Ein Mädchen trägt am ersten Schultag einen rosa Mundschutz.
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Ein Mädchen trägt am ersten Schultag einen rosa Mundschutz. Die Frage, ob Masken für Kinder gefährlich sind, sorgt in sozialen Netzwerken für Aufregung.

Panikmache unbegründet

Sind Alltagsmasken für Kinder gefährlich? Experten äußern sich zu Schreckensmeldungen im Netz

  • Veronika Arnold
    vonVeronika Arnold
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Meldungen über die Gesundheitsgefahr von Masken für Kinder sorgen in sozialen Netzwerken für Verunsicherung. Experten klären auf und haben eine eindeutige Einschätzung.

  • In sozialen Netzwerken macht die Meldung die Runde, Alltagsmasken seien für Kinder gefährlich.
  • Die Einschätzung von Experten ist eindeutig.
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus*. Außerdem sehen Sie hier aktuelle Fallzahlen in Deutschland als Karte*. Das Wichtigste zum Thema gibt es auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Corona News.

München - Masken gelten in der Bekämpfung der Coronavirus*-Pandemie weltweit als eines der zentralen Maßnahmen. Auch in Deutschland müssen die Menschen seit Ende April in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Einkaufen oder in Restaurants einen Mund-Nasen-Schutz tragen, um eine Übertragung von Sars-Cov-2* zu vermeiden. Inzwischen ist die Maske auch für viele Schulkinder ein treuer Begleiter geworden. Doch die in mehreren Bundesländern geltende Maskenpflicht beziehungsweise -empfehlung für Kinder sorgt für Diskussionen.

Coronavirus: Schreckensmeldungen über Gefahr von Masken im Netz

Immer wieder taucht in sozialen Netzwerken die Behauptung auf, das Tragen einer Alltagsmaske stelle eine Gefahr für das Wohl des Kindes dar. Auf Facebook machte kürzlich sogar die Meldung die Runde, ein Kind sei infolge des Tragens eines Mundschutzes gestorben. In dem Beitrag wird behauptet, dass ein sechsjähriges Mädchen bei Schweinfurt durch das Tragen einer Maske erst bewusstlos wurde und dann starb.

Todesfall durch Mundschutz entpuppt sich als Fake-News: Polizei spricht von „Internetmärchen“

Die Polizei in Unterfranken nahm dazu bereits Stellung: „Das sind Internetmärchen, die seit Dienstag auf verschiedenen Social-Media-Kanälen in der Region verbreitet werden“, erläuterte eine Sprecherin. Auch von dem angeblich maskenbedingten Tod zweier Kinder in Ostfriesland und in Wiesbaden ist in sozialen Netzwerken die Rede. Die zuständigen Staatsanwaltschaften in Wiesbaden und Aurich (Ostfriesland) teilten allerdings der dpa mit, dass ihnen keine solchen Fälle bekannt seien.

Masken für Kinder gefährlich? Antwort von Experten ist eindeutig

Dennoch stellen sich einige Eltern die Frage, ob Masken für Kinder gefährlich sein könnten. Die Bewertung von Experten ist eindeutig: Die Behauptung, Masken könnten für Kinder eine Gefahr darstellen, ist falsch. Wenn es sich um eine luftdurchlässige Community-Maske handelt, besteht für das Kind keine Gefahr. Der Berliner Mediziner und Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske, bezeichnet es auf dpa-Anfrage sogar als „unmöglich“, dass ein Kind durch das Tragen einer Alltagsmaske ums Leben kommen könne. Auch kleine Kinder könnten einen Mundschutz tragen. „Das ist gar kein Problem“, erklärt der Experte.

Coronavirus und Maskenpflicht: Chefarzt schließt tödliche Folgen bei gesunden Kindern aus

Angenommen, ein Kind würde tatsächlich nicht genügend Sauerstoff oder zu viel CO2 einatmen, dann würde es müde werden und sich abgeschlagen fühlen, so der Mediziner. In diesem Fall würde das Kind die Maske von allein abnehmen. „Davon stirbt man aber auf gar keinen Fall“, erklärt der Experte, denn: „Das CO2 ist ein Gas und bleibt im Stoff nicht hängen.“ Dominic Dellweg, Chefarzt für Pneumologie am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft, veranschaulicht das: „Wenn Luft durch die Maske geht, gehen auch Sauerstoff und CO2 durch.“ Auch er schließt aus, dass ein gesundes Kind durch die Verwendung einer Alltagsmaske stirbt.

Maskenpflicht in der Corona-Pandemie: Warum fällt das Atmen schwer?

Aber warum atmet man mit Maske schlechter? Eine Maske stellt allgemein - unabhängig von Sauerstoff und CO2 - einen Widerstand für die Atmung dar. Dadurch erhöhe sich die Atemanstrengung und das Gehirn könne eine Luftnot melden, erklärt Dellweg. Deshalb rät er zu einer „sehr gut durchatembaren“ Maske für Kinder. Im Gegensatz zu den medizinischen Masken gibt es bei den sogenannten Community-Masken dafür keine Norm.

Mundschutz für Kleinkinder nur „Kann-Empfehlung“ - Das gilt für Säuglinge

Allgemein gilt für Kinder, die noch nicht das Grundschulalter erreicht haben, eine „Kann-Empfehlung“ für Masken, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Säuglinge sollten der Empfehlung zufolge keine Maske tragen.

In Bayern und vielen weiteren Bundesländern können Schüler weiterführender Schulen ihre Maske am Sitzplatz in der Regel ablegen, sofern es das Infektionsgeschehen zulässt. Darüber soll vielerorts eine Corona-Ampel* entscheiden.. Derzeit wird allerdings aufgrund steigender Zahlen über eine Maskenpflicht auch im Unterricht* diskutiert.

Coronavirus: Maske bei Kindern mit Vorerkrankung mit Arzt abklären - Beispiel Astma

Bei Kindern, die aufgrund einer Erkrankung in ihrer Herz- oder Lungenfunktion eingeschränkt sind, soll das Risiko der Maske individuell mit dem Arzt abgeklärt werden. Ein Beispiel: Asthmakranke Kinder können bei einem Anfall in Atemnot geraten. In so einem Fall verschlechtert die Maske nach Worten von Dominic Dellweg die Situation. (va) Merkur.de ist ein Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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