Zu wenig Bewegung 

Coronavirus: Homeoffice kann gefährlich werden 

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Viele Arbeitnehmer müssen wegen der Coronakrise von zu Hause aus arbeiten. Sportmediziner warnen vor ernsthaften gesundheitlichen Folgen.

  • Viele Menschen sitzen die Coronakrise* im Homeoffice aus. 
  • Das Arbeiten von zu Hause stellt viele Arbeitnehmer* vor Herausforderungen.
  • Doch das Homeoffice beinhaltet auch einige gesundheitliche Risiken. 

Wer kann, bleibt daheim – das gilt auch für Berufstätige. Kinder-Chaos* und Lagerkoller sind die offensichtlichen Gefahren des Homeoffice in Corona-Zeiten, doch gibt es auch versteckte, gesundheitliche Bedrohungen, die sich hinter der Heimarbeit verbergen.

Homeoffice: Sportmediziner warnen vor gesundheitlichen Folgen

Inzwischen haben Sportmediziner vor ernsthaften gesundheitlichen Folgen des Homeoffice und der sozialen Isolation durch das Coronavirus gewarnt. Die Medizinprofessoren Rüdiger Reer und Herbert Löllgen nannten die Gründe dafür im Interview mit der FAZ.

Die Experten raten dazu, dass es dringend vermieden werden solle, sich zu wenig zu bewegen, zu viel zu sitzen, zu viel Alkohol* zu trinken und sich ungesund zu ernähren. Kaum vorhandene Bewegung könnte demnach nicht nur die Gesundheit des Einzelnen gefährden. Auch auf das deutsche Gesundheitssystem könnten bei einem Andauern des Zustands hohe Kosten zukommen.

Homeoffice in der Coronakrise: 53 Prozent der Erwachsenen sind übergewichtig

Rüdiger Reer zufolge seien bereits 53 Prozent der Erwachsenen übergewichtig. Obwohl das schon problematisch genug ist, soll dieser Wert dem Professor zufolge in der Coronakrise steigen. Zu viele Pfunde belasten Herz und Kreislauf enorm. Adipositas schädigt die Blutgefäße im ganzen Körper – das Risiko für Diabetes ist stark erhöht. Übergewicht gilt laut der Framingham-Studie als selbstständiger Risikofaktor für die Entwicklung von Herz- und Gefäßkrankheiten.

Der Mediziner findet deutliche Worte, falls die Ausgangsbeschränkungen größere Ausmaße annehmen würden. „Denn dann könnte es dazu kommen, dass viele nicht an Covid-19 sterben, aber vielleicht an einem Herzinfarkt, der durch die Folgen von Bewegungsmangel erst manifest wird. Es darf nicht passieren, dass man Menschen vor einem Risiko schützen will und sie zugleich einem anderen aussetzt.“ Reer zufolge begünstigt die mangelnde Bewegung den Griff zu „Ersatzdrogen“ wie Tabak, Alkohol oder übermäßigem Essen, da die durch Bewegung ausgeschütteten Glückshormone fehlen.

Coronavirus: Homeoffice hält gesundheitliche Probleme bereit

Das deutsche Krebsforschungszentrum geht davon aus, dass sieben Prozent aller Todesfälle auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind. „Das Homeoffice wird infolge reduzierter Bewegung ganz klar zu Todesfällen führen, wenn wir nicht gegensteuern“, so Reer. 

Als Gegenmaßnahme empfiehlt der Mediziner, dass man alle halbe Stunde aufstehen solle. Auch sportliche Übungen zu Hause oder Sport im Freien seien denkbar.

Von Marvin Ziegele 

Im Kampf gegen das Coronavirus sollen als vorrangige Maßnahme die Tests massiv ausgeweitet werden. Alle Entwicklungen der Corona-Pandemie im News-Ticker. 

Weil Corona zum Homeoffice zwingt, stellt sich zudem die Frage, wer die Mehrkosten trägt.

Wenn die Corona-Krise vorbei ist, reicht es auch mit Essen bestellen, Videokonferenzen* und dem affigen Digitalgehabe. Die Kolumne aus der sozialen Isolation.

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Rubriklistenbild: © BARBARA GINDL/APA /AFP

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