Fridays-for-Future-Aktivstin Luisa Neubauer steht vor einem Fenster.
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Friday-for-Future-Aktivstin Luisa Neubauer kritisiert die CDU.

Maßnahmen zu unkonkret

Klimaaktivistin Neubauer: Union verweigert Kampf gegen Erderhitzung - „erschütternd“

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer kritisiert den Umgang der Union im Kampf gegen die Erderwärmung.

Berlin (dpa) - Klimaschützer und Umweltverbände rügen das Wahlprogramm von CDU und CSU als völlig unzureichend im Kampf gegen die Erderhitzung. Luisa Neubauer von der Klimaschutzbewegung Fridays for Future sagte der „Rheinischen Post“: „Dieses Parteiprogramm ist eine 139 Seiten lange Weigerung, uns vor der Klimakrise zu schützen und das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Die noch größte Volkspartei weigert sich, die größte Krise anzuerkennen, geschweige denn sie anzugehen. Erschütternd.“

Experten sind sich einig, dass sich bis 2030 weltweit viel mehr tun muss, wenn die Erderwärmung - wie 2015 von knapp 200 Staaten in Paris vereinbart - deutlich unter zwei Grad bleiben soll. Schon jetzt hat sich die Erde um rund 1,2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erhitzt. Die schon sichtbaren fatalen Folgen: Je nach Region gibt es mehr Hitzewellen und Dürren sowie Starkregen, Stürme, Unwetter und Überschwemmungen.

Luisa Neubauer: Union viel zu unkonkret

Neubauer, die Grünen-Mitglied ist, kritisierte, die Union bleibe beim Klimaschutz viel zu unkonkret. „Während die Menschen in Deutschland hautnah erleben, was entfesselte Klimakrise heißt - nämlich Hitzewellen mit Tropennächten, gesundheitliche und wirtschaftliche Belastungen - veröffentlicht die CDU allen Ernstes ein „Entfesselungspaket für die Wirtschaft“ - ohne konkrete Klimaschutzmaßnahmen zu nennen.“

Ähnlich äußerte sich Carla Reemtsma, Sprecherin von Fridays for Future. „Mit ihrem Wahlprogramm hat sich die Union gegen jede einzelne Maßnahme entschieden, die die Emissionen senken würde“, sagte sie dem Portal „Watson“. „Die Union hält weiterhin am Kohleausstieg 2038, Steuererleichterungen für Kohle, Öl und Gas sowie Erdgas als „Brückentechnologie“ fest. Stattdessen will sie die Klimaziele allen Ernstes mit Vorhaben wie Flugtaxis einhalten.“ Das Wahlprogramm sei eine Fortsetzung des klimapolitischen Stillstands, der in die aktuelle Klimakrise hineingeführt habe und diese weiter eskalieren werde.

Auch Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace, erklärte, CDU und CSU blieben zu vage angesichts der existenziellen Bedrohung durch die Klimakrise und das Artensterben. „Armin Laschet drückt sich weiter vor dem Unübersehbaren: Klimaschutz braucht unbedingt einen schnelleren Kohleausstieg, einen festen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und klare Ausbauziele für Erneuerbare Energien.“ Die Union lasse erschreckend offen, wie sie die Natur künftig schützen und ihre Erholung sicherstellen wolle.

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