Einer meiner Looks während der Fashion Week.
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Einer meiner Looks während der Fashion Week.

Mode-Bloggerin auf der Fashion Week

So habe ich die Fashion Week in Berlin erlebt

  • vonDeliah Eckhardt
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Mysterium und Massenatraktion: Die Modewelt fasziniert Millionen Menschen. Mode beeinflusst letztlich jeden von uns - ob bewusst oder unbewusst. FNP-Mitarbeiterin und Mode-Bloggerin Deliah Eckhardt war in den vergangenen Tagen auf der Berliner Fashion Week unterwegs und berichtet von ihren Erlebnissen.

Montag

9 Uhr: Auf zur Berliner Fashion Week: Pünktlich komme ich wie ein Packesel beladen am Frankfurter Flughafen an - das Flugzeug aber leider nicht. Zwei Stunden Verspätung. Während die arme Flughafenangestellte hinter dem Schalter von pöbelnden Fluggästen belagert wird, nutze ich meinen Handgepäckskoffer als provisorischen Tisch und schreibe an einem Artikel für meinen Blog. Ich kann mich zurücklehnen, denn ich reise einen Tag früher nach Berlin als sonst und habe somit keinen Zeitdruck. Für diesen Einfall klopfe ich mir gedanklich selbst auf die Schulter. 14.30: Der Pilot drückt aufs Gas, in Rekordzeit erreichen wir Berlin-Tegel. Dort holt mich meine Fotografin Annette ab: Sie fotografiert mich nicht nur regelmäßig für meinen Blog, sondern begleitet mich auch während der Fashion Week. Den Rest des Tages nutzen wir dazu, unseren Zeitplan zu organisieren, denn wenn es während der Modewoche an einem mangelt, dann an Zeit - und an regelmäßigen Mahlzeiten.

Dienstag (Offizieller Erster Tag der Fashion Week)

12 Uhr: Let Fashion Week begin! Erster offizieller Programmpunkt: Das Fashion-Blogger-Café, eine Veranstaltung, bei der Mode- und Lifestyle-Blogger aus ganz Deutschland zusammenkommen. Es werden Häppchen und Drinks serviert, Marken stellen ihre Produkte aus. Man kennt sich, man drückt sich, und ja - man begutachtet sich auch. Wer an dieser Stelle behauptet, die Fashion Week sei ein einziges Sehen und Gesehen werden, der hat damit nicht völlig Unrecht: Denn natürlich sind die meisten Blogger, Besucher und Gäste geschmeichelt, wenn die Streetstyle-Fotografen sie um ein Foto bitten. Dementsprechend verrückte Outfits sind überall zu entdecken. Aber darum geht es eben: Die Mode als Kunstform zu zelebrieren. Dabei sollte man jedoch nicht aus den Augen verlieren, worum es eigentlich geht - nämlich um die in mühevollster Kleinstarbeit entworfenen Kollektionen der Designer.

15.30 Uhr: Für die Präsentation des Berliner Jungdesigners Danny Reinke fahren wir zum „Me Collectors Room“, ein Ausstellungshaus etwas abseits des Kaufhaus Jandorf, der eigentlichen Location der Fashion Week im Stadtteil Mitte. Doch der Weg lohnt sich: Die exotische und liebevoll präsentierte Kollektion haut uns vom Hocker.

19 Uhr: Letzter Termin des Tages ist der Launch einer Mode-Kooperation der Taschenmarke Eastpak mit dem Männerlabel Inan. Ein DJ sorgt für Stimmung, während wir (und viele andere) bei einer Margherita durch die Kollektion stöbern. Besonders schön: Der Verkaufserlös kommt kommt der „Designer Against Aids Foundation“ zugute, die sich dafür einsetzt, das Thema Aids an die Öffentlichkeit zu bringen.

Mittwoch

11 Uhr: Tag Zwei beginnt für uns mit der Show von Designerin Leonie Mergen im Kaufhaus Jandorf. Eine Stunde vor Showbeginn betreten wir das Foyer, holen uns an der Bar etwas zu trinken und treffen auf einige bekannte Gesichter.

Mergen zeigt eine schöne, wenn auch kleine Kollektion: Nach weniger als zehn Minuten ist die Show zu Ende. Unglaublich, wenn man bedenkt, wie viele Monate Arbeit in den Stücken stecken.

16 Uhr: Bevor es dämmert, laufen Annette und ich zwanzig Minuten zu einer Brücke, die wir als Hintergrund für die Fotos meines heutigen Outfits auserkoren haben. Bei minus 6 Grad ein besonderer Spaß. 17 Uhr: Zurück zuhause entscheiden wir uns dafür, eine Schau und eine Aftershowparty am Abend auszulassen und stattdessen zu arbeiten: Die Fotos müssen ausgesucht und bearbeitet, der Plan für die nächsten Tage durchgesprochen werden. Abgesehen davon gibt es Angenehmeres, sich bei Minusgraden in zu dünner Kleidung durchs nächtliche Berlin zu frieren - nur um festzustellen, dass die Party den Weg schlussendlich nicht einmal wert war. 

22 Uhr: Zum Abschluss des Tages landen wir in der Bar Haus am See, um bei einem Gin Tonic den zweiten Tag ausklingen zu lassen. Mit von der Partie sind zwei Blogger, die wir am Mittag vor der Show kennengelernt haben. Das ist die schöne Seite der Fashion Week: Vier Tage unter Gleichgesinnten, Fachsimpeln über Kollektionen und inspirierende Gespräche.

Donnerstag  

13 Uhr: Keine morgendlichen Termine und somit ein entspannter Start in unseren letzten Fashion Week-Tag: Das junge Label Steinrohner zeigt seine Show im Kaufhaus Jandorf. Die beiden Designerinnen bringen Samt, Perlen und transparente Stoffe, die viel Haut zeigen, auf den Laufsteg. 

17 Uhr: Wir schauen bei der „Hashmag Bloggerlounge“, dem zweiten großen Blogger-Event, vorbei. Sie bildet für uns den Abschluss einer spannenden, stressigen und inspirierenden Woche in der Hauptstadt - bis es schon im Juli in die nächste Runde geht.

Von Deliah Eckhardt

Die Mainmetropole bekommt die „Frankfurt Fashion Week“. Warum die Stadt nicht nur Finanzen, sondern durchaus auch Mode kann. Ein Kommentar.

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