Ein Kite-Drache ist am Boden mit einem Generator verbunden. 
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Ein deutsches Start-up hat eine Alternative zu klassischen Windkraftanlagen erarbeitet. 

Flugwindkraftanlage ideal für Notsituationen

Mobiler Kite-Drache erzeugt doppelt so viel Strom wie Windrad

  • Zülal Acar
    VonZülal Acar
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Ein deutsches Start-up hat einen Drachen entwickelt, der doppelt so viel Energie produziert wie konventionelle Windräder. Die Technologie eignet sich besonders für die Notstromversorgung.

Berlin/Kleinmachnow - Von endlichen Energiequellen wie Kohle oder Atomkraft vollständig loszukommen, scheint aktuell noch in ferner Zukunft zu liegen - wenn überhaupt. Mehr denn je ist die Menschheit darauf angewiesen, kluge Ideen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, um das voranschreiten des Klimawandels zumindest nicht zu beschleunigen. Denn laut der Agentur für erneuerbare Energien gehört die Energiewirtschaft neben Industrie und Verkehr zu den vorrangigen Verursachern von Treibhausgasemissionen (*FNP.de berichtete).

Forscher arbeiten seit Jahren fleißig daran, Methoden zu entwickeln, die beispielsweise die Erde künstlich abkühlen, um der globalen Erderwärmung gegenzusteuern*. Zudem entwerfen viele Unternehmen Technologien, die effektiver und nachhaltiger funktionieren als herkömmliche Methoden der Energiegewinnung, wie etwa alternative Windkraftanlagen*. Das deutsche Start-up Enerkite GmbH aus Berlin hat einen Kite-Drachen entworfen, der die Windenergie revolutionieren könnte.

Flugwindkraft: Eine einzige Anlage versorgt 200 Haushalte

Das Prinzip hinter der fliegenden Windkraftanlage Enerkite lässt sich grob folgendermaßen zusammenfassen: Der an Seilen befestigte Drache erzeugt durch Flug- und Segelbewegungen in bis zu 300 Metern Höhe Kräfte, die auf einen Generator am Boden übertragen und in elektrische Energie umgewandelt werden.

Dabei schafft der Drache es, durch hohe Geschwindigkeiten an Auftrieb zu gewinnen, er fliegt dabei quer zum Wind. Das Unternehmen beschreibt den Prozess so: „Der Generator wandelt das Drehmoment beim Rauslassen des Seils und Flügels kontrolliert in elektrische Energie. Ist das Seil am Ende angelangt, wird der Flügel in den Rückholmodus gebracht, die Kräfte sind dabei viel kleiner und der Generator arbeitet für kurze Zeit als Motor.“

In der Praxis ist der Kite-Drachen relativ flexibel und isoliert anwendbar - etwa auf Inseln, wo Windparks aus wirtschaftlichen Gründen nicht eingesetzt werden. Hier kann die Flugwindkraftanlage beispielsweise für die Notstromversorgung in entlegenen Regionen eingesetzt werden. Enerkite wollen mit dem Drachen das Potenzial der Windkraft vollständig ausschöpfen. Klassische Windkraftanlagen würden schwankende Strommengen liefern und auch nur bei kräftigem Wind ergiebig sein, schreibt das Start-up auf seiner Website.

„Eine einzige Anlage im Container-Format mit 100 KW versorgt 200 Haushalte und kann 50 Elektroautos am Tag mit einer Reichweite von 200 km tanken“, erklärt Mitbegründer und CEO von Enerkite Alexander Bormann auf der Website des Unternehmens. Mit dem Drachen sei es möglich, „den doppelten Ertrag im Vergleich zu heutigen Windrädern und sogar das Fünffache an Energie im Vergleich zu Photovoltaik-Anlagen bereitzustellen“, so Bormann. *FNP ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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