ist für uns alle vier wichtig. Es gibt viele tolle Frauen auf den Langstrecken, aber trotzdem noch manchmal Vorbehalte: Ist das gesund? Schadet das fürs Kinderkriegen? Aber das ist natürlich Quatsch, Laufen tut jeder gut. Auch, wenn man sich traut und mit Männern trainiert und läuft.

Lisa:Anna und ich haben zusätzlich die Motivation, dass wir mal Katherine Switzer kennen gelernt haben, die als erste Frau offiziell bei einem Marathon gestartet ist. Und mit anderen weiblichen Ikonen des Langstreckenlaufes befreundet sind

Wie sind Eure Erfahrungen bei Wettkämpfen? Lisa:Ich habe von einer Studie gelesen, dass die körperlichen Unterschiede weniger bedeutsam werden, je länger die Strecke ist. Es gibt Ultraläufe, bei denen Frauen auch in der Gesamtwertung führend sind. Aber wir stellen nicht das Geschlecht in den Vordergrund, es ist nicht unser Ziel, uns mit Männern zu vergleichen, sondern als Frauen etwas Gutes zu leisten.

Also kein spezieller Frauenfaktor? Anna:Auf Frauenläufen gibt es schon eine ganz andere Energie als bei gemischten Veranstaltungen und es gibt auch viele Frauen, die sich nur dort und sonst nicht zu Wettbewerben trauen.

Lisa:Beim Marathon haben viele Männer das Ziel, schneller als die schnellste Frau zu laufen. Wir nehmen das mit Humor und Lockerheit.

Habt Ihr Tipps, für Frauen, die Lust aufs Laufen haben, sich aber noch nicht an die Langstrecken herantrauen? Lisa:Ja, anfangen! Das ist das wichtigste. Regelmäßig laufen, mit Trainingsplan oder Laufgruppe. Und unterschiedliche Reize setzen, nicht immer die gleiche Strecke zur gleichen Zeit auf dem gleichen Untergrund im gleichen Tempo. Mit Krafttraining keine dicken, aber hochwertige Muskeln aufbauen und auch mal besondere Einheiten wie Treppen- oder Bergläufe einlegen.

Für Bergläufe habt Ihr in Eurer Heimat Rhön eine gute Grundlage... Anna:Ja, das stimmt, die Rhön ist gutes Laufterrain, sehr abwechslungsreich. Und wir haben uns gegen schlechtes Wetter abgehärtet, zum Beispiel hatten wir früher in unserer Trainingsgruppe immer die Regel: Tempoläufe in kurzen Hosen, auch wenn Schnee lag. Das ist Rhöner Robustheit.

Charlotte, Natalie, wie ist Eure Lauf-Erfahrung, warum lauft Ihr nicht wie Eure Schwestern die Langstrecken dieser Welt? Charlotte:Mein Ding ist eher Krafttraining. Beim Marathon stehe ich aber immer gerne mal an der Strecke und jetzt freue ich mich darauf, mal selbst dabei zu sein.

Natalie:Ich laufe schon gerne auch längere Strecken, mache bei Volksläufen mit oder bei Triathlon- und Trailrunning-Veranstaltungen. Für mich ist das ein toller Ausgleich, ich genieße die Natur und treffe Freunde.

Warum unterstützt Ihr die Mainova-Aktion zum Thema Frauen und Laufen? Lisa:Manchmal hören wir: „Ihr seid doch dünn genug“, aber darum geht’s doch überhaupt nicht. Beim Laufen kann man seine eigenen Grenzen entdecken und erweitern, kann sich Ziele setzen und dies dann konsequent verfolgen. Außerdem treffen wir Leute und Kulturen aus allen Ländern und das macht einfach Freude, das ist super-cool. Und wir wollen erreichen, dass mehr Frauen das auch machen.

Wie wurde Euer Engagement bisher von Fans aufgenommen? Lisa:Die Leute in unserem Hahnertwins Running Club sind total begeistert. Denn es geht ja auch um das gleiche Ziel wie im Club: Menschen zusammenbringen, egal, ob das Profis, ambitionierte oder „normale“ Hobbyläufer sind. Manche aus dem Club starten selbst in Frankfurt und sicher werden viele das Rennen und unsere Staffel verfolgen.

Anna:Und auch sonst haben wir positives Feedback aus den sozialen Medien bekommen.

Charlotte, Natalie, könnt Ihr euch die Volldistanz als Herausforderung für nächstes Jahr vorstellen? Natalie:Für mich ist die Marathondistanz eine magische, die ich schon lange herbeisehne. Jetzt starte ich wirklich, mal sehen, ob ich das Fernziel Mainova Frankfurt Marathon nächstes Jahr erreichen kann.

Charlotte:Im Moment würde ich das noch nicht sagen. Wenn ich zehn Kilometer laufe, dann finde ich das schon prima, für mich wäre ein Halbmarathon der nächste Schritt.

Und habt ihr bereits konkrete Pläne für weitere Starts bei Großevents, Lisa und Anna? Lisa:Ja, ich will im Dezember in Valencia starten und bin gedanklich auch schon bei den nächsten beiden Olympischen Spielen 2020 und 2024, da will ich unbedingt dabei sein. Vielleicht klappt es ja auch noch 2028.

Anna:Ich hatte in diesem Jahr zwei Verletzungen, im Frühjahr einen Sehnenanriss im Oberschenkel und im Herbst jetzt ein Ödem im Becken. Die sind beide ausgeheilt, medizinisch bin ich gesund, und nun gilt es, behutsam aufzubauen. Das primäre Ziel ist es gesund zu bleiben, und qualitativ hochwertig trainieren zu können. Dann kommen die guten Leistungen und Erfolge von alleine.

Lisa:Was wir uns tatsächlich beide vorstellen können, nach Ende des Leistungssports, sind noch längere Distanzen, Landschafts- oder Ultraläufe, bei denen man wirklich ganz eins mit der Natur ist.

Anna:Aber solange die Zeiten zählen, heißt unsere Distanz: 42,195 Kilometer.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Spaß am 28. Oktober beim Mainova Frankfurt Marathon.

Steckbriefe Hahner-Geschwister

Anna Hahner

Geburtsort:                 Hünfeld

Geb.-Datum:              20.11.1989

Erfolge:

Teilnahme Olympische Spiele in Rio 2016

Siegerin Hannover Marathon 2016 und Wien Marathon 2014

Beste Europäerin Berlin Marathon 2017

Marathon Persönliche Bestzeit: 2:26:44h








Lisa Hahner

Geburtsort:                 Hünfeld

Geb.-Datum:              20.11.1989

Erfolge:                       

Teilnahme Olympische Spiele in Rio 2016

Deutsche Meisterin Marathon 2015

Marathon Persönliche Bestzeit: 2:28:39h








Natalie Hahner

Geb-Datum:               22.07.1988

Beruf/Ausbildung:       Projektleiterin Finanzierung und Vertrieb

Hobbies:                     Laufen, Radfahren, Klettern








Charlotte Hahner

Geb-Datum:               26.03.1998

Beruf/Ausbildung:       Ausbildung zur Automobilkauffrau

Hobbies:                     Krafttraining, Kochen, Autos

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