Eurovision Song Contest

Das sind die zehn schrägsten ESC-Auftritte

Am Samstag steigt in Lissabon das Finale des Eurovision Song Contest: Grund genug für uns, an zehn der peinlichsten Auftritte der Geschichte dieses Wettbewerbs zu erinnern. Viel Spaß beim Gruseln!

Brotbackende russische Großmütter, Falsett singende Vampire und Amok laufende mittelalterliche Kinderfänger: Wir zeugen Euch die zehn peinlichsten Auftritte der ESC-Geschichte.

Schlechter Gesang, bizarre Anti-Choreographie und sinnfreie Texte: Alles an Griechenlands 2002er-Beitrag ergänzt sich aufs Grottigste. Wann gibt dieser verunglückten „Take That“-Version endlich das „Password“, damit das Grauen ein Ende hat?

Irland ist das Land der genialen Dichter, großen Barden – und, ähhm, der peinlichen Puppen. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls angesichts dieses unwürdigen ESC-Beitrags aus dem Jahr 2008. Truthahn Dustin gehört für dieses Electro-Rave-Gemetzel eines irischen Folksongs jedenfalls ordentlich gerupft.  

Auch fünf Jahre später zaubert dieser bizarre Auftritt der Buranovskiye Babushki dem Betrachter ein riesiges Fragezeichen über den Kopf. Russische Großmütter, die Brot backen würde man in einem Freilichtmuseum am Schwarzen Meer vermuten – aber was, bitteschön, haben sie auf der ESC-Bühne verloren?

"That sounds good to me" So, so: für Josh Dubovie klang das hier also gut. Europa war da anderer Meinung. Was damit zu tun haben könnte, dass dieses Lied gänzlich melodiefrei ist und die Background-Sänger die Töne nicht treffen. Fast könnte man Mitleid kriegen mit diesem britischen Alexander Klaws-Verschnitt.

Auch wir Deutschen haben uns über die Jahre immer mal wieder in die Peinlichkeits-Parade eingereiht. Etwa mit diesem Beitrag von Guildo Horn. Der schwamm damals auf der Welle des Ulk-Schlagers, der dem verstaubten Genre neues Leben einhauchen wollte. Aber mal ehrlich: Horn sieht hier aus wie ein mittelalterlicher Kinder-Fänger und versucht mit ADHS-Gezappel von seiner nicht vorhandenen Singstimme abzulenken.

Diesen Beitrag seiner Landsleute nannte der Telegraph den “vielleicht schlechtesten britischen Beitrag aller Zeiten“ – und man versteht nach nur wenigen Tönen sofort, warum. Die Sänger singen so konsequent daneben, dass man sich das gute, alte Playback zurückwünscht.

“Be Happy!” schreien die Mitglieder der israelischen Band “Ping Pong” im Chor und es klingt wie auf einer Kinderfreizeit im Kibbuz. Dumm nur, dass dieses erbärmliche Machwerk, dieses groteske Zerrbild eines Songs, so gar nicht zum Stimmungsaufheller taugt. Wie schräg hier gesungen und wie schlecht hier „getanzt“ wird, dient vielmehr als Sprungbrett in die Depression.

Monettas Ode an den heilsbringenden Segen der sozialen Netzwerke wollte vermutlich so richtig toll trendy sein. Usprünglich hieße diese anbiedernde Geschmacksverirrung sogar dreist “The Facebook Song”, bis die ESC-Granden befanden, dass dies doch etwas zu viel der Mark-Zuckerberg-Werbung sei. Das erklärt die Titel-Änderung. Aber nichts erklärt, warum dieses Lied je auf ein Publikum losgelassen wurde. Lyrische Perle gefällig? "If you wanna come to my house, then click me with your mouse!"

Dass sich ein rumänischer Sänger als Dracula verkleidet, mag ja noch irgendwie stimmig sein. Dass er sich aber für eine Balkan-Justin-Timberlake hält, ist ein tragisches Missverständis.Timberlake kippt auch nur gelegentlich für Sekunden in den Falsett. Dracula Cezar hingegen quält uns satte vier Minuten mit seinem Kastratengesang. Unverzeihlich schlecht.

Manchmal grenzt ja Grotte hart an Kult. Die Ralph-Siegel-Schöpfung Dschinghis Khan sind mit ihrem gleichnamigen ESC-Beitrag genau so ein Fall. Halloween-Kostüme, Aerobic der ungekonnten Sorte, jede Menge “Hu”, “Ha” und Hahaha”: Fertig ist ein Stück ESC-Trash vom Feinsten!

Dieser Artikel erschien in einer früheren Fassung erstmals im Mai 2017

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