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Nach langer Zeit wieder in Frankfurt und erstmals in der neuen Altstadt: Alexandra Seefisch.

Stadtgeflüster

Die Buhlschaft sehnt sich nach der Bühne

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Sie kehrt zurück an den Ort, wo sie einst die Rolle der Buhlschaft verkörperte. Doch seit der Inszenierung des „Jedermann“ von der jüngst verstorbenen

Sie kehrt zurück an den Ort, wo sie einst die Rolle der Buhlschaft verkörperte. Doch seit der Inszenierung des „Jedermann“ von der jüngst verstorbenen Theaterlegende Wolfgang Kaus mit Everybodys Darling Ralf Bauer in der Hauptrolle hat sich rund um den Kaiserdom viel getan. Für die Frankfurter Schauspielerin Alexandra Seefisch ist es der erste Besuch, seitdem die neue Altstadt eröffnet wurde.

„Ich bin beeindruckt“, sagt die 42 Jahre alte Sängerin und Schauspielerin, die einst in der Serie „Verliebt in Berlin“ Doreen Lindbergh verkörperte. „Es ist alles sehr stilvoll und wunderschön“, so die zweifache Mutter, die seit Jahren schon in der Schweiz wohnt. „Mir ist auch aufgefallen, dass die Skyline wächst und gedeiht“, berichtet sie von ihren Beobachtungen nach einem Rundgang.

So manches Mal plage sie schon das Heimweh, gibt Alexandra Seefisch preis. Auch nach etwas anderem verspürt sie hin und wieder Sehnsucht: nach der Schauspielerei. Denn die kam in den vergangenen Jahren zu kurz. Kinderkriegen, Kinder pflegen, „nebenbei“ noch ein Fernstudium Kulturmanagement – „mit Abschluss“.

So ganz en passant war das alles auch nicht zu meistern. „Ich dachte, es wäre leichter. Aber die Kombination, auch mit den Kindern, war nicht ohne“, analysiert Alexandra Seefisch rückblickend.

Als „großen Kraftakt“ für sie und die Familie bezeichnete sie die zurückliegenden Jahre. „Aber ich habe unglaublich viel gelernt.“ So viel, dass sie aus dem Studium heraus ein eigenes Projekt ins Leben rief. Nun unternahm sie mit ihrem Mann Michael Furler vor Kurzem einen Trip nach Hause, zu Mutter Ulrike, aber auch, um das Vorhaben zu präsentieren, an dem sie etliche Jahre lang gearbeitet hat. Es sei darum gegangen, „für die Stadt Chur ein neues Kulturleitbild zu entwickeln“. Das ist ihr gelungen. Noch bis zum Ende des Monats läuft die zweite Ausgabe der Veranstaltung mit dem Titel „Sagen- und Märchentage Chur“ in dieser Stadt in der Hauptstadt des Kantons Graubünden, deren Thema in diesem Jahr „Die Alchemie – von Paracelsus, Goldmachern und dem Stein der Weisen“ ist.

Alexandra Seefisch ist gemeinsam mit ihrem Mann die künstlerische Leiterin und Produzentin. Den Job angenommen habe sie unter anderem auch, „weil Chur die Partnerstadt von Bad Homburg ist. Und ich kenne beide Städte gut“. Zudem habe die Frankfurter Nachbargemeinde auch ein hochkarätig besetztes Literaturfestival.

„Es wäre doch klasse, wenn es zu einem kulturellen Austausch kommen würde“, hofft Alexandra Seefisch, die auch eigens nach Bad Homburg zu den Verantwortlichen reiste, um ihnen ihr Chur-Projekt vorzustellen, bei dem sie als Mitproduzentin auch eine musikalische Märchenlesung mit der Schauspielerin Katharina Thalbach auf die Beine gestellt hat.

„Die Schauspielerei habe ich nicht an den Nagel gehängt“, betont sie, obwohl man das denken könnte, bei dem vielen, das sie so macht. „Ich habe vor, in meinem Beruf auch wieder aktiv zu werden, und mich um Rollen zu kümmern“, erklärt sie.

Jetzt sei wieder ein wenig Zeit dafür. „Aber ich bin keine Freundin davon, alles auf einmal und alles in einer Person zu machen.“ Außerdem sei die Aufgabe, ein solches Festival zu leiten „eine sehr anspruchsvolle“. Auf der Bühne zu stehen und zu spielen, sei ebenso voller Anspruch. Da ist eins klar: Es gibt nur ein entweder oder. „Mich hat einfach gereizt zu erleben, was hinter den Kulissen geschieht.“ Aber das hat sich auch gelohnt. Denn es gab eine weitere Neuheit in Alexandrea Seefischs Leben: Die szenische Bearbeitung des Theaterabends „Die Rose des Paracelsus“.

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