Silvester

Tipps aus Polen: So vermeidet Ihr einen Kater an Neujahr

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Darüber ob der Wodka seinen Ursprung in Russland oder in Polen hat, wird zwischen den beiden Ländern bis heute gestritten. Feststeht: In beiden Ländern weiß man, wie man mit dem Alkohol umgeht. Dort gilt: Die Katerprophylaxe beginnt bereits beim Trinken. Oder besser gesagt, schon lange davor.

Darüber ob der Wodka seinen Ursprung in Russland oder in Polen hat, wird zwischen den beiden Ländern bis heute gestritten. Feststeht: In beiden Ländern weiß man, wie man mit dem Alkohol umgeht. Dort gilt: Die Katerprophylaxe beginnt bereits beim Trinken. Oder besser gesagt, schon lange davor.

Was gehört am letzten Einkaufstag des Jahres obligatorisch in den Einkaufskorb eines jeden Polen? Salzgurken! Nein, keine Gewürzgurken oder Ähnliches. Die Dinger heißen wirklich Salzgurken. Unser absolutes Wundermittel gegen den Kater. Und etwas, was dem geselligen Trinken in Osteuropa seine Stilechtheit verleiht. Die Anti-Kater-Wirkung rührt dabei nicht nur aus eigener Erfahrung, sie lässt sich auch physiologisch erklären. Denn der hohe Gehalt an Elektrolyten und Vitamin C wirkt einerseits der Entwässerung entgegen und beschleunigt andererseits die Entgiftung des Körpers. Du solltest sie allerdings schon während des Trinkens als Häppchen verspeisen.

Essen ist sowieso wichtig. Trinken die Slawen in den eigenen vier Wänden Wodka und laden dazu Gäste ein, wird richtig aufgetischt. Dabei kommen auch eingelegte Pilze, Hering, Gemüse und Wurst auf den Tisch. Das ergibt einen guten Protein-Fette-Vitamine-Mix, der die Alkoholaufnahme im Körper verzögert und die verloren gegangenen Elemente zumindest teilweise wieder ersetzt. Und lasst euch Zeit. Genießt die Speisen. Macht die Gläser nicht zu schnell wieder voll. So kommt der Alkohol nicht plötzlich mit dem Hammer und haut euch noch vor dem ersten Feuerwerkknall weg. Ihr werdet rechtzeitig merken, wenn ihr zu viel habt.

Zu bekommen sind Salzgurken auf vielen Wochenmärkten in der Region, aber auch in größeren Supermärkten – dort häufig in Regalen mit „internationaler Feinkost“. Auf dem Etikett steht dann: „Ogórki kiszone“. Denkt also bei eurem Einkauf daran, euch mit dem Zeug einzudecken. Zu viel gibt es nicht. Legt euch ruhig ein Glas mehr zu, denn ihr werdet merken, wie sich euer verkaterter Körper nach dem Zeug sehnt. Wichtig: Kippt die Flüssigkeit nicht weg. Die salzhaltige Brühe wird euch helfen, schneller wieder auf die Beine zu kommen. Also traut euch und nehmt einen kräftigen Schluck aus dem Glas – je schneller, desto besser, spätestens aber vor dem Ins-Bett-Gehen. Ich weiß, dass vielen von euch bereits bei dem Gedanken daran schlecht wird, aber glaubt mir: Es wird sich lohnen. Wer nicht alles packt, kann sie auch als Grundlage für eine Suppe benutzen: Einfach Suppengemüse oder Gemüsebrühe aufkochen, mit dem Gurkenwasser ablöschen, Schmand und bestenfalls gekochte Kartoffeln dazu und fertig ist die erste heiße Speise des Jahres.

Ein weiterer Tipp: Wenn Ihr schon Hochprozentiges trinkt, dann trinkt bitte nur puren Wodka. Nicht umsonst kommt auf traditionellen polnischen Hochzeiten außer Wein für die Damen nichts anderes auf den Tisch. Kein Bier, kein Whiskey, keine Longdrinks. Nur Klares zählt. Zwar kommt es in erster Linie auf die Alkoholmenge an, wie sehr du am nächsten Tag leiden wirst und nicht, ob und wie stark durcheinander du getrunken hast. Doch wirst du erstens vermutlich viel weniger trinken als von den süßen Cocktails, die runtergehen wie Öl. Und zweitens hat ein GUTER, ich unterstreiche, ein GUTER Wodka, also zumindest einer, der mehr kostet als 3,99 Euro, die Eigenschaft, dass er vergleichsweise wenig Begleitalkohol wie Methanol und Co. enthält, der deinem Körper zusätzliches Leiden zufügen wird.

Und solltet Ihr  an Neujahr doch mit einem brummenden Schädel und einer sich drehenden Zimmerdecke aufwachen und euch wieder einmal schwören, nie wieder Alkohol anzurühren, dann druckt Euch diesen Text aus und kramt ihn vor der nächsten Silvesternacht wieder heraus. Befolgt diese Anleitung gewissenhaft. Ich garantiere Euch: Ihr werdet den Unterschied merken.

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