Eine Frau wurde an einem Wasserspielplatz in Berlin des Geländes verwiesen, weil ihr Oberkörper frei war. (Symbolbild)
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Eine Frau wurde an einem Wasserspielplatz in Berlin des Geländes verwiesen, weil ihr Oberkörper frei war. (Symbolbild)

Berlin

Polizei verweist Frau von Wasserspielplatz: „Ziehen Sie einen BH an oder Sie müssen gehen“

Eine Frau wird in Berlin auf einem Wasserspielplatz des Geländes verwiesen, weil sie mit freiem Oberkörper dort saß. Laut Parkaufsicht war dies „störend“.

Berlin - Ein Polizeieinsatz wegen einer am Oberkörper unbekleideten Frau auf einem Berliner Wasserspielplatz hat eine Diskussion darüber ausgelöst, ob Frauen genau wie Männer nackte Brüste in der Öffentlichkeit zeigen dürfen. Die Gleichstellungsbeauftragte des Bezirksamts Treptow-Köpenick schaltete sich ein. Sie bot der Frau ein Gespräch an diesem Donnerstag an, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Besucherin prangert einen frauenfeindlichen Vorfall an, weil das Sicherheitspersonal sie aufforderte, sich am Oberkörper wieder anzuziehen. Frauen sollten sich mit nacktem Oberkörper dort aufhalten können, wo es für Männer auch erlaubt sei, forderte sie. Zuerst berichtete der Tagesspiegel.

Am 20. Juni 2021 hatte die Frau an einem Sonntag mit ihrem Sohn, einem Freund und dessen Tochter den Kinderspielplatz „Plansche“ im Plänterwald im Bezirk Treptow-Köpenick besucht. Eigenen Angaben zufolge machte sie es sich auf einer Picknickdecke bequem und zog ihr T-Shirt aus. Wie die Bezirkssprecherin sagte, forderte ein Sicherheitsdienst die Besucherin mehrmals auf, sich zu bekleiden. Das Personal überwacht laut Bezirk im Auftrag des Straßen- und Grünflächenamts die eingezäunte Anlage, auf der Sprühelemente zum Spielen mit Wasser einladen.

Berlin: Frau mit nacktem Oberkörper des Geländes verwiesen

Laut der Berliner Zeitung, die ein Gedächtnisprotokoll der Frau veröffnentlichte, fragte die Frau, weshalb sie nicht wie Männer auch mit freiem Oberkörper dort verweilen dürfe. „Weil Sie Brüste haben, das ist störend“, habe die Antwort der Parkaufsicht gelautet. Die Frau akzeptierte die Aufforderungen nicht, wie die Sprecherin weiter erklärte. Daher habe der Wachschutz die Polizei alarmiert. Einsatzkräfte hätten sehr lange mit der Frau gesprochen, sagte eine Polizeisprecherin. Laut dem Gedächtnisprotokoll habe die Parkaufsicht gesagt: „Entweder Sie ziehen einen BH an oder Sie müssen das Gelände verlassen.“ Daraufhin sei sie freiwillig gegangen. Die Polizei sei in Amtshilfe vor Ort gewesen. Hausrecht habe der Sicherheitsdienst gehabt.

Die betroffene Frau teilte mit, sie habe einem Parkaufseher gesagt, sie verstehe nicht, warum sie ihre Brüste verstecken solle, während Männer sich mit nacktem Oberkörper auf der Wiese bewegen könnten. Nach dem Vorfall habe sie sich schriftlich an das Ordnungsamt und an die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung gewandt.

Das Bezirksamt denkt nun über mögliche Reaktionen nach. Im Gespräch sei etwa, ob man bei dem Spielplatz eine Freikörperzone erstellen oder die Besuchsregeln dort klarer definieren solle. Ein Schild am Eingang beinhalte etwa keine FKK-Freigabe. Zu einem FKK-Verbot stehe darauf aber auch nichts, sagte die Sprecherin. Das Sicherheitspersonal habe auf Grundlage des Paragrafen 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes gehandelt. Dieser bezeichnet eine „grob ungehörige Handlung“, die geeignet sei, „die Allgemeinheit zu belästigen oder zu gefährden und die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen“. (red/dpa)

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