Ein älterer Mann bei einer Autofahrt.
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Der Großteil der Befragten einer AutoScout24-Umfrage spricht sich für eine regelmäßige Überprüfung der Fahrtauglichkeit aus. (Archivbild/Symbolbild)

Verkehrssicherheit

Senioren am Steuer: Mehrheit für regelmäßige Überprüfung der Fahrtauglichkeit

  • Anna Charlotte Groos
    VonAnna Charlotte Groos
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Die Mehrheit der deutschen Autofahrer ist laut einer Umfrage für eine Fahrtauglichkeitsüberprüfung bei Senioren. Diese gehören im Straßenverkehr zur größten Risikogruppe für Unfälle.

Frankfurt – Solange kein Entzug der Fahrerlaubnis erfolgt, etwa aufgrund eines Unfalls, besitzen wir unseren Führerschein ein Leben lang. Das bedeutet: Auch viele ältere Menschen sind auf den Straßen unterwegs.

Senioren sind zwar häufig erfahrene Autofahrer – dass sie aber nicht automatisch auch als sichere Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden, zeigt eine aktuelle Umfrage von AutoScout24. Demnach ist die Mehrheit der deutschen Autobesitzer dafür, dass im Alter regelmäßig überprüft werden sollte, ob eine Person noch fahrtauglich ist.

Mehrheit der deutschen Autofahrer ist für Überprüfung der Fahrtauglichkeit bei Senioren

Befragt wurden insgesamt 1.002 Fahrzeughalter in Deutschland. Das Ergebnis ist eindeutig: 86 Prozent der Befragten befürworten Fahrtauglichkeitsprüfungen von Senioren* zur Prävention von Unfällen, nur elf Prozent stimmen dagegen.

Aus allen Altersklassen gibt es Befürworter des Fahrtauglichkeitstests. Unter den jüngeren Fahrern stimmen prozentual zwar mehr dafür (94 Prozent der unter 40-Jährigen), doch auch drei Viertel der älteren Autohalter sprechen sich dafür aus.

Verkehrssicherheit: Erhöhtes Unfallrisiko durch Senioren am Steuer

Generell besteht für Senioren und Seniorinnen im Straßenverkehr ein erhöhtes Unfallrisiko. Jeder dritte Verkehrstote in der EU ist im Durchschnitt 65 Jahre alt oder älter. Das geht dem Tagesspiegel zufolge aus dem Verkehrssicherheitsreport 2021 „Mobilität im Alter“ der Prüfgesellschaft Dekra hervor.

Wenn ältere Menschen in einen Unfall verwickelt sind, haben sie den Unfall zudem in über 70 Prozent der Fälle selbst verursacht. Ihr Anteil liegt damit sogar noch etwas höher als der, der Fahranfänger, die die zweitgrößte Risikogruppe ausmachen. Laut dem Statistischen Bundesamt sind 18 bis 20-Jährige in 69,7 % der Fälle die Hauptverursacher eines Unfalls.

Unfälle durch Senioren im Straßenverkehr: Leistungsfähigkeit schwindet im Alter

Besonders gefährlich ist es, wenn das Seh- und Hörvermögen oder die Reaktionsgeschwindigkeit im Alter nachlassen. Immer wieder kommt es dabei zu Unfällen mit schweren Personenschäden. Im hessischen Eschborn kam es etwa zu einem tödlichen Unfall*, weil ein 88-jähriger Autofahrer das Gas- mit dem Bremspedal verwechselte. Meist scheitern ältere Menschen aber an komplexen Verkehrssituationen, wie in Kreuzungen, beim Spurwechsel und der Navigation, so die Deutsche Presse-Agentur.

In der Befragung von AutoScout24 wurde auch ermittelt, ab welchem Alter sich Autofahrer und Autofahrerinnen einer regelmäßigen gesundheitlichen Untersuchung unterziehen sollten. Die Antwortmöglichkeiten waren dabei in 5-Jahres-Schritte ab einem Alter von 50 Jahren gestaffelt. Jeder zweite Befragte (50 Prozent) ist der Meinung, dass die Eignungstests zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr beginnen sollten.

Senioren im Straßenverkehr – Fahrtauglichkeitstests könnten Unfallrisiko minimieren

20 Prozent halten eine Fahrtauglichkeitsprüfung erst ab dem 75. Lebensjahr und später für sinnvoll. 17 Prozent würden hingegen noch vor dem 60. Geburtstag mit den Tests starten und 8 Prozent sprechen sich sogar für Tests von Fahrern unter 50 Jahren aus. Der Großteil der Teilnehmenden stimmte aber für eine Altersgrenze von 70 Jahren: Knapp ein Viertel der Autofahrer (23 Prozent) würde zu diesem Zeitpunkt mit den regelmäßigen Fahrtauglichkeitstests anfangen wollen. 

Derzeit ist eine solche Fahrtauglichkeitsprüfung nicht verpflichtend. Außer es kommt zu verkehrsrelevanten Zwischenfällen, hier obliegt es der Polizei, einen solchen Test einzufordern. Die Polizei empfiehlt jedoch generell, einen Führerschein-Check zu machen, um Unfällen vorzubeugen. Fahrschulen, der ADAC und die Dekra bieten entsprechende Kurse an, in denen man seine Fahrtüchtigkeit testen lassen kann. (Anna Charlotte Groos) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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