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Dieser auf der ?IAA Nutzfahrzeuge? ausgestellte Streetscooter fährt elektrisch.

IAA in Hannover

Elektro-Transporter nehmen Fahrt auf

Nicht allein die Autofahrer fürchten mögliche Diesel-Fahrverbote in unseren Städten – in der Transportbranche herrscht dieselbe Sorge. Also soll auch der Lieferverkehr am besten elektrisch rollen – und obendrein möglichst voll vernetzt. Jetzt zeigt die Internationale Automobilausstellung (IAA) für Nutzfahrzeuge in Hannover, wie das aussehen soll.

Staus und gefühlt immer mehr Lkw-Unfälle auf den Autobahnen, noch mehr Paket-Lieferanten in den Innenstädten und die Angst vor Diesel-Fahrverboten: Der zunehmende Verkehr von Nutzfahrzeugen prägt den Alltag vieler Menschen.

In Hannover trifft sich die Branche seit gestern zu ihrer Weltleitmesse „IAA Nutzfahrzeuge“ und zeigt mögliche Lösungen für die logistischen und umweltpolitischen Herausforderungen der Zukunft (20. bis 27. September; der 21. September ist Pressetag). Bernhard Mattes, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), versprach den Gästen „überzeugende Lösungen“.

Mattes hob hervor: „Wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche ,IAA Nutzfahrzeuge‘ sind gegeben: Es haben sich noch einmal mehr Aussteller angemeldet als im bereits sehr guten IAA-Jahr 2016.“ Mehr als 2100 Aussteller aus rund 50 Ländern würden erwartet, der Anteil der ausländischen Aussteller betrage knapp 60 Prozent, die Ausstellungsfläche liege bei 282 000 Quadratmetern. Die Messe wechselt im Jahresrhythmus mit der Pkw-IAA in Frankfurt.

„Im Mittelpunkt stehen Digitalisierung, Vernetzung, automatisiertes Fahren, Elektromobilität und urbane Logistik“, sagte Mattes. In einer Zeit des stetig wachsenden Online-Handels werde die effiziente und emissionsfreie Lieferung bis zur Haustür zum „strategisch wichtigen Auftrag“ an die gesamte Logistik- und Transportbranche.

Elektro-Transporter in Serienreife sollen in Hannover zu sehen sein, zudem Stadtbusse und mittelschwere Lastwagen mit E-Antrieb. Auch das automatisierte Fahren spielt in der Nutzfahrzeugbranche eine immer größere Rolle.

Über Deutschlands Straßen, Schienen und Wasserstraßen werden laut Bundesverkehrsministerium jährlich 4,3 Milliarden Tonnen Waren bewegt. Auf der Langstrecke stößt der Elektroantrieb aber vor allem für schwere Transporter schnell an seine Grenzen, meinen Experten wie der Branchen-Fachmann Stefan Bratzel. Als Ersatz könnten Antriebe dienen, die Flüssiggas (LNG) als alternativen Kraftstoff nutzen.

E-Transporter werden trotz allem „auf breiter Front“ Fahrt aufnehmen, wie der VDA ankündigte. Diese seien emissionsfrei, leise, ihre Batterien ließen sich in kurzer Zeit wieder aufladen – und sie böten Reichweiten zwischen 120 und 200 Kilometern. Das Ladevolumen umfasse 6 bis 20 Kubikmeter, die Zuladung betrage 900 bis 1750 Kilogramm.

Die EU-Kommission will erstmals auch für Lastwagen verbindliche Ziele zur Senkung der Kohlendioxidwerte vorgeben, um den Klimaschutz voranzubringen.

Insgesamt läuft das Jahr 2018 für die Truck-Branche bisher gut. In den ersten acht Monaten wurden in Deutschland 250 700 Nutzfahrzeuge neu zugelassen – das ist ein Plus von 4 Prozent. Allein im August waren es laut VDA 33 500 Transporter, 12 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und ein Rekordwert.

(dpa)

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