+
Bochum: Ein Sichtschutz steht auf der Velsstraße vor einer Häuserreihe. Ein Polizist hat bei einem Einsatz einen Mann erschossen.

Todesdrama am Sonntag

Polizist erschießt Mann in Bochum - Details zum Opfer - Behörden äußern sich zum Tathergang

In Bochum erschoss Sonntag Abend ein Polizist einen 74-Jährigen bei einem Einsatz. Nachdem erste Details über das Opfer bekannt wurden, sprechen die Behörden nun über den Tathergang. 

Update vom 17. Dezember, 14.00 Uhr: Nachdem ein Beamter Sonntag Abend einen 74-Jährigen erschossen hat, meldet sich nun die Polizei Bochum und Essen zu Wort. Sie bestätigten, dass der Mann im Zuge eines Einsatzes erschossen wurde. Anwohner eines Bochumer Stadtteils hätten demnach die Beamten verständigt, weil der Mann auf der Straße randaliert habe. 

Schon tagsüber wurden die Polizisten immer wieder zu der Adresse gerufen, weil der Rentner selbst wiederholt bei der Polizei angerufen habe. Doch als am Abend insgesamt vier Streifenwagen eintrafen, hätte der Mann laut den Behörden einen kleinen, waffenähnlichen Gegenstand aus dem Hosenbund gezogen und auf die Beamten gerichtet. Aufforderungen eines 35-jährigen Polizisten, die Waffe fallen zu lassen, habe der Rentner ignoriert. 

Danach schoss der Polizist mehrfach auf den 74-Jährigen. Anschließende Wiederbelebungsversuche blieben jedoch vergeblich. Der Fall sei jetzt aus Neutralitätsgründen der Behörde in Essen übergeben worden.

In Hamburg endete ein Angriff auf eine Frau und ihr Kind im Todesdrama, wie nordbuzz.de berichtet.

„Ich hörte es knallen“: Polizist erschießt Mann in Bochum - erste Details zum Opfer

Update vom 17. Dezember, 12.40 Uhr: Sonntagabend wurde ein 74-Jähriger in Bochum von einem Polizisten erschossen. Die Beamten seien ersten Meldungen zufolge zu einem Einsatz gerufen worden, bei dem sie auch das Opfer kontrollieren wollten. Der zog offenbar einen zurzeit nicht näher beschriebenen Gegenstand, weswegen ein Polizist mehrere Schüsse abfeuerte. 

Nun werden erste Details über den Tathergang bekannt. Laut der „Bild“ sei die Polizei zu einer Gaststätte gerufen worden. In der Nähe befand sich Rolf N., der von den Beamten kontrolliert worden sei. Kurz darauf soll es zu einem Gerangel gekommen sein, wie eine Anwohnerin der Zeitung schildert. „Auf einmal hörte ich es knallen, dreimal kurz hintereinander. Ich habe zunächst an Silvester-Böller gedacht“, meint eine Anwohnerin. Als sie danach aus dem Fenster sah, wäre eine leblose Person auf dem Gehweg gelegen, so die Dame weiter. 

Bochum: 74-Jähriger wird von Polizist erschossen - nun gibt es erste Details zum Opfer

DieBild befragte auch andere Personen zum Opfer, so zum Beispiel einen Bekannten. Der gibt an, dass der 74-Jährige in der Siedlung als Alkoholiker bekannt sei. „Eigentlich war er immer ganz nett. Er hat in Ruhe sein Bierchen getrunken, aber das war es auch“, so der Bekannte gegenüber der Zeitung. Doch anscheinend veränderte sich der Zustand des Rentners in letzter Zeit, wie eine Café-Mitarbeiterin schildert: „Auf einmal hatte er kein Geld mehr. Er verlangte in mehreren Geschäften, trotzdem bedient zu werden. Wurde er es nicht, wurde er sehr aggressiv. Er konnte dann ziemlich unangenehm werden.“ Wegen solcher Ausschreitungen sei laut Bild des Öfteren die Polizei alarmiert worden. 

Dem Artikel zufolge habe das Opfer auch eine kleine Pistole besessen. Doch ob er sie Sonntagabend dabei und gezogen hatte, könnten die Behörden noch nicht offiziell bestätigen. 

Polizist erschießt 74-Jährigen in Bochum - Polizei will Erklärung abgeben: Unsere Ursprungsmeldung vom 17. Dezember 2018

Bochum - Ein Polizist hat bei einem Einsatz in Bochum einen 74 Jahre alten Mann erschossen. Die Polizei sei am Sonntagabend gerufen worden und habe den Mann kontrollieren wollen, sagte ein Sprecher der Polizei Bochum der Deutschen Presse-Agentur.

Der Mann habe plötzlich einen - nicht näher genannten - Gegenstand gezogen. Daraufhin habe einer der Polizisten nach ersten Erkenntnissen mehrere Schüsse abgegeben, der 74-Jährige sei tödlich verletzt worden. Es sei noch versucht worden, ihn wiederzubeleben - vergeblich.

Die Polizei sperrte den Ort des Geschehens vor einer Reihe von Mehrfamilienhäusern in der Bochumer Velsstraße am Abend mit Flatterband und einem Sichtschutz ab. Blaulicht zuckte in der Dunkelheit.

Vorfall in Bochum - Polizisten erschossen 2017 insgesamt 14 Menschen

Aus Neutralitätsgründen übernahm eine Mordkommission aus Essen die Ermittlungen. Warum die Polizisten gerufen worden waren, war zunächst unklar. Staatsanwaltschaft und Polizei wollten am Montagvormittag eine gemeinsame Erklärung abgeben.

Dass Menschen durch Polizeikugeln sterben, kommt in Deutschland vergleichsweise selten vor. Wie aus jüngsten verfügbaren Zahlen der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster hervorgeht, hatten Polizisten in Deutschland im Jahr 2017 bei Einsätzen 14 Menschen erschossen. Zudem wurden 39 Menschen verletzt.

Die Zahlen lagen etwas höher als in den Jahren zuvor. 2016 waren es 11 Tote und 28 Verletzte durch Polizeischüsse gewesen. 2015 waren 10 Menschen gestorben, weitere 22 waren verletzt worden.

Lesen Sie auch: Lüneburger Morde - war der Gärtner ein Serienmörder?

dpa/afp/mef

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare