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Auf die Kunden der Deutschen Post könnte bald eine Porto-Erhöhung zukommen.

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Preiserhöhung bei der Deutschen Post? Was Kunden beachten müssen

  • Sophia Lother
    VonSophia Lother
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Deutsche Post und DHL profitieren durch Corona vom Online-Boom. Aber auch die Kehrseite der Pandemie trifft den Konzern – mit Folgen für Kunden.

Frankfurt – Mit jeder Erhöhung der Porto-Gebühren bei der Deutschen Post kommt auf die Menschen in Deutschland ein ganzer Rattenschwanz an Problemen hinzu. Neben dem höheren finanziellen Aufwand müssen noch Zusatzmarken eingekauft werden. Denn sonst bringen die alten Marken die Post nicht ans Ziel, sondern wieder zurück zum Absender.

Nun scheint eine weitere Port-Erhöhung bei der Deutschen Post anzustehen. Und das trotz Rekordeinnahmen in einem Geschäftsbereich des Unternehmens. Was Verbraucher jetzt beachten müssen.

Deutsche Post DHL: Rekordgewinn in Corona-Zeiten – doch es gibt auch eine Kehrseite

Deutsche Post DHL profitiert besonders stark von einer Facette der Corona-Pandemie. Durch den Boom im Online-Handel erreichte das Unternehmen den stärksten Jahresauftakt seiner Geschichte. Der Konzerngewinn lag im ersten Quartal dieses Jahres bei 1,2 Milliarden Euro und damit viermal so hoch wie im Vorjahreszeitraum, wie das Bonner Unternehmen mitteilte. Und auch in Deutschland brummt das Geschäft. Im ersten Quartal habe das Volumen an Paketen um 41,3 Prozent höher gelegen als noch vor einem Jahr. Immer stärker baut die Deutsche Post auch ihre Packstationen aus. 2023 sollen es 12.000 Stück werden.

Doch die Pandemie bringt auch eine wirtschaftliche Kehrseite für die Deutsche Post mit sich. Denn das Volumen im Briefgeschäft ist abgesackt. Und zwar deutlich stärker als noch in den Vorjahren, um 9,5 Prozent. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass die Werbepost rückläufig sei. Frank Appel, der Chef der Deutschen Post, betonte: „Wenn man sinkende Mengen hat, hat man natürlich steigende Kosten pro Sendung.“ Deshalb dürfte das Brief-Porto ab Januar 2022 wieder steigen. Appel erklärte, dass der Konzern höhere Gebühren beantragen werde. Kunden müssen sich also sehr wahrscheinlich darauf einstellen, bald wieder Zusatzmarken einzukaufen.

Wird das Brief-Porto wieder erhöht? Was auf die Kunden der Deutschen Post zukommt

Dass die Deutsche Post die Gebühren für das Brief-Porto nach oben schraubt, ist keine Seltenheit. Der Maxibrief kostete 2015 noch 2,40 Euro. Danach folgte eine Erhöhung auf 2,60 Euro und schließlich im Juni 2019 wurde das Porto auf 2,70 Euro angehoben. Und auch beim Standardbrief kam es immer wieder zu Porto-Erhöhungen.

Seit 2012 haben sich die Kosten für einen Standardbrief bei der Deutschen Post von 55 Cent schrittweise auf nun 80 Cent erhöht. Der vorerst letzte Sprung erfolgte Mitte 2019. Jetzt soll sich mit dem Jahreswechsel 2021 auf 2022 wieder ein höheres Porto ankündigen. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur sagte, man prüfe bereits die von der Post eingereichten Kostenunterlagen. Eine Entscheidung falle im Herbst. Über den Spielraum der Erhöhung entscheidet nämlich nicht die Post, sondern die Bundesnetzagentur.

Porto Standardbrief bis 20 GrammJahr
55 Cent2010-2012
58 Cent2013
60 Cent2014
62 Cent2015
70 Cent2016-2018
80 Cent2019
Quelle: Bundesnetzagentur

Deutsche Post DHL: Erhöhung des Brief-Portos nicht die einzige Änderung für Kunden

Im Zeitalter der Digitalisierung werden immer weniger Briefe versendet. Die Post versucht dem Trend mit verschiedenen Methoden entgegenzuwirken. So wurde eine „mobile Briefmarke“ von der Deutschen Post eingeführt, mithilfe derer Briefe und Postkarten vom Kunden selbst frankiert werden können.

Und auch beim Paketversand kurbelt die Deutsche Post weiter kräftig an. Neben dem bereits erwähnten Anstieg bei den Packstationen bei Post und DHL, an dem es auch Kritik gibt, denkt das Unternehmen auch über eine weitere Neuerung nach. Denn täglich liefert das Unternehmen tausende Pakete aus. Dabei ist der Transport meist aber nicht wirklich klimafreundlich. Das will der Konzern jetzt ändern. Zug statt Lkw heißt dann die Devise bei Deutsche Post DHL. Doch warten wir dann länger auf unsere Pakete?(Sophia Lother)

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