Dicht geparkte Autos stehen auf einem Parkplatz. Das Ortsschild von Dobel ist eingeblendet.
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Mitten in der Corona-Pandemie strömten Hunderte Menschen für Schlittenfahrten und Wanderungen nach Dobel.

Chaos am Wochenende im Schwarzwald

Schwarzwald von Tausenden überrannt - Dobel greift bis März nun zu harten Maßnahmen

  • Zülal Acar
    vonZülal Acar
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Ein massiver Besucheransturm hatte am Wochenende im Schwarzwald für Chaos gesorgt. Das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg appelliert deshalb nun, auf Tagesausflüge zu verzichten.

Update vom 29. Dezember, 11.48 Uhr: Chaotisch ging es nach Angaben eines Offenburger Polizeisprechers am vergangenen Wochenende auch am Mummelsee zu. Am Sonntagnachmittag seien dort circa 200 Verstöße wie beispielsweise Falschparken geahndet worden. Rettungskräfte und Polizei seien aufgrund der vielen Autos entlang der Schwarzwaldhochstraße (B500) zum Teil kaum durchgekommen. In der Gemeinde Dobel bekamen laut Polizei mehr als 180 Falschparker Verwarnungsgeld. Die Polizei musste die Zufahrten dort zwischenzeitlich für Besucher sperren.

„So etwas darf nicht noch einmal passieren“, sagte Dobels Bürgermeister Christoph Schaack am Montag. Laut einem Bericht der Badische Neueste Nachrichten will Schaack jetzt eine bis März geltende Einbahnstraßenregelung im Dobler Oberdorf einführen. So sollen Staus durch Gegenverkehr und seitlich parkende Autos verhindert werden. Der Bürgermeister will zudem die Gebühren für öffentliche Parkplätze erhöhen. Rund 20 Prozent der Autofahrer haben am Sonntag auf die Straßensperren und die polizeilichen Maßnahmen reagiert. „Die Feuerwehrkameraden wurden mit dummen Sprüchen überzogen“, sagte Schaack. Manche Besucher hätten ihren Unmut über die Maßnahmen mit verbalen Kraftausdrücken geäußert. „Das war teilweise ziemlich unverschämt“, so Schaack. Ein Autofahrer sei einem Feuerwehrmann absichtlich über die Füße gefahren.

Gesundheitsministerium: Wegen Coronavirus in Baden-Württemberg auf Tagesausflüge verzichten

Erstmeldung vom 28. Dezember: Sonnenbühl - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (*BW24 berichtete) und in Deutschland bescherte vielen Deutschen ein anderes Weihnachten als bisher gewohnt: keine Feiern in großen Freundes- und Bekanntenkreisen, kein ausgiebiges Weihnachtsshopping, kein Singen, viel Abstand, wenige Besuche. Über Weihnachten* hat es nun zahlreiche Menschen raus in die Natur gelockt - etwa auf die Schwäbische Alb. Doch dort gab es neben erholsamen Momenten vor allem Chaos.

Die Schwarzwaldhöhen sowie die Kuppen der Schwäbischen Alb waren am zweiten Weihnachtsfeiertag dermaßen von Besuchern überrannt worden, dass die Polizei das Gebiet sogar sperren musste. Die Regierung plant laut Stuttgarter Zeitung dennoch keine Verschärfung der Corona-Maßnahmen* für das lange Wochenende. Am Montag erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums: „Wir appellieren an die Menschen, auf Tagesausflüge zu verzichten und die bestehenden Regeln nicht auszureizen.“

Die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen hätten sich laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung lediglich auf die Weihnachtstage beschränkt. Private Treffen sowie Bewegung an der frischen Luft seien an Silvester, Neujahr und dem Wochenende nur alleine oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer weiteren, nicht im selben Haushalt lebenden Person erlaubt.

Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg: Besucherchaos auch am Mummelsee

Der Ansturm von Wintersportlern und Wanderern führte in Sonnenbühl zu großen Verkehrsproblemen, die sich vor allem an sogenannten Hotspots verstärkten. Autofahrer, die von der Genkinger Steige Richtung Rossberg nach Stuhlsteige Richtung Nebelhöhe abbiegen wollten, mussten demnach viel Geduld mitbringen. Vielerorts, etwa im Bereich der Skiliftanlagen, waren die Parkplätze belegt. Trotz geschlossener Lifte und Einkehrhütten gab es lange Staus. Ebenso verhielt es sich an den Salmendinger Hängen mit massenhaftem Besucherandrang am Kornbühl. Viele Menschen suchten sich Ersatzhänge, da die Hänge in Undingen, Willmandingen und Erpfingen von den Besuchermassen überströmt waren.

Am Kandel nahe Freiburg habe es nach Angaben der Polizei ebenfalls Chaos gegeben. Es habe zahlreiche Parkverstöße gegeben, der Mindestabstand zwischen den Besuchern sei oftmals nicht eingehalten worden. *FR.de und *BW24 sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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