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Ärztin und Autorin: Yael Adler stellte gestern ihr neues Buch in Frankfurt vor.

Stadtgeflüster

Ärztin und Autorin: Yael Adler in Frankfurt

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Ursprünglich wollte sie Journalistin werden. Aber ihrer Eltern gaben ihr einen anderen Rat: Einen Beruf zu wählen, mit dem sie überall auf der Welt Fuß fassen

Ursprünglich wollte sie Journalistin werden. Aber ihrer Eltern gaben ihr einen anderen Rat: Einen Beruf zu wählen, mit dem sie überall auf der Welt Fuß fassen könne. So studierte Yael Adler Medizin  und wurde dazu noch Bestsellerautorin. Die beiden Bücher der gebürtigen Frankfurterin landeten auf der Bestsellerliste des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. „Haut nah“ und jetzt „Darüber spricht man nicht“. So ist sie dem Journalismus auf ihrer Weise nah gekommen.

Die zweifache Mutter, die mit einem Zahnarzt verheiratet ist, ist nicht nur enorm eloquent, sondern auch sehr schön anzusehen. Kein Wunder, dass sie mittlerweile seit 28 Jahren fürs Fernsehen arbeitet. Vor Kurzem erst war sie wieder in Frankfurt. Zum einen wegen der Buchmesse, zum anderen, um mit Laura Karasek, der Tochter des Literaturkritikers Hellmuth Karasek bei deren Sendung als Gast dabei zu sein.

Gestern Abend war sie in der Buchhandlung Hugendubel an der Hauptwache zu Gast, wo sie aus ihrem neuesten Buch las. „Als Schülerin habe ich schon geschrieben“, erzählte sie, wie sie zum Schreiben kam. Vielleicht spielt es auch eine Rolle, dass Yael Adler aus einer Akademikerfamilie stammt. Ihr Vater Karl Erich Grözinger ist Judaist und Religionswissenschaftler, und die Mutter Elvira Grözinger arbeitet als Literaturwissenschaftlerin „und sie war persönliche Referentin von Ignatz Bubis“. Das sind wahrlich nicht die schlechtesten Voraussetzungen für eine Nebenlaufbahn als Schriftstellerin.

Eins ist klar: Yael Adler ist Ärztin durch und durch. „Mein erstes Ziel ist es zu heilen. Um so glücklicher ist es, wenn es ihr auch durch ihre Bücher gelingt – mit ihren Werken erreiche sie mehr Menschen als in der Praxis, die sie in Berlin betreibt. Größer sei der Ansturm auf ihrer Praxis durch die erfolgreichen Bücher nicht geworden. „In Berlin haben wir ohne Ende Patienten“, sagt sie. „Ich bin geritten von der Leidenschaft für den Körper und ich finde die Haut toll“, so die Dermatologin, die zunächst Sachbücher verfasste, Vorträge hielt und versuchte, den Informationsgehalt mit Unterhaltung zu verbinden. „Ich habe einfach Spaß daran, Dinge humorvoll rüberzubringen“, erhält die 45-Jährige, die am Liebsten Sachbücher liest. Doch die Medizinerin, die in Frankfurt Humanmedizin studierte und später am Universitätsklinikum promovierte, sagt, sie betreibe „eine sehr ganzheitliche Medizin“. Denn eines sei ihr in ihren gut 20 Jahren, in denen sie diesen Beruf ausübt, aufgefallen. „Es ist wichtig, hochspezialisierte Ärzte zu haben, aber auch solche, die über den Tellerrand hinausschauen“, mahnt Yael Adler. Die Frau, die zurzeit aus dem Koffer lebt, weil sie sich auf Lesereise befindet – „morgen bin ich in Köln“ – sitzt auch schon an ihrem nächsten, ihrem dritten Buch. Zumindest gedanklich. „Mir gehen gerade zwei Themen im Kopf herum“, berichtet sie. Und einen Traum hat sie auch noch. Sie hätte gern ein eigenes Fernsehformat.

(es)

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