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Ivy Quainoo (25) gewann die erste deutsche ?Voice?-Staffel.

Eurovision

ESC: Sechs Kandidaten für den Vorentscheid im Februar ausgewählt

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In den letzten Jahren landete Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) weit hinten. Nun soll das anders werden – durch erfolgreiche Kandidaten der Show „Voice of Germany“. Und mit einer Entscheidung soll vielleicht ein alter Fehler wiedergutgemacht werden.

Der Vorentscheid ist mal wieder ein „radikaler Neuanfang, bei dem nichts so bleiben soll, wie es in den letzten Jahren war.“ Das betont ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, der beim federführenden Sender NDR für den Eurovision Song Contest zuständig ist. Dieses ständige Sich-selbst-Neuerfinden soll eine weitere Blamage verhindern. War doch Deutschland bei dem internationalen Gesangswettbewerb in den vergangenen Jahren zwei Mal auf dem letzten und einmal auf dem vorletzten Platz gelandet. Nun stehen sechs Kandidaten für den nächsten Vorentscheid fest – und einer von ihnen soll den deutschen Ruf beim ESC-Finale in Lissabon retten.

Um das zu gewährleisten, war das Prozedere noch komplizierter als sonst, wurden erst einmal die Auswählenden langwierig ausgewählt. Ein 100-köpfiges Eurovisions-Panel mit internationalem Musikgeschmack sollte neben Musikexperten dabei helfen, aus den 4000 Vorentscheid-Bewerbern auszusieben. Das Panel wurde laut NDR durch einen „mehrstufigen „Auswahlprozess“ gefunden, bei dem Simon-Kucher & Partners, Experten für komplexe Datenmodelle, und die Voting- und App-Experten von digame mobile mitwirkten“.

Die Musikexperten wählten zunächst 211 Kandidaten aus, das Panel daraus die besten 17. Danach gab es Workshops. Und was kam bei all dem heraus? Sechs Kandidaten, von denen drei Teilnehmer der Castingshow „Voice of Germany“ sind. Das wirkt nicht wie ein völlig neuer Ansatz, eher wie alter Wein in neuen ESC-Schläuchen.

Die aktuellen „Voice“-Gewinnerin Natia Todua (21) aus Georgien, die in Bruchsal lebt, könnte allerdings tatsächlich gute Chancen haben – böte doch ihre Herkunft eine gute Chance, Stimmen aus den Kaukasus-Ländern und Osteuropa zu bekommen. Beim Sieg des Weißrussen Alexander Rybak für Norwegen 2009 ging dieses Prinzip auf.

International erfolgreich könnte auch die Siegerin der ersten Staffel, Ivy Quainoo (25), sein. Sie war die bislang erfolgreichste Gewinnerin der Casting-Show, tourte mehrmals durch Deutschland und lebt in New York.

Die Auswahl der Münchener Band voXXclub mit ihrem Stil „neue Volksmusik“ soll vielleicht einen Fehler von 2013 gut machen. Damals sahen viele Zuschauer die bayerische Band LaBrassBanda vorn, durch ein umstrittenes Urteil der Fachjury siegte jedoch Cascada beim Vorentscheid – und kam beim ESC in Malmö auf einen kläglichen 21. Platz.

Auch männliche Einzelsänger, auf die Deutschland seit Roman Lob 2012 nicht mehr setzte, sind wieder im Spiel: Michael Schulte (27) aus Norddeutschland, der in der ersten „Voice“-Staffel 2012 Dritter wurde, tritt im Vorentscheid ebenso an wie der 22-jährige Xavier Darcy (22) aus München. Der sechste Kandidat Rick (Ryk) Jurthe, kommt immerhin aus Bad Nenndorf, also aus der Nähe der ESC-Siegerin-Lena-Stadt Hannover. Vielleicht reicht das ja manchen als gutes Omen.

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