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Stadtgeflüster

Bäppi kann auch James Bond

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Gestern feierte „Specktre“, Bäppi La Belles Interpretation eines Agententhrillers, Premiere. Mehr als 400 Fans und Freunde waren ins Kinopolis am Main-Taunus-Zentrum „gepilgert“, um den Streifen zu sehen.

Sein Kindheitstraum ist gestern in Erfüllung gegangen: Seit Bäppi La Belle zum ersten Mal den Kinoklassiker „Goldfinger“ aus der Reihe um den britischen Superagenten James Bond  gesehen hatte, wollte er auch einen solchen Film drehen. Gestern feierte „Specktre“, Bäppi La Belles Interpretation eines Agententhrillers, Premiere. Mehr als 400 Fans und Freunde waren ins Kinopolis am Main-Taunus-Zentrum „gepilgert“, um den Streifen zu sehen.

Am Ende des 45-Minüters gibt es minutenlang stehende Ovationen, manche rufen „Bäppi, Bäppi“. Der kommt auch prompt auf die Bühne und erzählt von einem Gespräch, das er mit Gabriel Groh  führte. Das ist der Mann, der bei ihm für die Musik zuständig ist. Auch für „Specktre“ komponierte er sie. „Der gute Gabriel hat mich gefragt, ob der Film einen Sinn hat“, berichtet Thomas Bäppler-Wolf, wie Bäppi La Belle mit bürgerlichem Namen heißt. Nicht so wirklich, lautete die Antwort des Meisters. Es gehe viel mehr darum, vom Alltag abzuschalten und Spaß zu haben. So sieht es auch Alexander Beck, der in der Parodie die Hauptrolle der Figur „0014“ inne hat. „Wir haben Spaß gehabt bei den Aufnahmen“, erzählt er. Den hatten die Besucher auch.

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Die Story ist lustig: Bundeskanzlerin Angela Merkel  wird entführt, Queen Elizabeth  erpresst und James Bond kann nicht eingreifen, weil Lia Wöhr, gespielt von Bäppi (so wie etliche andere Rollen auch), sich in ihn verliebt hat. Bond ist nämlich mit einem Virus infiziert, der alle Briten zu Hessen macht und Gin in Ebbelwei verwandelt. So viel zur Handlung . . . Eigens für den Dreh hatte Bäppi la Belle Martin Langanke  engagiert. Er spielt Mr. Bond, weil er Daniel Craig  zum Verwechseln ähnlich sieht. Deshalb hatte er den Schauspieler bei den Dreharbeiten zu „Ein Quantum Trost“ auch zwei Tage lang gedoubelt. Langanke hatte aber nur einen kurzen Auftritt. „Ich bin vollkommen zufrieden“, sagte er nach der Premiere. Er könne zwar immer noch kein Hessisch babbeln, „aber dadefür weiß ich jetzt Ebbelwei und Handkäs’ mit Musik zu schätzen“. Begeistert zeigt sich ProduzentRené Parmantier. „Der Film ist kurzweilig und super. Eine sehr gute Werbung für Frankfurt.“ Er findet ihn derart gut, dass er den Streifen bei Festivals ins Rennen schicken möchte. „Unter anderem bei der Berlinale“, sagt er. Unter den Zuschauern war neben der „Tatort“Regisseurin Silvia Hoffman  auch Regisseur Rolf Silber, der unter anderem den Kassenschlager „Echte Kerle“ gedreht hat. „Die Geschichte Bonds muss nach dem heutigen Tag umgeschrieben werden“, sagt er, „ich hoffe, dass Bäppi noch viele Filme auf die Schippe nimmt. Ich hätte mich nicht an eine solche Parodie getraut, weil die Vorlage so groß ist. “ Den Film „Specktre“ lobt er als „großartig“. „Ich bin geplättet“, bewertet Hoffmann Bäppis Werk. Sie hat 15 Folgen der ARD-Kult-Krimiserie „Tatort“ gedreht. „Wenn man einmal anfängt Quatsch zu machen, dann läuft es irgendwann von allein“, sagt sie. „Und Bäppi hat einen lieben, herzlichen Humor, der einfach menschlich ist.“

Zufrieden ist auch Petra Roth: Frankfurts ehemalige CDU-Oberbürgermeisterin spielt im Film, der ursprünglich nur als Einspieler gedacht war, die Rolle der „M“ – die im „echten James Bond“ die Chefin des MI 6, also des britischen Geheimdienstes ist. „Die Aufnahmen waren ein Abenteuer“, erinnert sich Petra Roth. „Wir haben drei Stunden gebraucht, um nur wenige Minuten im Kasten zu haben“, erzählt sie. „Es war das erste Mal für mich, dass ich als Schauspielerin tätig war“, sagt sie. Blut geleckt hat sie jedoch nicht: „Ich habe viel Respekt vor dem Beruf des Schauspielers.“

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