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Agent Jimmy Silva (Mark Wahlberg) lässt die Waffe sprechen. Er muss einen asiatischen Informanten schützen.

Actionthriller

Mit einem Kampfkünstler im Feindesgebiet

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US-Regisseur Peter Berg dreht gerne Action-Filme mit patriotischer Gesinnung, in denen meist der ehemalige Hip-Hop-Sänger Mark Wahlberg die Hauptrolle übernimmt.

Ihre vierte gemeinsame Arbeit nach „Lone Survivor“, „Deepwater Horizon“ und „Boston“ basiert ausnahmsweise nicht auf einer wahren Begebenheit. Die fiktive Spionage-Story stammt aus der Feder von Drehbuchautorin Lea Carpenter. Im Mittelpunkt steht eine Agententruppe namens Overwatch, die geheime Aktionen für die amerikanischen Regierung ausführt.

Chef des Teams ist der jähzornige James Silva (Wahlberg). Unter seinen Launen leidet Kollegin Alice Kerr (Lauren Cohen), die sich obendrein mit ihrer gescheiterten Ehe und einer kleinen Tochter herumschlagen muss. Als ruhender Pol im Hintergrund agiert Taktikspezialist Bishop (Charakterkopf John Malkovich). Per Funk steuert er die Elite-Kämpfer durch sämtliche Gefahrenzonen.

Silva und seine Leute sollen den Spion Li Noor (Iko Uwais) außer Landes bringen, weil sein Wissen einen Terror-Anschlag verhindern könnte. Doch die 22 Meilen bis zum Flugplatz erweisen sich als Minenfeld, gespickt mit den Fallen feindlicher Mächte.

In den 80er Jahren hätten Chuck Norris oder Arnold Schwarzenegger den Boss des Phantom-Kommandos gespielt. Heute erweist sich Mark Wahlberg als würdiger Nachfolger der alten Haudegen, wobei er neben flinken Fäusten auch sein loses Mundwerk voll zur Geltung bringt. Eigentlicher Star des Films ist jedoch der indonesische Kampfkünstler Iko Uwais („The Raid“), dessen Fähigkeiten noch eindrucksvoller zu bewundern wären, wenn Peter Berg auf ein Übermaß an Videospiel-Ästhetik verzichtet hätte. Im Gewitter aus Kameraschwenks und hektischen Schnitten geht bisweilen der Überblick verloren, wer gerade wen angreift.

Der überreizte Stil hat sich mittlerweile im Genre etabliert – augenfreundlich ist er keineswegs. Umso lobenswerter, dass Berg zwischendurch einen Gang zurück schaltet und sich inmitten der Explosionen Zeit nimmt, seine Figuren zu entwickeln.

Besonders in Erinnerung bleibt Alice Kerr alias Lauren Cohen, bekannt aus TV-Serien wie „The Walking Dead“ und „Vampire Diaries“. Die 36-jährige Schauspielerin schafft es, Alices Konflikt zwischen Vaterlandsliebe und Mutterpflichten glaubwürdig zum Ausdruck zu bringen, ohne ins Klischeehafte abzugleiten. Cohens Rolle könnte der Auftakt zu einer lang anhaltenden Filmkarriere sein. Gleichfalls empfiehlt sich Kickboxerin Rhonda Rousey als Agentin Sam Snow für größere Rollen, in denen nicht allein ihre körperliche Präsenz gefordert wird.

Regisseur Berg setzt auf hohes Tempo. Beim turbulenten Finale überrascht die Geschichte mit einer Wendung, die clever konstruiert ist, aber nicht jedem gefallen dürfte, da viele Fragen ungeklärt bleiben. Der Grund für das offene Ende ist, dass „Mile 22“ der erste Teil einer Reihe sein soll. Sehenswert

In diesen Kinos

Frankfurt: Cinestar, Metropolis; Offenbach: Cinemaxx; Mainz: Cinestar; Hanau: Kinopolis; Sulzbach: Kinopolis (D+OV); Limburg: Cineplex

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