Ferrari F8 Tributo
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Der Fahrer eines Ferraris sollte sich nach einem Unfall mit einem Porsche zufriedengeben (Symbolfoto).

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Unzufrieden mit Porsche als Ersatzwagen: Ferrari-Fahrer geht vor Gericht

Welche Art von Ersatzwagen steht mir nach einem Unfall zu? Ein Ferrari-Fahrer will sich nicht mit einem Porsche begnügen und klagt die Versicherung an.

  • Nach einem Verkehrsunfall übernimmt die Haftpflichtversicherung häufig die Kosten für einen Mietwagen.
  • Der Fahrer eines Ferraris sollte sich nach einem Gerichtsurteil mit einem Porsche als Ersatz zufriedengeben.
  • Ins Auge gefasst hatte der Ferrari-Fahrer allerdings einen ganz anderen italienischen Sportwagen.

Frankfurt – Nach einem Unfall brauchte ein Mann aus dem niedersächsischen Celle einen Ersatzwagen. Denn sein Ferrari musste mehrere Tage in Reparatur. Die Wahl des Unfallgeschädigten fiel dabei auf einen mehr als ebenbürtigen Ersatz. Während der elftägigen Reparatur mietete der Mann für mehrere Tausend Euro einen Lamborghini, berichtet „Focus-Online“.

Doch die Wahl des Luxus-Autos bleibt nicht ohne Konsequenzen. Das muss der Ferrari-Besitzer feststellen, als er dem Unfallverursacher die Rechnung für den Lamborghini schickt und eine prompte Antwort bekommt.

Nach Unfall mit einem Ferrari: Zahlt Haftpflichtversicherung Lamborghini als Ersatzauto?

Die Verwicklung in einen Verkehrsunfall zieht immer auch eine ganze Reihe von weiteren Problemen nach sich. Wenn der Unfall glücklicherweise keine gesundheitlichen Folgen gehabt hat, gibt es im Nachgang dennoch einiges zu erledigen. So muss etwa die Polizei zunächst den Unfallhergang ermitteln, auf deren Grundlage die entsprechenden Versicherungen dann entscheiden, wer für welchen Schaden aufkommt. Wer für die Zeit der Reparatur ein anderes Auto mietet, kann die Kosten dafür häufig gegenüber der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers geltend machen.

Modell Kaufpreis
Lamborghini Aventador313.000 Euro
Porsche 911 120.125 Euro

Grundsätzlich gilt in solchen Fällen, dass Unfallgeschädigte sich zum Ersatz entweder denselben oder zumindest einen vergleichbaren Wagentypen mieten können. Die Kosten werden dann in der Regel von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers übernommen. Diese war nach dem Bericht des „Focus-Online“ jedoch nicht dazu bereit die Summe von 5.600 Euro zu zahlen, die der Ferrari-Fahrer dem Unfallverursacher für die Nutzung des Lamborghinis in Rechnung gestellt hatte.

Die Versicherung argumentierte, dass dem Fahrer für die Dauer der Reparatur seines Ferraris auch ein weniger luxuriöses Auto wie ein Porsche 911 oder ein BMW 8er hätte genügen müssen. Dies sah der Mann anders und zog mit der Entscheidung vor Gericht.

Enttäuschter Ferrari-Fahrer: Laut Haftpflichtversicherung war ein Porsche ausreichend

Doch das Landgericht Hannover wies die Klage des Ferrari-Fahrers nach Erstattung der Kosten für den ersatzweise gemieteten Lamborghini ab. Um die Summe dennoch von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers zu erhalten, legte der Mann Berufung gegen das Urteil ein, sodass der Rechtsstreit in die nächste Instanz ging.

Ebenfalls das Oberlandesgericht Celle entschied zugunsten des Unfallverursachers und urteilte, dass es dem Unfallgeschädigtem durchaus zumutbar sei, „für einen kurzen Zeitraum von elf Tagen auf einen typengleichen, hochpreisigen Sportwagen zu verzichten“.

Urteil nach Unfall mit einem Ferrari: Gericht folgt Argumentation der Haftpflichtversicherung

Das Gericht bestätigte zwar die grundsätzliche Regelung, dass nach einem Verkehrsunfall zur Dauer der Reparatur derselbe oder ein vergleichbarer Auto-Typ ersatzweise gemietet werden kann und die Kosten von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers übernommen werden müssen.

Der Fahrer eines Ferraris sollte sich nach einem Unfall mit einem Porsche zufriedengeben (Symbolfoto).

Ferrari-Fahrer zieht vor Gericht: Hätte er auch einen Porsche oder BMW mieten können?

Im Falle des Ferrari-Fahrers befand das Oberlandesgericht jedoch, dass diese Regelung nicht schrankenlos gültig sei. Dem Urteil zufolge müsse sich der Unfallgeschädigte auch mit einem weniger komfortablen Modell begnügen, sofern ein typengleiches Fahrzeug nur zu einem besonders hohen Mietpreis zu bekommen ist.

Nach Angaben der Versicherung des Unfallverursachers sei genau dies der Fall gewesen. Statt des exorbitanten Preises für den gemieteten Lamborghini hätte der Fahrer des Ferraris für insgesamt 1.600 Euro auch einen Porsche 911 oder einen BMW 8er mieten können. Das Oberlandesgericht Celle folgte dieser Begründung und bestätigte damit die bereits zuvor vom Landgericht Hannover getroffene Entscheidung. (jsc)

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