+
Fast acht Monate nach Einführung der Prämie sind mehr als 170.000 alte Diesel mit der Abgasnorm Euro 1 bis Euro 4 aus dem Verkehr gezogen und verschrottet worden.

Kommentar

VW: Eine Hand wäscht die andere

Die erstaunlichste Neuigkeit aus der Autostadt Wolfsburg ist weniger der Führungswechsel. Es ist vielmehr die Nachricht, dass es im aufgeblähten VW-Gebilde tatsächlich einen Generalsekretär in Diensten von Betriebsratschef Bernd Osterloh gibt. Wer glaubte, Generalsekretäre hielten sich einzig die UN, die CDU und die SPD, der irrt gewaltig. Der mächtige Betriebsrat, gegen dessen Votum nichts, aber auch gar nichts geht, kann auf die – sicher gut bezahlten – Dienste eines ehemaligen Journalisten zurückgreifen. Und dessen Arbeit war so glanzvoll, dass er sich für höhere Posten qualifizieren konnte: Gunnar Kilian (43) schafft es als neuer Personalvorstand in die vorderste Führungsriege im VW-Konzern und trägt künftig die Verantwortung für rund 640 000 Beschäftigte. Wenn das kein Karrieresprung ist!

Die erstaunlichste Neuigkeit aus der Autostadt Wolfsburg ist weniger der Führungswechsel. Es ist vielmehr die Nachricht, dass es im aufgeblähten VW-Gebilde tatsächlich einen Generalsekretär in Diensten von Betriebsratschef Bernd Osterloh gibt. Wer glaubte, Generalsekretäre hielten sich einzig die UN, die CDU und die SPD, der irrt gewaltig. Der mächtige Betriebsrat, gegen dessen Votum nichts, aber auch gar nichts geht, kann auf die – sicher gut bezahlten – Dienste eines ehemaligen Journalisten zurückgreifen. Und dessen Arbeit war so glanzvoll, dass er sich für höhere Posten qualifizieren konnte: Gunnar Kilian (43) schafft es als neuer Personalvorstand in die vorderste Führungsriege im VW-Konzern und trägt künftig die Verantwortung für rund 640 000 Beschäftigte. Wenn das kein Karrieresprung ist!

Die Beförderung seines engen Vertrauten Kilian war für Bernd Osterloh offenbar der Preis, den als „Gewerkschaftsfresser“ berüchtigten Herbert Diess an der Spitze des VW-Konzerns zu akzeptieren. Vor einem Jahr hätte niemand darauf gewettet. „Der Vorsitzende des Markenvorstandes agiert zutiefst unsozial, er bricht bei der Umsetzung des Zukunftspaktes laufend sein Wort und wischt gemeinsam errungene Regelungen wieder vom Tisch.“ Diese harten Worte schleuderte Osterloh dem damaligen VW-Markenchef Diess entgegen. Damit nicht genug: „Die Grundwerte bei Volkswagen werden mit Füßen getreten. Ein solches Vorgehen passt nicht zu unserem Unternehmen.“

Doch die beiden Streithähne haben sich angenähert. Beide gelten als Macher, als Manager, die zupacken können. Sie haben offenbar eine gemeinsame Basis gefunden. Getreu dem Motto: „Wenn du deinen Feind nicht besiegen kannst, dann verbünde dich mit ihm.“ Und genau diese Mentalität ist es, die dem Führungswechsel im VW-Konzern ein Geschmäckle verleiht. Denn erneut offenbaren sich Seilschaften, in bester VW-Tradition zwar, aber der heutigen Zeit nicht mehr angemessen. Keine Spur von Kulturwandel.

Am Ende ist der Plan des ausgeschiedenen Firmenpatriarchen Ferdinand Piëch doch noch aufgegangen, der Diess geholt hatte, um seinen Erzfeind Winterkorn abzulösen. Das Biotop Volkswagen dümpelt also weiter vor sich hin. Ob Diess die richtige Wahl ist, entscheiden am Ende die Autokäufer, die zumindest in Deutschland stinksauer auf VW sind, weil sie anders als die US-Kunden für die Abgas-Betrügereien nicht entschädigt wurden. Die Anleger verteilen schon mal Vorschusslorbeeren. Die VW-Aktie hat seit Dienstag um acht Prozent zugelegt. Der Börsenwert ist damit um gut sechs Milliarden Euro gestiegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare