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Renee Bennett (Amy Schumer) nascht gern, und das sieht man ihrer Figur an. Als Angestellte einer Kosmetik-Firma leidet die junge Frau darunter. Sie beschließt, ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen.

Frauenkomödie "I feel pretty"

Ich bin dick und kugelrund – na und?

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Unter der Regie von Abby Kohn und Marc Silverstein geht es um die Frage, wie man dazu beitragen kann, von anderen als schön betrachtet zu werden.

„Es geht immer nur ums Foto, egal was im Profil drin steht“, sagt Renee (Amy Schumer) zu ihren Freundinnen, als die sich mit ihr auf einer Dating-Website anmelden wollen. Renee ist mit den harten Gesetzen des romantischen Wettbewerbs vertraut und weiß, was es heißt, als Frau über dem Idealgewicht durchs Leben schreiten zu müssen. Beim Kampf am Tresen um die Bierbestellung wird sie vom Barkeeper stets übersehen. Die Verkäuferin in der Boutique weist sie mit biestiger Dienstleistungsfreundlichkeit darauf hin, dass ihre Größe nur im Online-Shop erhältlich ist. Und natürlich hat ihr Profil auf der Plattform auch nach einer Woche kein einziges „Like“ bekommen.

Renee arbeitet bei einer Kosmetik-Firma, allerdings nicht im schmucken Konzerngebäude an der New Yorker Fifth Avenue, sondern in einem Untergeschoss-Büro in China Town, von wo aus sie den Webstore des Unternehmens betreut. Sie träumt davon, schlank und schön zu sein, um als Empfangsdame im Hauptgebäude des Beauty-Imperiums arbeiten zu können. Als sie eines Tages im Fitness-Center vom Fahrrad stürzt und sich den Kopf anschlägt, glaubt sie, dass ihre Gebete erhört wurden. Beim Blick in den Spiegel erkennt sie eine wunderschöne Frau mit Topmodel-Maßen, während das Publikum und der Rest der Welt weiterhin die unveränderte Renee vor sich sieht.

Aber mit neu erstarktem Selbstbewusstsein scheinen sich tatsächlich neue Türen zu öffnen. Firmenleiterin Avery LeClaire (Michelle Williams) bringt gerade eine Kosmetik-Linie für das gemeine Volk auf den Markt, und da passt Renee als ehrgeizige Rezeptionistin ins Konzept. In der Reinigung lernt sie den netten Softie Ethan (Rory Scovel) kennen. Der zeigt sich fasziniert von Renee, die sogar vor einem Bikini-Wettbewerb nicht zurückschreckt. Die Komödie „I feel pretty“ von Abby Kohn und Marc Silverstein setzt eine Menge feiner Beobachtungen und Pointen frei. Mit Verve wirft sich Amy Schumer in die Rolle des Aschenputtels, das sich durch Selbstimagination als Schönheit sieht und mit Selbstwertgefühl durchs Leben geht. Dass die Eigenwahrnehmung auch die Fremdwahrnehmung bestimmt, wird hier komödiantisch auf den Punkt gebracht. Das ist bis zur Filmmitte sehr unterhaltsam, aber dann wissen Kohn und Silverstein nicht recht weiter.

Die Heldin ins

Lager der Arroganz

und in Konflikt mit ihren besten Freundinnen zu drängen, ist jedenfalls eine äußerst magere Plotidee. Genauso platt ist die Schlussbotschaft, dass wahre Schönheit von innen kommt. Die fabelhafte Amy Schumer hätte jedenfalls ein besseres Drehbuch verdient. In ihrem ersten Kinofilm „Dating Queen“ und der TV-Show „Inside Amy Schumer“ hat sie sich als komödiantische Naturgewalt erwiesen, deren eigene Skripte mehr Biss, Originalität und Tiefgang haben als das Material, das ihr „I feel pretty“ zur Verfügung stellt. Annehmbar

In diesen Kinos Frankfurt: Cinestar, Metropolis. Sulzbach: Kinopolis (D+E). Limburg: Cineplex. Offenbach: Cinemaxx. Hanau: Kinopolis. Mainz: Cinestar

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