Geburtstag

Glühendes Sexsymbol: Madonna wird 60 Jahre alt

Das blonde Mädchen aus Michigan setzte sich im männerdominierten Musikgeschäft durch. Aber sogar in ihr Leben schleicht sich manchmal der Alltag.

Wer den kulturellen Einfluss von Madonna bemessen will, bemüht Elvis, die „Beatles“, Michael Jackson. Aber Madonna, die ewige Jungfrau, das glühende Sexsymbol und die Verfechterin starker Frauen, die der Musikindustrie ihre eigenen Regeln vorschrieb – ist neuerdings eine „Soccer Mom“. Wegen ihres zwölfjährigen Sohns David, der in Europa professionell Fußball spielen will, zog sie von New York nach Lissabon. „Die Pop-Sensation ähnelt uns gewöhnlichen Leuten mehr als wir denken“, schrieb die Website „E!News“.

60 Jahre alt wird Madonna Louise Ciccone heute. In ihrer bunten Welt aus melodischem Pop, Dance und Electro-Erotik ist sie eine Art erwachsenes Mädchen oder kindliche Frau geblieben, die die Regeln ihrer Karriere selbst zu diktieren scheint. Sie gilt als erste Frau, die als Popstar die komplette Kontrolle über Musik und Image erlangte.

In den USA war Popmusik eine von Männern beherrschte Welt, als dem blonden Mädchen aus einem Vorort in Detroit, Michigan, der erste Hit gelang. „Everybody“ landete 1982 in den Dance-Charts auf dem ersten Platz, die bald folgenden Singles „Holiday“ und „Like A Virgin“ sind Pop-Klassiker.

Im ironischen Titel „Material Girl“ klang bereits an, dass starke, selbstbestimmte Frauen zum Leitmotiv in ihrer Laufbahn werden würden. Stylisch und sexy kam sie in ihren Musikvideos daher und zog sich für „Playboy“ und „Penthouse“ aus, ohne ihr Ansehen als Power-Frau einzubüßen. Jugendliche Mädchen kopierten den Look.

Als Madonna in einem 60 Millionen Dollar schweren Vertrag Chefin der Time-Warner-Tochter Maverick wurde, bewies sie, dass sie als Geschäftsfrau soviel reißen kann wie auf der Bühne zwischen ihren Tänzern. Die Rock and Roll Hall of Fame beschreibt Madonna als „vollständig befreite Frau, die das Leben nach ihren eigenen Regeln lebt“.

Dazu passte auch, dass Madonna in ihren (nicht allzu langlebigen) Ehen mit Schauspieler Sean Penn und dem britischen Regisseur Guy Ritchie unabhängig lebte. In Projekten mit männlichen Musikern – Justin Timberlake, Pharrell Williams und Kanye West – hielt sie die Fäden ebenfalls in der Hand.

Im Kampf um ihre Adoptivsöhne David Banda und Mercy James aus Malawi setzte sie sich durch und adoptierte im Frühjahr 2017 noch die Zwillinge Estere und Stella. Mit den zwei leiblichen Söhnen Rocco und Lourdes zeigte sie sich im selben Jahr als alleinerziehende, stolze Mutter von sechs Kindern.

Normal war auch nicht, dass Madonna neben dieser Großfamilie und ihren 13 Alben (besonders erfolgreich waren „MDNA“, „Ray Of Light“ und „Hard Candy“) in etwa zwei Dutzend Filmen mitspielte.

„Evita“ und ihre Komödien „Susan . . . verzweifelt gesucht“ oder „Who’s That Girl“ reichten an ihre Musik nicht heran. Die Rollen rückten sie selbst aber noch um einiges näher an ihr Idol Marilyn Monroe, als die sie auf der Titelseite von „Vanity Fair“ 1991 posierte.

Nach 335 Millionen verkauften Platten, sieben Grammys und polarisierenden Auftritten ist Madonna aus dem Pop-Olymp nicht mehr wegzudenken. Einen vergleichbaren Einfluss hatten dort sonst vielleicht nur die „Beatles“, Elvis Presley und Michael Jackson. 2015 listete das Guinness-Buch der Rekorde Madonna als Musikerin mit den meisten Plattenverkäufen weltweit. Möglich, dass auch Mariah Carey, Celine Dion oder Beyoncé von Madonnas Strahlkraft zehrten.

Aber selbst für Madonna Louise Ciccone, die sich für die italienische Ausgabe der „Vogue“ zuletzt in schwarzen Kniestrümpfen auf einem Rasen räkelte, sind manche Dinge im Alltag ganz normal. Bei ihrem Umzug nach Europa habe sie zwischen Turin, Barcelona und Lissabon entscheiden müssen. Alle drei Städte haben Fußball-Akademien. Es war die Entscheidung einer „Soccer Mom“, einer Fußball-Mama. Und wenn ihr Sohn der nächste Cristiano Ronaldo werde, sei das halt ein „Sahnehäubchen“.

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