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Vorfall in Münster

Amokfahrer war wohl Einzeltäter: keine Hinweise auf politisches Motiv

Ein Mann fährt in Münster in eine Menschengruppe und erschießt sich selbst. Warum? Staatsanwaltschaft und Ermittler haben eine erste Spur. Der Mann soll schwere psychische Probleme gehabt haben.

Die Amokfahrt mit insgesamt drei Toten in Münster war womöglich die Tat eines psychisch labilen Mannes. Es gebe keine Hinweise auf ein politisches Motiv oder weitere Täter, teilte die Polizei mit. Der Mann habe sich in einem langen Schreiben auch zu Suizid-Gedanken geäußert. Der 48-Jährige, der am Samstagnachmittag in eine Menschenmenge vor einem Lokal in Münster gerast war, soll Kontakt zum Gesundheitsamt der westfälischen Stadt gehabt haben.

Ende März habe sich der Mann mit einer E-Mail unter anderem an einen Nachbarn gewandt, teilte die Polizei am Sonntag mit. „Aus dem Inhalt ergaben sich vage Hinweise auf suizidale Gedanken, aber keinerlei Anhaltspunkte für die Gefährdung anderer Personen.“ Der Rechercheverbund von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ berichtete über ein weiteres ausführliches Schreiben des Mannes.

Der Polizeipräsident von Münster, Hajo Kuhlisch, sagte, die Ermittler gingen daher davon aus, „dass die Motive und Ursachen in dem Täter selber liegen“. Nach dpa-Informationen stammt der Mann aus dem sauerländischen Olsberg, er wuchs in Brilon auf und lebte als erfolgreicher Industriedesigner in Münster.

Weitere Täter würden nicht gesucht, teilte die Polizei mit. Man gehe von einem Einzeltäter aus, sagte eine Polizeisprecherin. Zunächst waren die Ermittler Zeugenaussagen nachgegangen, dass zwei Menschen aus dem Auto gesprungen und geflüchtet seien.

Auch der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) bekräftigte bei einem Besuch am Tatort, mit hoher Wahrscheinlichkeit habe ein Einzelner gehandelt. Der Mann sei Deutscher, es gebe keinen islamistischen Hintergrund. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Reul betonten, es werde nie absolute Sicherheit geben. „Das geht nicht. Wir können nur das Bestmögliche machen“, so Reul.

Laut Rechercheverbund hat der Mann in der Mail an Bekannte aufgearbeitet, was in seinem Leben schiefgelaufen sei und wer daran Schuld trage. In einer Wohnung des 48-Jährigen im sächsischen Pirna sei außerdem ein älteres, 18-seitiges Schreiben entdeckt worden.

Darin verarbeite er

Kindheitserlebnisse

und frühe, von ihm als demütigend empfundene Erfahrungen. Dazu zählten gravierende Problemen mit seinen Eltern, Schuldkomplexe, nervliche Zerrüttung und wiederkehrende psychische Zusammenbrüche. Die Polizei erklärte, Polizisten hätten wegen der Mail die Wohnungen des Mannes in Sachsen und Münster aufgesucht, ihn aber nicht angetroffen.

Nach der Amokfahrt sprachen Seehofer und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gestern gemeinsam Opfern und Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Sie dankten Polizei und Sicherheitskräften – und auch den Medien, die sich verantwortungsbewusst verhalten und „sachgerecht“ berichtet hätten.

Der Amokfahrer war am Samstag um 15.27 Uhr mit einen Campingbus im Zentrum von Münster in eine Menschengruppe vor einer beliebten Gaststätte gerast, danach erschoss er sich im Wagen. Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um eine 51-jährige Frau aus dem Kreis Lüneburg und einen 65-jährigen Mann aus dem Kreis Borken. Mindestens drei der mehr als 20 Verletzten schwebten in Lebensgefahr.

Der Mann war am Samstag um 15.27 Uhr mit einem silberfarbenen Campingbus im Zentrum von Münster in eine Menschengruppe vor einer beliebten Gaststätte gerast, danach hatte er sich im Wagen erschossen. Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um eine 51-jährige Frau aus dem Kreis Lüneburg (Niedersachsen) und einen 65-jährigen Mann aus dem Kreis Borken (Nordrhein-Westfalen). In der Uniklinik gab es außerdem mehrere Notoperationen. Mindestens drei der mehr als 20 Verletzten schwebten in Lebensgefahr.

Die Polizei durchsuchte in Sachsen und Münster insgesamt drei Wohnungen des Amokfahrers. Auch daraus ergaben sich keine Hinweise auf ein politisches Tatmotiv.

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