Corona in Deutschland - Mutation bereitet Sorgen

Virologe warnt eindringlich – Delta breitet sich in Deutschland aus

  • Julia Cuprakowa
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Die Corona-Zahlen in Deutschland gehen immer weiter runter. Doch die Sorge vor einer ansteckenderen Corona-Variante - die Delta-Mutante - wächst.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland sinkt immer weiter. Gleichzeitig schreitet die Impfkampagne* stetig voran und die Rückkehr zur Normalität scheint nur noch ein kleines Stückchen entfernt zu sein. Wäre da nicht die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante des Virus*, die sich allmählich auch in Deutschland ausbreitet, wie echo24.de* berichtet.

Nachdem bereits mehrere Bundesländer gemeldet haben, dass bei ihren gemeldeten Neuinfektionen der Anteil der Delta-Variante zuletzt spürbar gestiegen ist, erscheint eine mögliche vierte Corona-Welle immer wahrscheinlicher. Es ist damit zu rechnen, dass sich die zunächst in Indien entdeckte Mutante in vielen Teilen Deutschlands weiter ausbreiten wird - wenn auch auf insgesamt niedrigem Niveau. Angesichts dessen hält Virologe Christian Drosten eine Trendumkehr der Corona-Pandemie für möglich. Gleichzeitig plädiert er dafür, das Bewusstsein für die Bedeutung der Impfung zu stärken.

Corona in Deutschland: Delta-Variante breitet sich aus - Virologe prognostiziert Trendumkehr

Nichtsdestotrotz sieht Drosten in Deutschland eine andere Ausgangslage als in England. In Großbritannien* ist Delta bereits die dominierende Virus-Variante. Und trotzdem legt sich der Virologe nicht fest, ob es wegen der Ausbreitung der Delta-Variante bereits im Sommer oder erst im Herbst zu einer Trendumkehr kommen könnte. Im Herbst werde die Inzidenz auf jeden Fall wieder steigen, sagte Drosten und betonte damit die Wichtigkeit der Impfung bei Eltern von Schulkindern.

„Wir müssen einfach schnell impfen“, lautet der Appell des Virologen. Reiche dies nicht, müsse man erneut mit Kontaktbeschränkungen gegensteuern. „Aber es gibt auch gute Gründe zu denken, dass das in Deutschland nicht notwendig wird.“ In England, wo sich die Corona-Lage wegen der Delta-Variante wieder verschlechtert hat, sei die 7-Tage-Inzidenz ausgehend von einem Niveau von 25 wieder angestiegen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Man hatte nicht so weit runtergebremst, wie wir das jetzt in Deutschland schon gemacht haben.

Virologe Christian Drosten

In Deutschland lag der Wert zuletzt bei 7,2 Infektionen pro Woche auf 100.000 Einwohner (Stand: 23. Juni). Am Vortag betrug er, laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI), noch 8,0. Außerdem meldeten die Gesundheitsämter dem RKI „nur“ 1.016 Neuinfektionen binnen eines Tages - in der Vorwoche lag die Zahl noch bei 1.455.

Corona in Deutschland: Delta-Variante auf dem Vormarsch - reichen Deutschlands Maßnahmen aus?

In Deutschland lag der Anteil der Delta-Variante nach Daten des RKI zuletzt bei gut 6 Prozent (31. Mai bis 6. Juni). Das war eine Zunahme im Vergleich zu den Wochen davor. Am 22. Juni meldeten mehrere Bundesländer, dass der Anteil der Delta-Variante auch bei ihnen gestiegen sei. In Hessen macht sie nach Angaben von Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) bereits mehr als ein Fünftel der Neuansteckungen aus. „Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon über 20 Prozent der Fälle dominiert“, sagte er.

Laut dpa habe sich die Zahl der bestätigten Infektionen mit der Delta-Variante im Verlauf einer Woche in Bayern fast verdoppelt - von 132 auf 229 Fälle, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) mitteilte. In einzelnen Laboren betrage der Anteil inzwischen fast ein Viertel. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt erklärt, es sei nicht die Frage, ob, sondern wann Delta das Infektionsgeschehen in Deutschland bestimmen werde. Aber wieso bereitet ausgerechnet die indische Delta-Variante Politikern und Christian Drosten solche Sorgen?

Corona in Deutschland: Delta-Variante - deshalb wird sie als so gefährlich angesehen

Aus eigenen Labordaten gebe es wohl erste Hinweise, dass Menschen, die mit der Delta-Variante infiziert sind, eine noch höhere Viruslast haben als Infizierte mit der Alpha-Variante B.1.1.7, berichtete Drosten. Die bisherigen Daten geben für ihn außerdem Signale, dass Delta etwas schwerere Verläufe* verursache. Angesichts dieser Aussage stellt sich die Frage, ob die Corona-Impfungen gegen die Delta-Mutante* wirksam sind?

Wie die dpa weiter berichtet, ist der Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf für vollständig Geimpfte im Vergleich zur noch in Deutschland dominierenden Variante Alpha gleichwertig. Der Schutz nur durch die Erstimpfung gilt jedoch als schwächer, verglichen mit der Wirkung gegen früheren Virusformen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © National Institute of Allergy and Infectious Diseases/dpa

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