News-Ticker für den Freistaat

Corona: Nächste Großstadt in Bayern mit immens hohem Inzidenzwert - „Bitte bleiben Sie alleine Zuhause“

  • Katharina Haase
    VonKatharina Haase
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  • Thomas Eldersch
    Thomas Eldersch
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Der Corona-Teil-Lockdown wurde noch einmal verlängert. Die Fallzahlen pendeln sich auf einem hohen Niveau ein. Reisen ins Ausland sollten unterlassen werden.

  • Nach den Corona*-Beschlüssen in Berlin gelten in Bayern bis Ende Dezember neue Maßnahmen.
  • Die Stadt Nürnberg erlässt eine Allgemeinverfügung und ordnet eine Ausgangssperre an (Update vom 1. Dezember, 11.17 Uhr).
  • Dieser Ticker ist abgeschlossen. Alles weitere erfahren Sie in unserem neuen News-Ticker.
  • Hier bieten wir Ihnen in einer Karte* die aktuellen Fallzahlen in Bayern.

+++++ Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 3. Dezember finden Sie hier. +++++

Update vom 2. Dezember, 7.22 Uhr: Mediziner sehen die temporär beschlossene Schließung der Skilifte in Bayern und damit das vorläufige Aus für den Wintersport als richtigen Schritt. „Aus epidemiologischer Sicht sind das vernünftige Maßnahmen - so weh sie verständlicherweise vielen Menschen tun. Wir müssen jede Art von Massenveranstaltung vermeiden“, sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing.

Corona in Bayern: Mediziner befürworten Schließung des Skibetriebs

Es sei anzunehmen, „dass die Verbreitung des Virus über die Areosole auch im Freien gut funktioniert, wenn man am Skilift oder
insbesondere in Skigondeln eng zusammen steht beziehungsweise sitzt“, sagte Wendtner, der vor zehn Monaten die ersten Corona-Patienten Deutschlands behandelt hatte. Eine Verbreitung durch Après-Ski-Events wie im Frühjahr in Ischgl, obwohl eigentlich verboten, sei zudem bei Öffnung von Skigebieten nicht völlig auszuschließen. Auch auf Skitouren solle ausreichend Abstand zum Vordermann eingehalten werden, um nicht in der Aerosol-Fahne zu laufen. Wendtner riet, zu Tourengehern aus anderen Gruppen vorsorglich den bekannten Abstand mindestens zu verdreifachen, also rund fünf Meter einzuhalten.

Update vom 1. Dezember, 22.19 Uhr: Passend zur weiterhin in ganz Bayern kritischen Lage steht am Mittwoch im Landtag erstmals die wöchentliche Regierungsbefragung zur Corona-Krise an. Gleich zu Beginn der Sitzung (13 Uhr) können die Abgeordneten den Mitgliedern der Staatsregierung Fragen zum Themenfeld Corona stellen. Jede Fraktion soll unter Berücksichtigung ihrer Redezeit bis zu zwei Fragen und Nachfragen an zuvor ausgewählte Ressorts stellen können.

Geplant ist dabei die Befragung der Ministerien Kultus, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheit. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist dabei nicht anwesend - er nimmt zeitgleich in Berlin an der Ministerpräsidentenkonferenz teil.

Coronavirus in Bayern: Zahlen in Nürnberg, Schwabach und weiteren Regionen hoch

Update vom 1. Dezember, 18.49 Uhr: Die Corona-Infektionszahlen sind in der Frankenmetropole Nürnberg, seiner Nachbarstadt Schwabach und in weiteren bayerischen Regionen in Höhen gestiegen, die noch vor kurzer Zeit kaum vorstellbar waren. Jetzt greifen die Behörden hart durch - Hunderttausende müssen weitgehend daheim bleiben. (Siehe Update vom 1. Dezember, 11.17 Uhr.)

Corona in Bayern: Strikte Ausgangsbeschränkungen in Nürnberg - mehrere Landkreise ziehen nach

Nürnberg hat als erste Großstadt im Freistaat im Teil-Lockdown zusätzlich strikte Ausgangsbeschränkungen
verhängt. „Wir haben auch das Problem, dass wir keinen Hotspot an dieser Stelle ausfindig machen können“, begründete Oberbürgermeister Marcus König die strikten Regelungen. „Wir haben eher ein diffuses Infektionsgeschehen hier in unserer Stadt.“

Wegen ihren hohen Corona-Infektionszahlen ziehen jetzt auch die Landkreise Passau (346,7), Regen (356,0), Freyung-Grafenau (391,4) und die kreisfreie Stadt Schwabach (344,1) nach.

In den betroffenen Landkreisen und in der Stadt Passau gelten für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie Schulen größtenteils die gleichen Corona-Regelungen. So ist etwa für Mitarbeiter in Heimen ab sofort ein wöchentlicher Corona-Schnelltest Pflicht. Und Sport treiben ist draußen nur allein, mit Leuten des eigenen Haushalts oder einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt erlaubt.

Update vom 1. Dezember, 13.20 Uhr: Das bayerische Kabinett hat sich am Dienstag zu seiner regelmäßigen Sitzung in München getroffen. Bei dem heutigen Termin ging es vorrangig um die Corona-Lage im Freistaat. Anschließend hielten Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) und Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) eine Pressekonferenz ab.

„Die Lage in Bayern ist immer noch besorgniserregend“, eröffnete Herrmann seine Rede. Lediglich das exponentielle Wachstum seit gestoppt worden. Die Fallzahlen bewegen sich aber noch auf einem hohen Niveau. Es sterben auch immer wieder zahlreiche Menschen an Covid-19. „Jede halbe Stunde stirbt in Bayern ein Mensch am Coronavirus“, wurde der Minister deutlich.

Deshalb liegt der Fokus der Staatsregierung besonders darauf, Risikogruppen zu schützen. Dies soll speziell in Seniorenheimen geschehen. Schnelltests und FFP2-Masken für Besucher gehören hier bald zur Standardausstattung, so Herrmann weiter. Und auch beim Thema kleiner Grenzverkehr wurde der Staatskanzlei-Chef noch einmal deutlich. Man könne nicht verhindern, dass Menschen zum Skifahren nach Österreich oder in die Schweiz fahren. Er appellierte aber noch einmal eindringlich an jeden einzelnen, sich zu überlegen, ob Fahrten ins Ausland derzeit nötig sind. „Es kommt jetzt auf die Solidarität der Bürger an.“

Wann in Bayern ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird, dazu konnte Gesundheitsministerin Huml noch nichts sagen. Die möglichen Medikamente befinden sich noch in der Zulassungsphase. „Die Zulassungsbehörden müssen aber nicht bei null anfangen“, so die Ministerin weiter. Man habe während der Testphase in den vergangenen Monaten immer wieder Zwischenergebnisse prüfen können. Daher sollte es nicht mehr allzu lange dauern, bis geimpft werden kann. Eine Impfpflicht werde es aber nicht geben, betonte Huml noch einmal.

Corona in Bayern: Nürnberg beschließt Ausgangsbeschränkung

Update vom 1. Dezember, 11.17 Uhr: Neben Passau hat auch Nürnberg, als nächste große Stadt in Bayern, einen Inzidenzwert von über 300 (306,7) erreicht. Um das Infektionsgeschehen einzudämmen, sollen ab sofort neue Maßnahmen im Stadtgebiet eingeführt werden. In einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen informierte Nürnbergs Oberbürgermeister Macus König (CSU) was in der Allgemeinverfügung zur Pandemiebekämpfung drin steht.

In Nürnberg gibt es nun auch eine Ausgangsbeschränkung. Man darf das Haus nur noch aus triftigem Grund verlassen. „Bitte bleiben Sie, wo immer möglich Zuhause und das alleine“, so der Oberbürgermeister. Ab kommendem Montag werden in der Frankenmetropole auch die Schulklassen ab der 5. Jahrgangsstufe geteilt. Der Sportunterricht entfällt. Zusätzlich gibt es ein Alkoholverbot für die Innenstadt und öffentliche Plätze. To-go-Getränke mit Alkohol werden verboten. Besuche in Seniorenheimen sollen weiterhin erlaubt sein. Jedoch nur mit negativem Schnelltest und FFP2-Maske.

Die Allgemeinverfügung soll vorerst bis 20. Dezember gelten. „Wir wollen am Weihnachtsfest bessere Zahlen haben“, sagte König. Die Maßnahmen sollen auch streng von der Polizei kontrolliert werden - besonders in der Innenstadt. „Wir wollen hier in Nürnberg Menschenleben retten“, so der OB weiter. Die Krankenhäuser würden sich schon jetzt rasant füllen.

Dies bestätigte auch Gesundheitsreferentin Britta Walthelm. „Die Lage in den Nürnberger Kliniken ist angespannt.“ Die neuen Maßnahmen seien wichtig um die Krankenhäuser zu entlasten. 32 Patienten werden derzeit auf Intensivstationen beatmet. Die neu beschlossenen Regeln können auch erst aufgehoben werden, so die Referentin weiter, wenn in Nürnberg der 7-Tage-Inzidenzwert über mindestens eine Woche am Stück unter die 300er-Marke fällt.

Coronavirus in Bayern: Ab 7-Tage-Inzidenz von 300 drohen Ausgangssperren

Update vom 1. Dezember, 6.23 Uhr: Um gegen die noch immer stark erhöhten Fallzahlen in der Corona-Pandemie besser durchgreifen zu können, sollen in Bayern künftig lokale Ausgangsbeschränkungen gelten, wenn der Wert der 7-Tage-Inzidenz die Marke von 300 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern überschreitet.

Diese Maßnahme, die in der neunten Auflage der neunten Infektionsschutzverordnung für den Freistaat vorgesehen ist, soll helfen, die Zahlen wieder auf ein deutlich niedrigeres Niveau zu senken. Die neuen Maßnahmen betreffen derzeit vier Kommunen. Die Stadt Passau und den zugehörigen Landkreis sowie die Stadt Nürnberg und den Landkreis Regen. Die Gesamtinzidenz für Bayern liegt dabei bei 175,1. (Stand 30.11.).

Corona in Bayern: Lokale Ausgangsbeschränkungen möglich - Söder warnt vor weiteren Maßnahmen

„Wir haben aufgrund der aktuellen Infektionslage noch mal nachgeschärft: Ab einer Inzidenz von 300 muss die zuständige
Kreisverwaltungsbehörde im Einvernehmen mit der jeweiligen Regierung tätig werden und auf eine Reihe strikterer Maßnahmen zurückgreifen“, sagte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München.

Neben Ausgangsbeschränkungen, Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und Wechselunterricht an Schulen (ab einer Inzidenz über 200) können dann auch weitere Dienstleistungsbetriebe von Schließungen betroffen sein. Die neue Verordnung ist deutlich strenger als die vorhergehenden. Sie gilt, unter Vorbehalt, nun zunächst bis 20. Dezember. Über die Feiertage werden im Freistaat, wie auch im Rest der Bundesrepublik, die Regeln insgesamt etwas gelockert.

Ministerpräsident Söder hatte aber bereits angekündigt, schärfere Maßnahmen nicht auszuschließen, sollten sich die Fallzahlen bis Mitte Dezember weiter auf derart hohem Niveau befinden. Noch vor Weihnachten will die Staatsregierung anhand der Fallzahlen über das weitere Vorgehen i, neuen Jahr entscheiden.

Update vom 30. November, 19.12 Uhr: Weil die Corona-Lage im niederbayerischen Passau weiterhin prekär ist, gab Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Montagabend eine Pressekonferenz. „Wir haben nach wie vor in Passau eine sehr angestrengte Situation“, begann der OB seine Rede. In der Drei-Flüsse-Stadt gilt seit vergangenem Freitag (27. November) eine Ausgangssperre sowie diverse andere Regeln. Damit soll versucht werden von der aktuell bei 579,5 liegenden Inzidenz wieder runterzukommen. Mit diesem Wert liegt die Stadt aktuell an der Spitze in Deutschland.

Vorerst seien die Zahlen noch einmal angestiegen, weil besonders in Seniorenheimen am Wochenende Reihentestungen gemacht wurden, so Dupper weiter. „Die Lage in zwei Heimen ist sehr dramatisch.“ Insgesamt sind bereits vier Bewohner an Covid-19 gestorben. Insgesamt gebe es im Stadtgebiet 390 aktive Fälle, fuhr der OB fort.

Ursprünglich war geplant die verschärften Regeln bis zum 4. Dezember aufrechtzuerhalten. Eine Erleichterung sei aber aufgrund der aktuellen Entwicklung kaum vorstellbar, so Dupper. Am Donnerstag treffe sich der Krisenstab der Stadt erneut, um über die Pandemie-Lage zu beraten. „Es sieht so aus, dass die Maßnahmen aus gutem Grund verlängert werden“, sagte der Rathauschef.

Dupper richtet auch eine Forderung an die Landesregierung. Neben den Corona-Hilfen für das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie für Kulturbetriebe sollte es in besonderen Hotspot-Regionen wie Passau auch Hilfen für den Einzelhandel geben. Da wegen der Ausgangssperre nur eingeschränkt eingekauft werden darf, leiden viele Geschäfte unter größeren Umsatzeinbußen.

Coronavirus in Bayern: Abiturprüfungen werden nach hinten verschoben

Update vom 30. November, 16.21 Uhr: Schon jetzt wirft die Corona-Krise einen Schatten auf kommendes Jahr. In München teilte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (FW) mit, dass die Abiturprüfungen um 14 Tage nach hinten verschoben werden. Sie finden jetzt am 12. Mai 2021 statt. „Wir wollen, dass alle Abiturientinnen und Abiturienten faire Bedingungen vorfinden - in den Prüfungen selbst wie in der Vorbereitung.“

„Die Gymnasien starten früher in die Abschlussprüfungen als die anderen Schularten. Daher machen sich in den Abiturklassen Quarantänemaßnahmen und auch längere Phasen mit Distanzunterricht besonders bemerkbar und können zu Termindruck führen“, betonte Piazolo. Um hier nun für eine Entlastung zu sorgen, wurde der Prüfungstermin nach hinten verschoben. Sollte sich die Infektionslage weiter verschlechtern, könne es sein, dass die Abschlussprüfungen noch einmal nach hinten verschoben werden. Dann könnten auch die anderen Schularten betroffen sein.

Update vom 30. November, 14 Uhr: Passau hat einen weiteren Corona-Höchstwert erreicht: Mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 579,5 hat sich die niederbayerische Stadt derzeit zum Corona-Hotspot Nummer 1 in Deutschland entwickelt. Ganz knapp dahinter rangiert der bundesweite bisherige Spitzenreiter, der Landkreis Hildburghausen in Thüringen. Laut RKI betrug die Sieben-Tages-Inzidenz hier 579,1. (Näheres dazu lesen Sie in unserem Passau-Ticker.)

Passau: Stadt entwickelt sich zum Corona-Hotspot Nummer 1 in Deutschland

Update vom 30. November, 10.28 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch in der vergangenen Woche ist der Schlachthof in Vilshofen (Landkreis Passau) geschlossen. 82 von insgesamt 300 Mitarbeitern haben sich laut BR in dem niederbayerischen Betrieb mit dem Virus infiziert. Mitarbeiter aus Deutschland, Tschechien und Rumänien sind laut dem Landratsamt Passau betroffen.

Nach Corona-Ausbruch: Schlachthof in Bayern schließt - über 80 Mitarbeiter infiziert

Alle Positiv-Getesteten befinden sich laut BR in Isolation. Da noch Ergebnisse aus der Reihentestung ausstehen ist es nicht ausgeschlossen, dass die Infizierten-Zahl weiter steigt. Am heutigen Montag will sich Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) gemeinsam mit Gerhard Stadler, Bezirkspräsident Niederbayern des Bayerischen Bauernverbands (BBV), vor Ort über die Situation informieren.

Nach Ministeriumsangaben verschärft sich durch die Schließung die angespannte Lage für den Schweinemarkt im Freistaat. Außerdem erhöhe die Schließung von Schlachthöfen den Rückstau bei Schweineschlachtungen.  

Corona: Bayerns Super-Hotspot jetzt mit höchstem Inzidenzwert Deutschlands

Update vom 30. November, 8.05 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz im bayerischen Corona-Hotspot Passau ist erneut angestiegen. Das Robert-Koch-Institut gibt diese nun mit 576,9 (Stand 30. November, 0.00 Uhr) an. Somit lässt die Stadt Passau auch den thüringischen Landkreis Hildburghausen hinter sich und weist nun die höchste 7-Tage-Inzidenz Deutschlands auf. In der Stadt herrscht seit Samstag eine strenge Ausgangssperre. Die Wohnung darf nur noch mit triftigem Grund verlassen werden.

Update vom 29. November, 22.23 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat kritisiert, dass einige Bürger in der Corona-Pandemie immer wieder nach Schlupflöchern der geltenden Regelungen suchten. „Mein Eindruck ist: Es suchen ja sehr viele immer wieder nach einem Schlupfloch, nach einer Paralleldiskussion“, sagte der CSU-Chef am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“. „Wenn wir uns jetzt mal darauf konzentrieren, wie wir so gut wie möglich die Zahlen senken und es so konsequent anwenden wie es nur geht, dann denke ich, ist Weihnachten entspannt.“ Größere Sorge als Weihnachten bereiteten ihm ohnehin Silvester und Skiaktivitäten.

Corona: Söder bei „Anne Will“ (ARD): Verschärfungen sind weiter möglich

In den kommenden zwei Wochen werde man sehen, wie sich die Zahlen entwickeln. Eine Teil-Entwarnung könne man geben. Es gebe kein exponentielles Wachstum mehr nach oben. Umgekehrt gebe es aber auch keine Abwärtsbewegung. „In den nächsten zwei Wochen müssen wir dann noch mal ein Update machen, wie wir stehen, und im Zweifelsfall aus dem Verlängern und Vertiefen ein Mehr an Vertiefen machen.“

Update vom 29. November, 18.50 Uhr: Der Marburger Bund, der Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands, in Bayern schlägt Alarm. Die steigende Zahl der Corona-Fälle bringe die Krankenhäuser in Bayern an ihre Belastungsgrenze. Das leitet der Verband aus einer eigenen Umfrage ab, wie BR24 berichtet.

Der Erhebung zufolge gibt mehr als die Hälfte Klinikärzte an, aufgrund der vielen Corona-Patienten andere Behandlungen einschränken zu müssen. Der von der Staatsregierung verkündete Stufenplan für die Krankenhausversorgung müsse umgesetzt werden. Weiter heißt es, dass sich die Regelversorgung nicht weiter aufrechterhalten lasse, sollten die Fallzahlen nicht sinken.

Update vom 29. November, 9.25 Uhr: In der niederbayerischen Universitätsstadt Passau ist der 7-Tage-Inzidenzwert der Corona-Infektionen mit der Zahlen-Aktualisierung um Mitternacht (29. November) auf 537,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern angestiegen. Somit ist Passau nun ebenfalls „pink“ in der Hotspot-Karte. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte die neue Farbe vor wenigen Tagen eingeführt, für Regionen, in denen der Wert auf über 500 ansteigt. Nun weist lediglich der Landkreis Hildburghausen im Süden Thüringens mit 579,1 einen noch höheren Inzidenz-Wert auf.

In der Stadt Passau ist die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern auf über 500 angestiegen.

Corona in Bayern: Passau jetzt „pink“ - extremer Infektions-Anstieg noch nicht zu erklären

Am Samstag hatte der Wert in Passau noch bei 440 gelegen. Woher der plötzliche starke Anstieg kommt, ist derzeit noch unklar, wie die Passauer Neue Presse (PNP) berichtet. Auch der zu Passau zugehörige Landkreis gehört sowohl bayern- als auch deutschlandweit zu einem der Corona-Hotspots. Dort liegt der aktuelle Inzidenzwert bei 378,9.

Die Corona-Lage in Passau gilt schon seit einigen Tagen kaum noch kontrollierbar. In der Stadt war deshalb bereits eine strenge Ausgangssperre verhängt worden. Sie gilt seit dem gestrigen Samstag (28. November). Einwohner dürfen ihre Behausung nun nur noch mit triftigem Grund verlassen.

Erstmeldung vom 28.11.2020: München - Die Corona-Lage in Bayern hat sich nach dem vierwöchigen Teil-Lockdown im November kaum entspannt. Die Fallzahlen steigen zwar nicht mehr exponentiell an, bleiben aber auf einem hohen Niveau. Deshalb einigte man sich auf einem Treffen der Landeschefs mit der Kanzlerin in Berlin darauf, die Maßnahmen bis Weihnachten zu verlängern. Zusätzlich wurden weitere Verschärfungen beschlossen - vor allem für Städte und Landkreise mit sehr hohen Inzidenzwerten. Zu so einem sogenannten Super-Hotspot zählt auch die niederbayerische Stadt Passau*.

Corona in Bayern: Seit Samstag gelten in Passau Ausgangsbeschränkungen

Am Freitag (27. November) trat Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) vor die Öffentlichkeit um über die hohen Corona*-Fallzahlen in seiner Stadt zu sprechen. Wie die Passauer Neue Presse berichtet, startete er seine Rede mit ein wenig Galgenhumor. „Wir sind eigentlich gerne vorne dabei in Bayern, diesmal können wir natürlich nicht stolz darauf sein.“ Gemeint war der hohe 7-Tage-Inzidenzwert. Er liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 439,4 (Stand: 28. November, 0 Uhr). Damit liegt die Drei-Flüsse-Stadt auch auf Platz zwei in Deutschland - hinter dem thüringischen Landkreis Hildburghausen (595).

Um das Corona*-Infektionsgeschehen in Passau* weiter einzudämmen, gelten ab Samstag (28. November) besondere Beschränkungen. Zu denen in einer Allgemeinverfügung erlassenen Regeln zählt auch eine Ausgangsbeschränkung. „Das Verlassen der Wohnung ist nur noch mit triftigem Grund erlaubt“, sagte OB Dupper. Das heißt: Arztgänge, Einkauf von Lebensmittel und Verwandtenbesuche sind erlaubt, müssen aber glaubhaft nachvollziehbar sein. Die Polizei* sei angehalten dies auch zu überprüfen. Außerdem gehen die Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe in den Wechselunterricht (ausgenommen die Abschlussklassen). Diese und viele weitere Maßnahmen sollen vorerst bis Freitag, 4. Dezember, gelten. Sollte bis dahin die Corona-Inzidenz nicht mindestens auf 300 gefallen sein, werden die Beschränkungen verlängert, so Dupper.

Coronavirus in Bayern: Söder irritiert mit Trump-Vergleich und verurteilt Querdenker

Am Freitag hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einer Regierungserklärung* vor dem Bayerischen Landtag noch einmal die Verlängerung der Corona-Maßnahmen verteidigt. Mit den Worten „verlängern, vertiefen, helfen“ fasste der Landeschef die kommende Zeit bis zum 20. Dezember zusammen. Besonders für die Skitourismusbranche hatte er keine guten Neuigkeiten. Bergbahnen und Lifte müssten vorerst geschlossen bleiben. „Ischgl ist nicht vergessen“, so Söder. Und auch an Silvester soll mit Vorsicht gefeiert werden. „Keine großen Partys“, fordert der CSU-Chef.

In seiner Rede nahm Söder auch Bezug auf die Querdenkerin Jana aus Kassel, die sich auf bei einer Rede vor einigen Tagen mit Sophie Scholl verglichen hat. Solch ein Vergleich sei empörend und peinlich, verurteilte der Landeschef die Aussagen der Frau. Generell sei die Querdenken-Bewegung ein „toxisches Gebräu aus Fake-News, Hass, Angst und Intoleranz“. Für kurze Irritation sorgte Söder jedoch mit einem Trump-Vergleich*. Als es um die neue Maskenpflicht auf Parkplätzen ging, sagte er: „Sogar Donald Trump* trägt ab und zu Maske, da könnte sich der ein oder andere ein Beispiel nehmen.“ Welche Corona-Regeln nun genau bis zu den Weihnachtsferien gelten, können Sie in unserem Überblicksartikel* nachlesen. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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