Kontaktverbot in Deutschland

Kontaktverbot wegen der Coronakrise in Deutschland - das sind die Folgen

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Eine allgemeine Ausgangssperre wird in Deutschland vorläufig nicht eingeführt. Aber Bund und Länder beschließen aufgrund des Coronavirus Sars-CoV-2 ein Kontaktverbot. Was bedeutet das?

  • In Deutschland wird als Folge des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 * ein Kontaktverbot verhängt
  • Eine Ausgangssperre gibt es vorerst nicht
  • Was das Kontaktverbot für die Bevölkerung bedeutet 

Die Ausgangssperre wegen Corona ist für die Bevölkerung Deutschlands erst einmal vom Tisch. Allerdings haben sich Bund und Länder am Sonntag (22.03.2020) in einer Telefonkonferenz auf ein Kontaktverbot verständigt. Die Folge: Um die Coronakrise einzudämmen, werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen in ganz Deutschland verboten - ausgenommen Angehörige, die im eigenen Haushalt wohnen. 

Coronavirus in Deutschland: Kontaktverbot - die Maßnahmen

Im Beschluss der Länder und des Bundes heißt es: „Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.“ Diese Maßnahmen sollen für mindestens zwei Wochen gelten. Doch nicht jeder macht da mit. 

Coronakrise: Kontaktverbot in Deutschland - Bayern mit eigenen Regeln

Im Freistaat Bayern zum Beispiel bleibt es bei der Ausgangsbeschränkung und damit der Regel, dass es einen „triftigen Grund“ braucht, um die Wohnung zu verlassen. Am Freitag hatte das Saarland angekündigt, sich Bayern zum Vorbild zu machen. Am Sonntag zog dann Sachsen nach. In allen anderen Bundesländern soll jedoch das neue Kontaktverbot gelten. 

Kontaktverbot in Deutschland wegen Corona: Was bedeutet das genau?

Was bedeutet ein „Kontaktverbot“ für die Menschen in Deutschland? Mit welchen Einschränkungen muss man in Deutschland durch das Coronavirus* leben? Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einer Erklärung folgendes hervorgehoben: 

  • Die Menschen in Deutschland sind dazu angehalten, Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein Minimum zu reduzieren.
  • In der Öffentlichkeit soll - mit Ausnahme zu Angehörigen des eigenen Hausstands - der Mindestabstand zu anderen Menschen von 1,5 Metern eingehalten werden.

Kontaktverbot in Deutschland wegen Coronakrise: Was man noch darf - und was nicht

Die Ausgangssperre aufgrund von Corona bleibt vorerst aus. Auch wenn jetzt ein Kontaktverbot besteht, bleibt doch folgendes möglich: 

  • Der Weg zur Arbeit
  • Der Weg zur Notbetreuung
  • Einkäufe
  • Arztbesuche
  • Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen
  • Hilfe für andere Menschen
  • Individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft
  • Weitere notwendige Tätigkeiten

Was es nicht mehr geben soll: Gruppen feiernder Menschen im öffentlichen Raum und auch in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen. Im Beschluss heißt es dazu: „Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlung sanktioniert werden“. Eine Höhe der Strafe ist in dem Schreiben jedoch nicht genannt. 

Bund und Länder beschließen aufgrund des Coronavirus Sars-CoV-2 ein Kontaktverbot in Deutschland.

Kontaktverbot wegen Corona: Welche Betriebe in Deutschland jetzt schließen müssen

Das Kontaktverbot schließt auch die Gastronomie mit ein. So heißt es in dem Beschluss: „Gastronomiebetriebe werden geschlossen.“ Cafés, Restaurants und Kneipen müssen ab sofort bundesweit dicht machen, dürfen aber die Lieferung und das Abholen mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause anbieten. 

Neben der Gastronomie müssen weitere Betriebe wegen des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 schließen*: 

  • Friseure
  • Kosmetikstudios
  • Massagepraxen
  • Tattoo-Studios
  • Ähnliche Dienstleister für Körperpflege

In diesen Bereichen sei eine körperliche Nähe unabdingbar, so die Begründung. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben nach wie vor möglich. 

Kontaktverbot in Deutschland in Coronakrise: Machen alle Geschäfte dicht?

Eine generelle Schließung von Geschäften und Produktionsstätten ist vorläufig vom Tisch. „In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen“, erklärten Bund und Länder und kündigten eine enge Zusammenarbeit an.  

Weiterhin sollen Regelungen aufgrund von regionalen Besonderheiten oder epidemiologischen Lagen in den Ländern oder Landkreisen möglich bleiben. Die Maßnahmen aufgrund des Coronavirus* seien zwar sehr „einschneidend“. Doch sie seien auch notwendig und verhältnismäßig. 

Coronavirus und Kontaktverbot: Was passiert bei Verstoß gegen das Verbot?

Das von Bund und Ländern aufgrund der Coronakrise* verhängte Kontaktverbot basiert auf dem Infektionsschutzgesetz. Dieses gilt für ganz Deutschland und hat den Zweck, die Weiterverbreitung übertragbarer Krankheiten beim Menschen vorzubeugen bzw. zu verhindern. Heißt übersetzt: Wer die Regeln nicht befolgt, hat eine Strafe zu befürchten. Es drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro, selbst Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren sind möglich. *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

Wenn man sich also in der Öffentlichkeit in einer Gruppe trifft, würde dies eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Als Straftaten hingegen gelten: 

  • Verstöße gegen eine Quarantäne-Anordnung
  • Verstöße gegen das berufliche Tätigkeitsverbot
  • Verstöße gegen behördliche Maßnahmen im Zusammenhang mit der Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen, der Untersagung oder Beschränkung von Großveranstaltungen
  • Vorsätzliche Verstöße gegen die Meldepflichten

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

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Rubriklistenbild: © Uwe Zucchi/dpa

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