Frühere PJZ-Teilnehmerin

Nachfolgerin für Conchita Wurst?

  • VonDorit Lohrmann
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Sollte ihr das Glück hold sein, könnte eine 19-Jährige aus dem Hochtaunus Deutschland beim nächsten Eurovision Song Contest in Österreich vertreten. Auf die Idee ist sie auch durch das Projekt "Junge Zeitung" dieser Zeitung gekommen.

Als Maili Heesen beim Projekt „Junge Zeitung“ der Frankfurter Neue Presse und ihrer Regionalausgaben mitmachte, ahnte sie noch nicht, was daraus entstehen würde: eine Ausbildung zur Musikerin, die sie vielleicht jetzt sogar zum Eurovision Song Contest (ESC) nach Österreich führt.

Die quirlige 19-Jährige aus Neu-Anspach im Hochtaunuskreis sang schon als Kind bereits vor Publikum, wann immer sich dazu eine Gelegenheit bot. Sie träumte zunächst von einer Laufbahn als Opernsängerin, heute ist sie froh darüber, sich anders entschieden zu haben. „Rockmusik ist viel mehr mein Ding“, schildert die junge Frau.

Aber sie interessiert sich auch für Journalismus, machte drei Mal beim Projekt „Junge Zeitung“ mit. Mitarbeiterin Ursula Konder von der Taunus-Zeitung stellte ihr für ein Interview damals den ersten Kontakt zu Jan Bohne her, Leadsänger der Coverband „So Green“. Er auch Besitzer eines Tonstudios in Neu-Anspach. Dort machte Maili ihre ersten Gehversuche in Sachen Einsingen.

Nun hat die Anspacherin, die inzwischen an der „Stage and Musical School“ in Frankfurt studiert, auch ihre beiden Bewerbungssongs für den Eurovision Song Contest im Bohne-Studio eingesungen. „Durch euch habe ich Jan kennengelernt“, erinnert sich Maili und ist den Zeitungsmitarbeitern dankbar: „Ich habe meinen Wunsch, Musik zu meinem Beruf zu machen, damals geäußert, und ihr habt mich darin bestätigt, meinen Weg zu gehen.“

Die Songs, die sie nun für den Eurovision Song Contest einstudiert hat, sind Balladen. Die beiden Musikvideos „Candlelight“ und „Invisible“ sind auf Youtube zu sehen und zu hören. Die Musik dazu hat Thomas Haufe geschrieben, ein Bekannter aus der Nachbarschaft. Auf seine Initiative hin bewarb sich Maili nun für die Wild Card beim deutschen Vorentscheid „Unser Song für Österreich“ für den Song Contest 2015 in Wien.

Klicks waren weg

„Dazu musste man eben solche Musikvideos veröffentlichen“, erzählt Maili. Wer die Clips abruft und ihnen vielleicht sogar noch einen „like“ auf dem sozialen Netzwerk verpasst, der verhilft Maili zu einer besseren Chance, von der Jury in den Vorentscheid geholt zu werden. Allerdings muss das noch vor dem 9. Januar passieren, dann endet nämlich die Bewerbungsfrist.

Die Hoffnung, aus den rund 500 Song-Einreichern herausgefiltert zu werden, ist allerdings ein zartes Pflänzchen. Rund 3000 Klicks hatte die Neu-Anspacherin bereits, doch dann der Schock: Eines Morgens waren beide Videos aus Youtube verschwunden. „Ich war total entsetzt“, schildert Maili ihre Fassungslosigkeit. Auch Thomas Haufe, der die Veröffentlichung vorgenommen hatte, kann sich bis heute nicht erklären, wie das passieren konnte. Er hat die Musikvideos zwar erneut eingestellt, „aber die vielen Klicks sind weg“.

Nun wartet und hofft Maili erneut auf viele ESC-Fans, die sich ihre Auftritte ansehen. Und dass die Jury vielleicht doch ihren Gesang zu schätzen weiß.

Nach ihrem Traumziel für 2015 gefragt, greift sie nicht gleich nach den Sternen: Der Wunsch, Nachfolgerin von ESC-Siegerin Conchita Wurst zu werden, klingt für sie „vermessen“. Aber in Österreich singen zu dürfen, das wünscht sie sich von ganzem Herzen.

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