Ein Angestellter im Homeoffice. (Symboldbild)
+
Ein Ökonom der Deutschen Bank fordert mehr Steuern für Homeoffice-Kräfte.

Homeoffice nach Corona

Deutsche Bank: Wer zu Hause arbeitet, soll mehr Steuern zahlen

  • Zülal Acar
    vonZülal Acar
    schließen

Ein Analyst der Deutschen Bank schlägt vor, dass freiwillige Heimarbeit nach der Corona-Pandemie besteuert werden soll. Das stößt auf massive Kritik.

Frankfurt - Die derzeitige Corona-Pandemie (*FNP berichtete) ändert das Arbeitsleben: Ob Kurzarbeit* oder Heimarbeit, viele Arbeitnehmer müssen sich auf Umstrukturierungen in ihrem Betrieb gefasst machen. Das Homeoffice* gilt vor allem als effektive Maßnahme gegen die weitere Verbreitung des Corona-Virus*. Ein Analyst der Deutschen Bank schlägt jetzt vor, dass freiwillige Heimarbeit nach der Corona-Pandemie besteuert werden soll.

Deutsche Bank: Homeoffice-Kräfte sollen mehr Steuern zahlen

Luke Templeman kommt nämlich in einem Aufsatz, den er für die Forschungs- und Trendabteilung der Deutschen Bank geschrieben hat, zu dem Schluss: Die Gesellschaft entkoppele sich immer mehr, das Steuersystem müsse nachziehen. Ausgehend von dieser Trendentwicklung fordert Templeman, dass Menschen, die freiwillig von Zuhause aus arbeiten, auch mehr Steuern abdrücken sollen: nämlich satte fünf Prozent vom Bruttogehalt. Templeman bezieht sich dabei auf die Zeit nach der Corona-Pandemie, wenn Heimarbeit freiwillig und nicht aufgrund der Corona-Maßnahmen verpflichtend ist.

Der Analyst der Deutschen Bank* weist auf einen Trend hin: Homeoffice werde immer beliebter und Arbeitnehmer, die während der Corona-Pandemie von Zuhause aus arbeiten, würden das nach außer Kraft treten der Corona-Regeln* auch weiterhin tun. Immerhin sei das Homeoffice „ein Privileg“ für den Arbeitnehmer von heute. Er spare dadurch Zeit und Geld. Teure Anfahrtswege, auswärts essen, Reinigungskosten für Arbeitskleidung würde durch Heimarbeit entfallen, so Templeman.

Analyst der Deutschen Bank: Heimarbeit bremst wirtschaftliches Wachstum

Das Geld, das Homeoffice-Arbeitende auf diese Weise einsparten, fehle aber der Wirtschaft. Somit trügen sie weniger zur wirtschaftlichen Infrastruktur bei. Schlimmstenfalls könnte das Homeoffice das wirtschaftliche Wachstum ausbremsen, so die Befürchtung des Analysten. Deshalb fordert er eine Steuer auf Heimarbeit.

Wenn tatsächlich fünf Prozent auf die Bruttogehälter der Deutschen erhoben wird, könnte der Fiskus etwa 15,9 Milliarden Euro einkassieren. Die Arbeitnehmer müssten diese Steuer allerdings nur für in Heimarbeit verbrachte Tage zahlen. Auf Twitter regt sich jetzt herber Protest gegen die Forderung des Deutsche-Bank-Ökonomen. Viele Nutzer sind mit Templemans Argumentation nicht einverstanden.

Der Ökonom rechnet dabei aus, dass ein Angestellter mit einem Jahresgehalt von 40.000 Euro rund 7,50 Euro pro Tag abgeben müsste. Der Wert sei vergleichbar mit Kosten, die vom Arbeitnehmer sonst fürs Pendeln, Kantine oder Reinigung ausgegeben würden. Durch die Steuer gebe es also keine Nachteile. Jedoch geht aus dem Dokument des Analysten nicht hervor, ob Kosten für Strom, Heizung und Drucker berücksichtigt werden. *FNP ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare