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Auto auf einer Landstraße im winterlich verschneiten Landkreis Holzminden. Schnee und Eis haben in Deutschland einen teilweise chaotischen Montagmorgen verursacht.

Kälteste Nacht des Jahres bremst den Berufsverkehr

Die bislang kälteste Nacht des Jahres hat in Deutschland mit Schneefall und Eisglätte verbreitet zu Verkehrsproblemen geführt. Auf den Straßen passierten viele Unfälle. Allein rund um Lübeck zählte die Polizei innerhalb weniger Stunden rund 100 Verkehrsunfälle.

Die bislang kälteste Nacht des Jahres hat in Deutschland mit Schneefall und Eisglätte verbreitet zu Verkehrsproblemen geführt. Auf den Straßen passierten viele Unfälle. Allein rund um Lübeck zählte die Polizei innerhalb weniger Stunden rund 100 Verkehrsunfälle.

Auch anderswo der Ostseeküste kam es zu Zusammenstößen. Verletzte gab es laut Polizei dort keine, es blieb bei Blechschäden. In Hamburg behinderten 75 Unfälle sowie ausgefallene und verspätete S-Bahnen den morgendlichen Berufsverkehr.

In Bremen fielen seit Sonntagabend zehn Flüge aus. Nach 21.00 Uhr war die Wetterlage so schlecht, dass sechs ankommende Flugzeuge nicht landen konnten. Ein Sprecher des Airports sagte, dass einige von ihnen nach Hannover umgeleitet worden seien. In Berlin behinderte ein Schienenbruch den S-Bahn-Verkehr zum Flughafen Schönefeld, so dass die Züge nur eingeschränkt oder verspätet fuhren. Die Ursache des Schienenproblems war zunächst unklar.

In der Nacht zum Montag gab es landesweit strengen Frost zwischen minus 15 und minus 10 Grad - besonders in Thüringen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Mit minus 27 Grad war es auf der Zugspitze am kältesten, wie eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Morgen sagte. Dies sei für den höchsten Gipfel in Deutschland auch der bisherige Minus-Rekord in diesem Winter.

auch andere Länder in Europa: In Polen starben bei eisigen Temperaturen nach Regierungsangaben seit Freitag mindestens acht Menschen. Seit November stieg die Zahl der Kältetoten im Land damit auf 48. Die Behörden warnten auch am Montag vor andauerndem Frost und riefen die Bevölkerung auf, vor allem Obdachlosen und älteren Menschen zu helfen, die von der Kälte besonders bedroht seien. In Italien legte der Schneefall das öffentliche Leben lahm. Alle Schulen und Kindergärten in der Hauptstadt Rom blieben geschlossen. Die Millionen-Stadt rief ihre Bewohner auf, sich möglichst wenig fortzubewegen.

Österreich erlaubte angesichts der Kälte Ausnahmen vom neuen Verhüllungsverbot. „Bei diesen Temperaturen wird kein Polizist jemanden belangen, der sein Gesicht zum Schutz vor Kälte verhüllt”, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Wien. Seit dem 1. Oktober 2017 muss eigentlich jeder sein Gesicht von der Stirn bis zum Kinn zeigen. Das zielte unter anderem auf islamische Frauen, die Burka oder Nikab tragen. Das Gesetz sehe aber Ausnahmen wie eisige Temperaturen vor, hieß es weiter.

Im Norden Griechenlands fiel Schnee. Zahlreiche Flüge nach Thessaloniki waren schon am Sonntag ausgefallen. Viele Straßen in der nordgriechischen Provinz Mazedonien waren nur mit Schneeketten befahrbar, wie das griechische Staatsradio (ERT) berichtete. Der Unterricht fiel in vielen nordgriechischen Provinzen aus. Auch aus dem benachbarten Bulgarien wurden Verkehrsprobleme wegen winterlicher Straßenverhältnisse gemeldet.

Eine Entwarnung für Deutschland gab es von den DWD-Meteorologen bislang nicht: Die Kältewelle setze sich mit voraussichtlich noch tieferen Werten in der Nacht zum Mittwoch fort.

(dpa)

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