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Freuten sich über die stattliche Summe: Sandra Schäfer (Leberecht-Stiftung), Stephan Görner, FNP-Geschäftsführer Dr. Max Rempel und Sven Müller.

Stadtgeflüster

Daumen hoch für die gute Sache

Bei der Gala zur Aktion „Kleider machen Leute“ kamen rund 20 000 Euro für den guten Zweck zusammen.

Die gut gelaunten Sieben: Maßschneider und Gala-Initiator Stephan Görner (4v.l.), Sven Müller (dahinter) und ihre Promi-Models (v.l): Günther Maria Halmer, Delfina Aziri, Jens Riewa, Liz Baffoe und Jochen Horst.

Es war ein großer Auftritt für die Maßanzüge von Stephan Görner. Bei der Gala zur Aktion „Kleider machen Leute“, deren Macher Maßschneider Görner mit PR-Fachmann Sven Müller ist, standen die zwölf Models, die im vergangenen Jahr von den Fotografen Angela Krop, Daniel Baldus und seit neuestem auch Matthias Czeikowitz abgelichtet wurden, im Fokus der Aufmerksamkeit.

Für das Dutzend Frauen und Männer ist es alles andere als üblich, im Rampenlicht zu stehen. Aber am Samstag schritten sie in der Nobelherberge Kempinski-Hotel in Gravenbruch sogar über einen Catwalk und präsentierten sich. Im richtigen Leben sind sie Fahrradkuriere, Schädlingsbekämpfer und Umzugshelfer, oder üben andere, eher außergewöhnliche Berufe aus, für die sie sonst keine schicken Klamotten benötigen. Die Botschaft, die die Macher vermitteln wollen: Es geht um Anerkennung, Wertschätzung und Respekt gegenüber diesen Menschen, die zum Teil sogar gefährlichen Jobs ausüben. Und es geht natürlich um den guten Zweck. Denn bei den drei vorhergehenden Benefizveranstaltungen kamen rund 90 000 Euro zusammen.

Freuten sich über die stattliche Summe: Sandra Schäfer (Leberecht-Stiftung), Stephan Görner, FNP-Geschäftsführer Dr. Max Rempel und Sven Müller.

Einer der großen emotionalen Momente ist, als Ena Ramusovic erzählt, wie sie erfuhr, dass die Leberechtstiftung unserer Zeitung ihr ein behindertengerechtes Auto finanziert. Die junge Frau leidet an spastischer Tetraparese und ist auf den Rollstuhl angewiesen.

„Ich bin so extrem dankbar. Es ist einfach fantastisch“, so die 20-Jährige, die sehr viel Wert auf ihre Mobilität legt, „Ich möchte für Menschen mit Behinderung einstehen, für deren Fragen da sein und helfen, wo ich kann“, sagte die Studentin, die Bundesbehindertenbeauftragte werden möchte.

Und Sandra Schäfer, Geschäftsführerin der Leberecht-Stiftung, berichtet, welche Projekte mit dem bisher gespendeten Geld noch fördert wurden. Dazu gehören das Übersetzen von Kindergeschichten in Gebärdensprachenvideos oder der Bau eines Außenaufzugs für ein schwerbehindertes Mädchen. „In diesem Jahr wird wieder ein Herzensprojekt gefördert“, kündigte Sandra Schäfer an. Joshua, elf Jahre alt und aus dem Taunus, wäre im Alter von zwei Jahren beinah ertrunken, wurde gerettet, leidet aber unter den Folgen einer starken Gehirnschädigung. „Er macht eine sehr teure Therapie, mit mehr als hundert Euro pro Einheit“, berichtet Schäfer nach einem kurzen, aber sehr eindrucksvollen Film, der den Jungen zeigt. „Wir finanzieren die Therapie zwar schon, würden das aber gern weiter machen.“ Außer den zwölf Frauen und Männer mit ungewöhnlichen, aber unverzichtbaren Berufen, präsentierten sich auch fünf prominente Models auf dem Laufsteg: Schauspielerin Liz Baffoe, Playmate Delfina Aziri, die Schauspieler Günther Maria Halmer und Jochen Horst sowie Tagesschau-Sprecher Jens Riewa. „Guten Abend, meine Damen und Herren“ – dieser Satz durfte natürlich nicht fehlen, wenn der 55-Jährige irgendwo auftaucht. Mode, das ist für den Nachrichtenmann nichts Fremdes, muss er doch stets im Anzug moderieren. Doch nicht nur das. „Ich bin seit Mitte der 90er Jahre auch als Mode-Scout unterwegs“, verrät Jens Riewa. „Die letzten drei Armani-Gesichter habe ich gefunden“, sagt Riewa, der zum ersten Mal über den Laufsteg stolzierte – und das so schnell nicht wiederholen möchte. „Lieber moderiere ich zehn Tagesschauen mit 40 Grad Fieber.“

Eine sehr gute Figur macht auch Mime Günther Maria Halmer. „Kleider machen zwar Leute, aber keine Persönlichkeiten“, betont der 75-Jährige, der frisch von einem Dreh kam. „Wir haben den Film ‚Die Vergesslichkeit der Eichhörnchen’ gerade fertiggestellt“, berichtete der Schauspieler, der von sich selbst sagt: „Modisch bin ich nicht wirklich.“ Derweil hat Kollege Jochen Horst ein Buch geschrieben. „Es erscheint am 2. Dezember“, berichtet der Mime. Titel: „Spielen amerikanische Schauspieler besser?“. Ursprünglich hatte er geplant, ein Buch über Schauspieler zu veröffentlichen, die über ihren Beruf schreiben.

„Kleidung macht noch keine Persönlichkeit aus, aber derselbe Mensch wirkt in einem Anzug einfach anders als in Jeans und T-Shirt“, sagt auch Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident, stellvertretender Vorsitzender der FDP und Schirmherr von der „Kleider machen Leute“–Gala. „Ich wollte mal sehen, wie die neuen Models sich so machen“, scherzte Kubicki, der im vergangenen Jahr noch selbst mitgelaufen war und an diesem Abend auch den Görner-Anzug trug, den der Maßschneider ihm vergangenes Jahr überreicht hatte. „Ich bin erstaunt und erfreut, dass er noch passt“, so Kubicki, und er hielt auch noch, als der Politiker es zu den Songs der 90er, die Natascha Wright spielte, so richtig krachen ließ. Gepasst hat auch die Spendensumme, denn nach Spaß, Musik, Essen und Trinken kamen 20 000 Euro zusammen. es

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