+
Bei der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative machte AfD-Chef Alexander Gauland seine umstrittene Äußerung.

Nazi-Diktatur

AfD-Vorsitzender Gauland empört mit „Vogelschiss“-Äußerung

Die Nazi-Diktatur als „Vogelschiss“ der deutschen Geschichte: Mit provokativen Äußerungen hat der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland erneut Empörung ausgelöst.

Gauland hatte sich am Samstag auf dem Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach geäußert. In einem Grußwort sagte der AfD-Parteivorsitzende und Chef der Bundestagsfraktion, Deutschland habe eine „ruhmreiche Geschichte“ – und die habe länger gedauert als „die verdammten zwölf Jahre“ der NS-Diktatur. „Ja, wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für die zwölf Jahre“, sagte Gauland laut im Internet veröffentlichten Videos. „Aber liebe Freunde: Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer nannte die Aussage einen „Schlag ins Gesicht der Opfer“ von Holocaust und Zweitem Weltkrieg. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sprach von einer „erschreckenden Verharmlosung“ des Nationalsozialismus. Auch Bundespräsident Steinmeier reagierte mit scharfen Worten.

„50 Millionen Tote im Weltkrieg, Holocaust, totaler Krieg – und das alles zu bezeichnen mit einem ,Vogelschiss’, das ist ein solcher Schlag ins Gesicht der Opfer und eine solche Relativierung auch dessen, was in deutschem Namen passiert ist“, sagte Kramp-Karrenbauer. „Wer so etwas als Vorsitzender einer Partei sagt und dann sagt, das sei eine bürgerliche Partei, das macht einfach fassungslos.“ Klingbeil erklärte, Gauland lasse mit solchen Aussagen „jegliche Fassade fallen“. Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) bezeichnete Gaulands Äußerungen als „sowohl dumm als auch geschichtsvergessen“. „Also entsprach sie genau dem, was ich von Herrn Gauland erwartet hatte.“ Seite 3

( afp )

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare