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Stadtgeflüster

Die Königin, die nie verzagt

Den Wind können wir nicht beeinflussen, die Segel schon.“ Das ist einer der motivierenden Sätze mit denen „Schlagfertigkeitsqueen“ und Autorin Nicole Staudinger ihre Fans begeistert.

Den Wind können wir nicht beeinflussen, die Segel schon.“ Das ist einer der motivierenden Sätze mit denen „Schlagfertigkeitsqueen“ und Autorin Nicole Staudinger ihre Fans begeistert. Am Sonntag, 18. November, wird die 36-Jährige, die mit ihrem ersten Buch „Brüste umständehalber abzugeben“ gleich einen Bestseller lieferte, in der Jahrhunderthalle Höchst ihre Tipps für den Umgang mit großen und kleinen Krisen geben. „Die Frauen kommen aus meinen Shows mit verschmierter Wimperntusche, denn sie haben auch geweint vor Lachen“, weiß der charismatische Star aus Erfahrung. Tatsächlich gelingt es Nicole Staudinger, das Aufstehen nach dem Scheitern authentisch und mit viel Witz zu vermitteln.

„Mit 32 Jahren erhielt ich, kurz nachdem ich mich mit der Idee ,Schlagfertigkeitsseminare für Frauen‘ selbstständig gemacht hatte, die Diagnose Brustkrebs. Schon einige Jahre zuvor rüttelte mich ein schwarzer Hautkrebs wach“, erzählt sie. Zwischen Kindern, Karriere und Chemotherapie begann die junge Unternehmerin zu schreiben. Heute ist sie gesund und legt mit ihrer neuen Lese-Show kräftig nach in Sachen Mut, Resilienz und Lebenslust. Aktuelles Thema ist ihr drittes Buch „Stehaufqueen“, in dem sie anhand von wahren Geschichten schildert, wie gut es tut, einem schlechten Tag, einer schweren Krankheit oder Liebeskummer mit Zuversicht zu begegnen. Ein Kapitel berichtet von einer Tragödie in Staudingers Elternhaus: „Einige Wochen vor meiner Geburt starb meine Schwester Anja bei einem Verkehrsunfall. Hätte es damals Fahrradhelme gegeben, wäre ich heute sicher schon Tante. Was meinem Vater damals geholfen hat war, dass er viel über Unfälle von anderen Kindern las. Er wusste, dass er nicht allein war.“

Und: „Gegen die meisten Schicksalsschläge sind wir machtlos, aber was sie aus uns machen, das haben wir in der Hand. Rückblickend hat mir diese Selbstbestimmtheit das Leben gerettet.“ Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch etwas Gutes hat, heißt es im Volksmund. Strapaziert dieser Spruch nicht doch sehr die Betroffenen? Nicole Staudinger relativiert: „Ich weiß, dass ich durch den Krebs neue Chancen bekommen habe. Doch ich weigere mich, ihm dafür dankbar zu sein. Denn nicht der Krebs hat das Buch geschrieben, sondern ich.“ Dankbar sei sie für vieles andere: „So war ich dankbar, dass der Brustkrebs so früh entdeckt wurde und diese Art wissenschaftlich so gut erforscht ist.“ Mit ihrer Familie lebt die vielbeschäftigte Mental-Trainerin in der Eifel in einem Mehrgenerationenhaus, „ein Lebenstraum, den wir uns dort verwirklicht haben, hier wohne ich nicht, hier lebe ich“, sagt sie.

Macht sie sich Sorgen um die Zukunft? Ihre Antwort fällt eindeutig aus: „Ich besteige Berge erst, wenn sie da sind.“ Mit ihrer Live-Show „Stehaufqueen“ tourt sie gerade durch ganz Deutschland, im Publikum sind oft Frauen, die im Hospiz den Tod nah vor Augen haben. Das Lachen ist zwar keine heilende Medizin, aber ein Geschenk. „Jede Frau, auch jeder Mann, ob gesund oder krank, schenkt mir seine Zeit. Das empfinde ich als das größte Kompliment.“ In ihrem nächsten Buch geht es übrigens um die Kilos auf der Waage, wie vom Verlag zu hören war.

von Dr. Jutta Failing

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